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Dezember 6, 2022

Fokus Zweitwohnsitz: Italien

  Gesammelt von myLIFE team myHOME August 4, 2022 355

Italien ist eines der wenigen Länder, in denen die Häuserpreise in den letzten Jahren auf gleichem Niveau geblieben oder gesunken sind. Aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche und des schlechten Zustands einer Großzahl von Immobilien hält sich die Begeisterung für viele Bereiche des Marktes in Grenzen. Dennoch kann Italien nach wie vor mit Charme punkten, und Regionen wie die norditalienischen Seen, Capri und die Toskana sind unter internationalen Käufern noch immer beliebt.

Darüber hinaus wurde der Markt durch eine Reihe von weitsichtigen Regierungsprogrammen angekurbelt, darunter die Einführung eines Baubonus im Rahmen des Konjunkturprogramms zur Bewältigung der Pandemiefolgen, der einen Steuerabzug in Höhe von 110 % ermöglicht. Dieser an Käufer im In- und Ausland gerichtete Anreiz bietet diesen Zugang zu umfangreichen Zuschüssen für umweltfreundliche Renovierungsarbeiten an Häusern und hat dazu beigetragen, das Interesse an der Instandsetzung lange vernachlässigter Gebäude zu wecken.

Die lokalen Behörden sind zudem dazu übergegangen, baufällige Häuser in abgelegenen Städten und Dörfern für nur einen Euro zu verkaufen. Ganze Dörfer, die im Zuge dieser Entwicklung verkauft wurden, haben sich nach und nach zu Boutique Resorts entwickelt. Diese Initiative erfolgte genau zur rechten Zeit, da viele Europäer sich nunmehr nach einem alternativen Lebensstil sehnen.

Steigende Preise

Gemeinsam mit einem bescheidenen Wiederaufleben der Wirtschaft mit dem Abflauen der Corona-Pandemie haben diese Maßnahmen die Immobilienbewertungen nach oben getrieben. Der Preis bestehender Immobilien stieg 2021 um 1,8 % und der von Neubauten um 3,3 %. Ein Trend, in dem einige Immobilienkonzerne nach der jahrelangen Flaute einen tiefgreifenden Wandel des italienischen Immobilienmarktes sahen.

In dem Anstieg der Preise sowohl neuer als auch bestehender Immobilien sehen einige Immobilienkonzerne nach der jahrelangen Flaute einen tiefgreifenden Wandel des italienischen Immobilienmarktes.

In manchen Gebieten besteht eine konstante Nachfrage. Catherine Bastien, Head of WM Lending bei der BIL, sagt: „Wir sehen eine Nachfrage in der Toskana und der Lombardei sowie am Lago Maggiore und an der italienischen Riviera, einschließlich Portofino. Diese Gebiete sind eher klein und die Häuser dort tendenziell sehr teuer. Unterdessen übersteigt die Nachfrage das Angebot. Darüber hinaus wird Mailand von wohlhabenden Privatpersonen zunehmend für einen Zweitwohnsitz in Betracht gezogen.“

Die Transaktionskosten in Italien sind im Vergleich zu denen in vielen anderen europäischen Ländern eher gering, und dank des vergleichsweise schwachen Immobilienmarktes bieten sich internationalen Käufern mehr günstige Gelegenheiten – insbesondere jenen, die bereit sind, Renovierungen vorzunehmen. Überdies verfügt Italien insbesondere in größeren Städten wir Florenz und Rom über einen lebhaften Mietmarkt.

Kaum Beschränkungen

Es gibt auch kaum Beschränkungen in Bezug darauf, wer im Land Immobilien erwerben darf und wer nicht. So können Nicht-EU-Bürger, deren Herkunftsland ein entsprechendes Abkommen mit Italien hat, hier Immobilien kaufen, ohne zu den Einwohnern des Landes zu gehören.

Von Kaufinteressenten einer Immobilie wird erwartet, dass sie eine Anzahlung von 1 % des Verkaufspreises leisten, um ihre Kaufabsicht zu bestätigen.

Von Kaufinteressenten einer Immobilie wird erwartet, dass sie eine Anzahlung von 1 % des Verkaufspreises leisten, um ihre Kaufabsicht zu bestätigen. Weitere 20 % bis 30 % werden fällig, sobald der Vorvertrag (compromesso) abgeschlossen ist. Zieht sich ein Käufer in dieser Phase aus dem Geschäft zurück, erhält er die Anzahlung wahrscheinlich nicht zurück. Bei einem Rückzug des Verkäufers jedoch ist dieser verpflichtet, das Doppelte der Anzahlung als Entschädigung zurückzuzahlen.

Im compromesso werden die Einzelheiten des Verkaufs sowie die Fristen zur Vorlage aller Unterlagen festgelegt. Ein Notar, der das Geschäft registriert, übernimmt die weitere Abwicklung des Vorgangs. Der Käufer benötigt eine italienische Steuernummer. Nicht-Italiener erhalten diese recht unkompliziert auf Anfrage.

Sobald der compromesso vereinbart ist, führt der Notar die Eigentumsrecherche durch und bereitet den endgültigen Vertrag vor. Das übrige Kapital wird bei Unterzeichnung fällig. Generell ist davon auszugehen, dass Gebühren und Steuern in Höhe von 10 % bis 12 % des Kaufpreises fällig werden, darunter die Eintragungsgebühr, die Mehrwertsteuer, die Grundbuchsteuer sowie Anwalts- und Notargebühren.

Großzügige Regeln für Kapitalerträge

Zusätzlich zu den üblichen Instandhaltungskosten eines Zweitwohnsitzes ist die lokale Grundsteuer zu entrichten. Dabei handelt es sich um die Imposta Municipale Unica, der jeder Grund- und Immobilieneigentümer in Italien unterliegt. In der Regel beläuft sie sich auf 0,4 % bis 0,76 % des Gesamtwerts der Immobilie. Im Jahr 2020 wurden Änderungen an dieser Steuer vorgenommen, die den Kommunen mehr Flexibilität ermöglichen. Die Steuern für die Abfallsammlung und -entsorgung, bekannt als Tassa Rifiuti oder TARI, werden separat erhoben.

Nicht in Italien ansässige Vermieter zahlen Steuern auf ihre Erträge, die den normalen Einkommensteuersätzen entsprechen.

Nicht in Italien ansässige Vermieter zahlen Steuern auf ihre Erträge, die den normalen Einkommensteuersätzen entsprechen. Zu den zu versteuernden Einkünften zählen normalerweise die Mieteinkünfte abzüglich eines Pauschalbetrags von 30 % für Reparatur- und Instandhaltungskosten.

In Bezug auf die Wertzuwachssteuer sind die Regeln in Italien für Immobilieneigentümer recht großzügig. Wenn Sie eine Immobilie für mehr als fünf Jahre halten, müssen Sie bei der Veräußerung keine Wertzuwachssteuer zahlen. Halten Sie sie für weniger als fünf Jahre, so werden Gewinne als Einkünfte besteuert. Bestimmte Anschaffungskosten und damit verbundene Ausgaben lassen sich absetzen.

Nachdem die Preise seit 2011 fortwährend gesunken waren, befindet sich der italienische Immobilienmarkt seit 2020 auf dem Wege der Erholung. Selbst in den gefragtesten Regionen des Landes sind Immobilien jedoch nach wie vor erschwinglich. Internationale Investoren ergreifen die Gelegenheit beim Schopf, um sich einen Platz in der vielgerühmten Kultur, Lebensweise und Lebensqualität des Landes zu sichern.