Unternehmen und ihre sozialen Auswirkungen
Ein schlechter Ruf kann für den langfristigen Fortbestand eines Unternehmens gefährlich sein. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln oder Zulieferer ausbeuten, die sich nicht um ihren ökologischen Fußabdruck oder ihre CO₂-Bilanz kümmern oder die nicht ehrlich und transparent mit der Außenwelt umgehen, werden im Zeitalter der Multimedia-Medien schnell entlarvt. Sie müssen mit behördlichen Untersuchungen und Reputationsschäden rechnen, die ihre Fähigkeit zur Kapitalbeschaffung beeinträchtigen könnten, oder laufen Gefahr, von Kunden gemieden zu werden. Anleger sollten darauf achten, ob ein Unternehmen seiner sozialen Verantwortung wirksam nachkommt.
Jedes Unternehmen hat eine Vielzahl von Interessensgruppen, darunter Aktionäre, aber auch Lieferanten, Vertriebsunternehmen und andere Geschäftspartner, Arbeitskräfte sowie die breitere Gemeinschaft in den Orten und Ländern, in denen es tätig ist. Im Rahmen der sozialen Verantwortung ist es wichtig, keine dieser Beziehungen zu vernachlässigen und sich um ein ausgewogenes Verhältnis zu bemühen. Die Renditen der Anleger dürfen nicht zulasten des Arbeitnehmerwohls oder des Umweltschutzes gehen.
Auf lange Sicht laufen die Interessen der verschiedenen Interessensgruppen immer mehr zusammen. Unternehmen mit einer schlechten Umweltbilanz könnten die von ihnen verursachten Schäden teuer zu stehen kommen. So wurde beispielsweise der Fast-Fashion-Konzern Shein im Jahr 2025 von den französischen Behörden wegen irreführender Umweltaussagen und unbegründeter Öko-Labels mit einer Geldstrafe in Höhe von 40 Millionen Euro belegt. Unternehmen könnten zudem mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert werden, da Banken bestrebt sind, ihre eigene Haftung und ihr Reputationsrisiko zu minimieren.
Unternehmen, die ihre Lieferketten nicht effektiv steuern, müssen möglicherweise mit einem Imageverlust rechnen – und damit auch mit Kursverlusten ihrer Aktien. Mittlerweile verstärkt die Gesetzgebung zunehmend den Druck des Marktes auf Unternehmen, darzulegen, wie sie Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte berücksichtigen.
Die Richtlinie der Europäischen Union zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit trat 2024 in Kraft und soll ab 2028 von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Sie schreibt für Unternehmen, deren Größe bestimmte Schwellenwerte überschreitet, eine Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschenrechte und Umweltfragen entlang ihrer globalen Lieferketten vor. Die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen ist seit 2023 in Kraft und verpflichtet große Unternehmen aus der EU oder mit Geschäftstätigkeiten innerhalb der Union dazu, darüber zu berichten, wie sich Nachhaltigkeitsfragen auf ihre finanzielle Leistung auswirken und welche Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeiten auf Menschen und die Umwelt haben.
Ein Unternehmen muss seine Beziehungen und Abläufe in vier Hauptbereichen effizient verwalten: Mitarbeiter, Umwelt, lokale oder breitere Gemeinschaft und externe Gegenparteien.
Ein Unternehmen muss seine Beziehungen und Abläufe in vier Hauptbereichen effizient verwalten: Mitarbeiter, Umwelt, lokale oder breitere Gemeinschaft und externe Gegenparteien einschließlich Lieferanten, Anlegern und Kunden.
Veränderung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung
Für viele Unternehmen war es ein schwieriger Übergang: Während Loyalität früher als selbstverständlich angesehen wurde, muss sie heute verdient werden. Das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich aufgrund eines stärker umkämpften Arbeitsmarkts und höherer Erwartungen an die Arbeitsplatzzufriedenheit verändert. Unternehmen müssen zunehmend darüber nachdenken, wie sie eine loyale und produktive Belegschaft fördern können, und dabei Kreativität walten lassen.
Unternehmen sind sich heute zunehmend darüber bewusst, dass sie ein angenehmes Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter schaffen müssen, da sie inzwischen mit der Telearbeit samt ihren Annehmlichkeiten konkurrieren müssen. Unternehmen, die versucht haben, eine Rückkehr zum Vollzeit-Büroalltag vorzuschreiben, sahen sich mit Widerstand seitens der Mitarbeiter konfrontiert. Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Anreize besser sind als Zwang, und das bedeutet, das Arbeitsumfeld zu verbessern. Es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Arbeitnehmer wohl kaum glücklich und zufrieden sind, wenn sie in unpersönlichen Großraumbüros arbeiten, jeden Morgen um Parkplätze kämpfen oder mit überfüllten Verkehrsmitteln stressige Fahrten zur Arbeit zurücklegen müssen.
Innovative Unternehmen haben beispielsweise mit Duschen vor Ort Maßnahmen eingeführt, um ihre Mitarbeiter zu ermutigen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Beliebt sind auch flexible Arbeitszeiten, da dadurch überfüllte öffentliche Verkehrsmittel während der Hauptverkehrszeit vermieden werden können.
Diese Unternehmen wissen auch, dass natürliches Licht, Pflanzen oder eine gut durchdachte Akustik wichtig für das Wohlbefinden sind. So stellen sie etwa Entspannungsräume bereit, in denen Mitarbeiter ungestört arbeiten oder nachdenken können, und richten gleichzeitig Collaboration Spaces ein, in denen in entspannter Umgebung zusammengearbeitet werden kann. Ein gut durchdachtes Arbeitsumfeld kann das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit auch die Produktivität erheblich verbessern.
Ein gut durchdachtes Arbeitsumfeld kann das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit auch die Produktivität erheblich verbessern.
Es ist ebenfalls wichtig, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen. Fast alle Mitarbeiter haben irgendwann einmal mit Problemen zu kämpfen, die von finanziellen Sorgen über Trauerfälle bis hin zu gesundheitlichen Problemen reichen. Strukturen zu bieten, die die Mitarbeiter beim Umgang mit solchen Problemen unterstützen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Gleichzeitig können sie ein überzeugendes Instrument darstellen, um Loyalität zu schaffen – nicht nur bei den betroffenen Personen, sondern bei der Belegschaft insgesamt.
Für berufstätige Eltern kann die Kinderbetreuung ein ausschlaggebender Faktor sein, der bestimmt, wie gut ihre Arbeit mit anderen Aspekten ihres Lebens vereinbar ist. Wer Arbeitnehmern ausreichend Flexibilität bietet, um die Kinderbetreuung neben der Arbeit zu organisieren, wird wahrscheinlich auch die langfristige Produktivität steigern und dafür sorgen, dass wertvolle Mitarbeiter und unersetzliche Kompetenzen erhalten bleiben.
Verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt
Ein schlechtes Management von Umweltrisiken führt zu erheblichen finanziellen Kosten und einem schlechten Ruf. Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, von der Automobilherstellung bis hin zu Versorgungsunternehmen, werden aufgrund von Umweltvergehen mit hohen Geldstrafen und anderen regulatorischen Sanktionen belegt. Darüber hinaus müssen sie ein angeschlagenes Image auf dem Markt und eine geringere Marktbewertung hinnehmen. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Wasseraufbereitungsbranche, wo zahlreiche Unternehmen wegen der Verschmutzung von Flüssen und Meeren mit Geldstrafen belegt wurden. Im Vereinigten Königreich gehören Yorkshire Water und Thames Water zu den Unternehmen, gegen die Strafen verhängt wurden, und die britische Regierung erwägt derzeit die Renationalisierung des letztgenannten Unternehmens.
Die Steuerung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen gewinnt für viele Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Dies kann bedeuten, sich nach Alternativen zu Geschäftsreisen umzusehen, interne Recyclingprogramme einzuführen, Abfallreduzierung anzustreben und möglicherweise Kreislaufwirtschaftsmodelle zu entwickeln. Die richtigen Büroräumlichkeiten sind ebenfalls von Bedeutung. Gebäude sind für 37-39% der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Etwa drei Viertel dieser Emissionen entfallen auf betriebliche Emissionen – also den Energiebedarf für Heizung, Kühlung und den Stromverbrauch des Gebäudes –, während der Rest auf Materialien und Bauprozesse zurückzuführen ist.
Von Unternehmen wird zunehmend verlangt, Einfluss auf die Umweltfaktoren in ihrer Lieferkette zu nehmen. In der EU und auch anderswo sind Unternehmen ab einer bestimmten Größe nun gesetzlich verpflichtet, sogenannte Scope-3-Emissionen – also indirekte Emissionen – aus ihren Wertschöpfungsketten sowie aus dem Vertrieb und der Nutzung ihrer Produkte zu erfassen und darüber Bericht zu erstatten.
Unternehmen innerhalb der Gemeinschaft
Unternehmen können einen bedeutenden Einfluss auf die Gemeinschaft in ihrem näheren Umfeld haben. Sie können Arbeitsplätze und Anreize für weitere Wirtschaftsaktivitäten schaffen, wodurch wiederum eine Nachfrage nach lokaler Infrastruktur und Dienstleistungen entsteht. Diese gegenseitige Abhängigkeit mit Bedacht zu steuern, ist für harmonische lokale Beziehungen wichtig.
Arbeitnehmer erwarten von Unternehmen zunehmend, dass sie ihnen Möglichkeiten bieten, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. In der Folge ist die Anzahl der Freiwilligentage gestiegen.
Arbeitnehmer erwarten von Unternehmen zunehmend, dass sie ihnen Möglichkeiten bieten, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. In der Folge ist die Anzahl der Freiwilligentage gestiegen. Unternehmen können sich auch direkt an lokalen Initiativen beteiligen und Wohltätigkeitsorganisationen, Sportmannschaften und Bildungseinrichtungen sponsern oder Probearbeitstage sowie Schulungen für Ortsansässige anbieten.
Sie müssen auch die Bedenken der Gemeinschaften in Bezug auf Expansionsvorhaben, Umweltprobleme oder andere Beeinträchtigungen verstehen und darauf eingehen. Dies zeigte sich besonders deutlich beim Ausbau der für die Weiterentwicklung der KI erforderlichen Rechenzentren. Diese stießen auf erheblichen Widerstand seitens der Gemeinden, die sich Sorgen über steigende Energiekosten und Umweltschäden machten. Motivierte lokale Organisationen können vieles bewegen, im Guten wie im Schlechten.
Faire Behandlung von Lieferanten und Kunden
Die Corona-Pandemie machte die Anfälligkeit vieler Lieferketten deutlich. Betroffen waren besonders Modelle, die auf dem Just-in-Time-Prinzip basieren oder sich auf die kostengünstigsten Lieferanten konzentrieren – oftmals zulasten der Vorhersehbarkeit und Langlebigkeit der Versorgung. Zu Beginn der Pandemie, als viele Länder ihre Grenzen ganz oder teilweise schlossen, hatten einige Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, die zur Deckung der Nachfrage benötigten Vorprodukte zu beschaffen. Die Lieferketten wurden durch den Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten erneut auf die Probe gestellt.
Die Erfahrung zeigt, dass selbst nach Aufhebung der Beschränkungen neue Engpässe entstehen können. So waren Schiffscontainer oder Seefrachtkapazitäten etwa aus geografischen Gründen Mangelware, was nicht nur zu Lieferunterbrechungen, sondern auch zu einem Preisanstieg bei stark nachgefragten Produkten führte. Inzwischen herrscht größtenteils Einigkeit darüber, dass die unternehmerische Verantwortung über die eigene Geschäftstätigkeit hinausgeht. Dies hat nicht zuletzt zu der Erkenntnis geführt, dass eine aggressive Preispolitik allein die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die ihre eigenen Arbeitskräfte unfair behandeln oder sie Unfall- oder Gesundheitsrisiken aussetzen, nicht länger rechtfertigt.
Daher haben sich viele Unternehmen in den vergangenen Jahren bemüht, ihre Lieferketten planbarer und widerstandsfähiger zu gestalten. Dafür legen sie beispielsweise mehr Wert auf vertrauensvolle und respektvolle Beziehungen zu ihren Lieferanten und achten auf eine faire Behandlung, wozu auch die Vermeidung von Preisabsprachen und Zahlungsverzögerungen zählen. Außerdem lautet ihr Motto nicht länger, dass der billigste Preis immer der beste ist, denn sie haben erkannt, dass ihr eigener Ruf durch das Verhalten eines Lieferanten Schaden nehmen kann.
Wer all diese Beziehungen auf verantwortungsvolle Weise pflegt, pflegt mit ziemlicher Sicherheit auch seine Kundenbeziehungen entsprechend. Verbraucher erkennen sehr gut, wenn das Verhalten eines Unternehmens nicht seinen selbst erklärten Werten entspricht. Wenn es an Transparenz mangelt, überhöhte Preise verlangt werden oder die Verbraucher manipuliert werden sollen, bleibt dies keineswegs unbemerkt. Gute Unternehmen kommunizieren offen und ehrlich mit ihren Kunden.
Natürlich wird es weiterhin Unternehmen geben, die hoffen, mit der schlechten Behandlung ihrer Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter davonzukommen, doch langfristig wird diese Strategie wohl kaum aufgehen. Außerdem erkennen die Unternehmen allmählich, dass regelmäßige Konflikte mit externen Interessensgruppen die Manager und Mitarbeiter von der Arbeit abhalten, was nicht nur unangenehm, sondern zumeist auch unrentabel ist. Da ist es für das Geschäft doch besser und letztlich einfacher, ein guter Unternehmensbürger zu sein.
Unternehmen mit einer schlechten Umweltbilanz könnten die von ihnen verursachten Schäden teuer zu stehen kommen. Gleichzeitig müssen sie möglicherweise höhere Finanzierungskosten tragen, da Banken bestrebt sind, ihre eigene Haftung und ihr Reputationsrisiko zu minimieren.
* Inhalt aus dem Englischen übersetzt mit dem AI-Tool BIL GPT
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