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Oktober 20, 2021

Leasing: darauf setzen viele Unternehmer

Das Konzept stammt aus den Vereinigten Staaten.

Leasing ist für viele Unternehmen eine interessante Alternative zu klassischen Krediten. Denn auf diesem Wege lassen sich Anschaffungen finanzieren und gleichzeitig die Bilanz des Unternehmens optimieren, ohne dabei auf Eigenkapital zurückgreifen zu müssen.

Das Produkt „Leasing“ stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten und ist eine besondere Form der Nutzungsüberlassung. Auf Englisch bedeutet „to lease“ mieten oder pachten. Die Pioniere der Branche importierten diese Investitionsalternative in den 70er-Jahren aus den USA. Heute ist Leasing aus dem Wirtschaftsalltag nicht mehr wegzudenken und zu einer unverzichtbaren Säule der Unternehmensfinanzierung geworden. Über die Hälfte aller Investitionen wird durch Leasing realisiert. Im zivilrechtlichen Sinn ist es ein atypischer Mietvertrag. Bei dieser Finanzierungsoption wird das Objekt vom Leasinggeber beschafft und finanziert und dem -nehmer gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts zur Nutzung überlassen.

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Arten unterschieden: dem Finanzierungsleasing, dem operativen Leasing und dem Immobilienleasing.

Drei Varianten

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Arten unterschieden: dem Finanzierungsleasing, dem operativen Leasing und dem Immobilienleasing.

Beim Finanzierungsleasing handelt es sich um einen Vertrag über ein für die geschäftliche Nutzung bestimmtes Objekt, in dem eine unwiderrufliche Mietdauer festgelegt ist. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wurde grundsätzlich der gesamte Anschaffungspreis des Investitionsguts, einschließlich Nebenkosten und Finanzierungskosten, zurückgezahlt. Bei dem geleasten Objekt (einem so genannten „beweglichen Investitionsgut“) kann es sich um ein Fahrzeug (Auto, Nutzfahrzeug, Anhänger, Autobus usw.), aber auch um Industrieausrüstung, Baumaschinen oder Ausstattung für Büros und Geschäfte handeln. Medizinische Geräte, Bürotechnik oder IT-Geräte können ebenfalls Gegenstand eines Finanzierungsleasings sein.

Ein Operatives Leasing umfasst verschiedene Dienstleistungen, die über die Miete des Investitionsguts hinausgehen. Beim Autokauf kann das die Versicherung und die Wartung des Fahrzeugs während der gesamten Leasingdauer einschließen. Im Allgemeinen beinhaltet diese Form keine Kaufoption am Ende der Vertragslaufzeit.

Das Immobilienleasing bezieht sich auf Gebäude. Da diese Variante nicht steuerlich gefördert wird, ist sie in Luxemburg eher selten.

Eine beliebte Variante

Das Finanzierungsleasing, das von Freiberuflern über Einzelhändler bis zu großen Konzernen von allen Unternehmen genutzt werden kann, erfreut sich großer Beliebtheit und erlaubt es Unternehmern, ihre Investitionen zu optimieren.

Zwischen den einzelnen Finanzinstituten gibt es zwar Unterschiede, doch die typische Funktionsweise des Finanzierungsleasings in Luxemburg läuft nach bestimmten einheitlichen Prinzipien ab.

Der Leasingnehmer wählt seine gewünschte Ausrüstung sowie den Zulieferer grundsätzlich selbst aus.

Der Leasingnehmer wählt seine gewünschte Ausrüstung sowie den Zulieferer grundsätzlich selbst aus. Die beauftragte Leasinggesellschaft erwirbt daraufhin das Material, das deren Eigentum bleibt. Sie vermietet es dem Kunden, indem sie ihm gegen Zahlung einer Leasingrate für eine bestimmte Zeit das Nutzungsrecht daran überträgt. Die Leasingrate kann monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich gezahlt werden.

Bei Vertragsende ergeben sich drei Möglichkeiten: der Kauf des Materials zum ursprünglich vereinbarten Restwert; die Verlängerung des Leasings; die Rückgabe des Materials und eventuell der Abschluss eines Vertrages über neues Material.

Steuerliche Vorteile

Die größten Vorteile liegen sicher in der hundertprozentigen Finanzierung der Investitionsgüter (einschließlich der Vorfinanzierung der Mehrwertsteuer) durch die Leasinggesellschaft und der Zahlung einer festen und im Voraus bekannten Leasingrate während der gesamten Nutzungsdauer. Einige Leasinggesellschaften bieten auch nicht lineare Leasingraten an. Damit steigern Unternehmen ihre liquiden Mittel und profitieren gegenüber einem traditionellen Kredit zugleich von einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit.

Ein Finanzierungsleasing hat weitere Vorteile, wie eine besonders einfache Ersetzung von abgenutztem Material. Für diese Lösung sprechen auch die Beibehaltung des Solvabilitätskoeffizienten und die Verbesserung der Bilanz. Da ein Leasing als außerbilanzielle Transaktion gilt, wird das Material nicht als Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen, wodurch die ausweispflichtige Verschuldung des Unternehmens sinkt. Hinzu kommt die mögliche, teilweise oder vollständige Abschreibungsfähigkeit der Leasingraten als Gemeinkosten und die mögliche Rückerstattung der Mehrwertsteuer (die auf die Leasingrate angerechnet wird). Nicht zu vergessen die staatlichen Hilfen, die 2017 aufgestockt wurden. Diese Hilfen erfolgen in Form von Steuergutschriften für förderfähige und im Europäischen Wirtschaftsraum genutzte Investitionsgüter, vorausgesetzt, diese Investitionen sind Teil der Bilanz eines luxemburgischen Instituts.

Der einzig wirkliche Nachteil der verschiedenen Leasingformen besteht darin, dass bei diesem Finanzierungsweg Kosten entstehen.

Der einzig wirkliche Nachteil der verschiedenen Leasingformen besteht darin, dass bei diesem Finanzierungsweg Kosten entstehen. Deshalb ist es besonders wichtig, Angebote und Bedingungen vor dem Abschluss eines Vertrages genau zu analysieren und sich gegebenenfalls von einem Experten beraten zu lassen.