Meine Finanzen, meine Projekte, mein Leben
Mai 24, 2020

Arbeitsplatzverlust: Wie man in vier Schritten wieder auf die Beine kommt

Ihnen wurde gerade aus betrieblichen Gründen gekündigt, und Sie glauben, Sie trifft der Schlag? Sie sind geschockt, fühlen sich ungerecht behandelt, sind wütend, traurig und besorgt? Sie werden von Ihren Gefühlen überrollt und haben große Mühe, einen klaren Kopf zu bewahren? Kopf hoch! Das Team von myLIFE zeigt Ihnen, wie Sie in vier Schritten wieder auf die Beine kommen und wie es Ihnen nach dem Verlust Ihres Arbeitsplatzes am besten gelingt, wieder Fuß zu fassen.

Schritt 1: Die Realität akzeptieren

Gleich welche Umstände dazu geführt haben: Kündigung und Arbeitslosigkeit werden fast immer wie ein sozialer Tod empfunden, und zwar vor allem dann, wenn Sie ein Unternehmen verlassen müssen, in dem Sie jahre- wenn nicht gar jahrzehntelang gearbeitet haben. Nachdem Sie dieses Gefühl des „sozialen Todes“ ereilt hat, müssen Sie zunächst die Tatsachen akzeptieren und einen Trauerprozess in Bezug auf Ihre ehemalige Situation abschließen. Und das können Sie nur, wenn Sie die Realität akzeptieren.

Vermeiden Sie es daher, die Situation zu verleugnen und panisch oder hysterisch zu reagieren. Das ändert nicht nur nichts, es kann sich sogar als schädlich erweisen. Sehen Sie sich auch nicht als Opfer und vermeiden Sie Fragen wie „Warum ich?“, da Sie sonst das Vertrauen in sich selbst verlieren könnten. Kapseln Sie sich nicht von anderen ab. Im Gegenteil, umgeben Sie sich mit Personen Ihres Vertrauens, die Sie trösten und unterstützen und die Ihnen dabei helfen können, Ihre Energie auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit zu konzentrieren. Meiden Sie hingegen toxische Personen, die Sie als Opfer bemitleiden, insbesondere solche Kollegen, die ebenfalls von dem Sozialplan betroffen sind. Die Versuchung, sich zusammenzutun, ist groß. Sie ist jedoch auch gefährlich, wenn der einzige Zweck darin besteht, gemeinsam schwarz zu sehen und über Ihren ehemaligen Arbeitgeber herzuziehen. Was Sie jetzt brauchen, ist eine Lösung und nicht einen Schuldigen. Dafür sollten Sie umgehend einige Maßnahmen ergreifen!

Eine Kündigung ist eine große emotionale Belastung, die uns dazu verleiten kann, vorschnelle und unvernünftige Entscheidungen zu treffen.

Schritt 2: Die richtigen Maßnahmen ergreifen

Eine Kündigung ist eine große emotionale Belastung, die uns dazu verleiten kann, vorschnelle und unvernünftige Entscheidungen zu treffen, die negative wenn nicht gar katastrophale Auswirkungen haben können. Als erstes gilt es daher, nicht die Tür zuzuschlagen, sondern die Rahmenbedingungen der Kündigung auszuhandeln: Kündigungsfrist, Abfindung, Empfehlungsschreiben oder Wiedereingliederung … Lassen Sie sich dabei ggf. von der Gewerkschaftsvertretung unterstützen.

Melden Sie sich anschließend schnellstmöglich bei der ADEM als arbeitssuchend, um sich Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern. Stürzen Sie sich jedoch nicht in einem Anflug von Panik in den nächstbesten Job, der weder Ihren Kompetenzen noch Ihrer Erfahrung entspricht. Denn das könnte weitreichende Konsequenzen für Ihre weitere Karriere haben. Unsere Empfehlung: Informieren Sie Ihr Netzwerk über Ihre Arbeitssuche, aktualisieren Sie Ihr Profil und bringen Sie Ihren Lebenslauf auf den neuesten Stand. Nehmen Sie sich Zeit, um Online-Stellenanzeigen zu lesen, und richten Sie Benachrichtigungen ein, um über neue Anzeigen informiert zu werden, die Ihren Kriterien entsprechen. Je nach Profil können Sie sich auch bei Headhuntern registrieren.

Schließlich sollten Sie in jedem Fall Ihre Finanzen im Blick behalten. Sofern Sie keine hohe Abfindung erhalten haben, ist es wahrscheinlich, dass Ihre Einnahmen vorübergehend sinken werden. Daher ist es unerlässlich, dass Sie Ihre Finanzen überprüfen und sich künftig etwas einschränken. Und zwar vor allem, weil Sie sich etwas gedulden müssen, bevor Sie bei Anspruch auf Arbeitslosengeld die erste Auszahlung erhalten. Während dieser Übergangszeit sollten Sie Schulden vermeiden – es sei denn, diese sind für den Start eines neuen beruflichen Projekts unvermeidlich.

Nach einer Kündigung haben Sie sicherlich zum ersten Mal seit Langem Zeit, um in Ruhe über Ihre Prioritäten nachzudenken.

Schritt 3: Abstand gewinnen

Wenn sich die erste Aufregung gelegt hat und Sie die ersten vernünftigen Maßnahmen ergriffen haben, ist es an der Zeit, die Situation mit Abstand zu betrachten. Denn nach einer Kündigung haben Sie sicherlich zum ersten Mal seit Langem Zeit, um in Ruhe über Ihre Prioritäten nachzudenken. Sofern Sie eine Abfindung erhalten haben, haben Sie außerdem zunächst einmal etwas Geld zur Verfügung.

Da Sie Geschehenes nicht ungeschehen machen können, sollten Sie Ihre Situation nicht als Scheitern, sondern vielmehr als Chance sehen. Definieren Sie sich nicht über die Kündigung oder Ihren vorübergehenden Status als Arbeitssuchende(r), sondern sehen Sie sich als jemanden, der ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlägt. Bevor Sie sich jedoch fragen, wie Sie dieses neue Kapitel am besten beginnen, sollten Sie darüber nachdenken, was Sie zum jetzigen Zeitpunkt aus Ihrem Leben machen möchten. Erst wenn Sie diese Fragen klar beantwortet haben, können Sie sich effizient auf die Suche nach einer erfüllenden Arbeit begeben.

Doch Vorsicht: Wenn die Zukunft ungewiss ist, ist man versucht, sich kopflos an Altbekanntem festzuhalten. Das ist keine gute Idee. Da die Situation nun einmal ist, wie sie ist, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, um Ihre beruflichen Entscheidungen in Frage zu stellen. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie einen neuen Weg einschlagen möchten oder nicht. Nehmen Sie sich also Zeit für eine Bestandsaufnahme und formulieren Sie Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Wünsche sowie Ihre Werte und Kompetenzen. Ziehen Sie eine neue Bilanz, statt unüberlegt einen zehn Jahre alten Lebenslauf hervorzukramen. Sie haben sich verändert, und Ihre Situation stellt eine hervorragende Gelegenheit dar, sich neue Ziele zu setzen, die Ihrer heutigen Persönlichkeit entsprechen.

Schritt 4: Organisation, Handlungsbereitschaft und Durchhaltevermögen

An diesem Punkt wissen Sie bereits, welche Richtung Sie künftig einschlagen möchten. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt ist es an der Zeit, sich mit sich selbst zu befassen und alles daran zu setzen, Ihr neues Projekt in die Tat umzusetzen.

Eine Falle gilt es unbedingt zu vermeiden: Lassen Sie sich nicht gehen oder von einem Gefühl der Leere überkommen.

Eine Falle gilt es unbedingt zu vermeiden: Lassen Sie sich nicht gehen oder von einem Gefühl der Leere überkommen. Schließlich waren Ihre Tage bisher durch Ihre Arbeit strukturiert. Jetzt müssen Sie selbst Disziplin walten lassen und Ihre Tage so organisieren, dass Sie Pausen und Zeit zum Nachdenken haben. Gleichzeitig müssen Sie Maßnahmen einplanen, um Ihren nächsten Job ausfindig zu machen. Sie können zum Beispiel Ihr Netzwerk aktivieren und die freie Zeit nutzen, um es zu erweitern. Jetzt da Sie einen klaren Kopf haben, können Sie die Kontakte ermitteln, die Ihnen am meisten helfen können.

Vielleicht ist nun auch der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung gekommen, um sich bestimmte Fähigkeiten anzueignen, mit denen Sie Ihr neues berufliches Projekt in die Tat umsetzen können. Nehmen Sie jede Hilfe in Anspruch, die sich Ihnen bietet. Neben der ADEM gibt es weitere Verbände, Einrichtungen und sogar Unternehmen, die auf Wiedereingliederung von Arbeitskräften spezialisiert sind. Dasselbe gilt, wenn Sie Ihr eigenes Unternehmen gründen wollen.

Sie suchen einen neuen Job als Arbeitnehmer? Geben Sie sich nicht damit zufrieden, lediglich auf passende Stellenanzeigen zu antworten! Seien Sie proaktiv und verschicken Sie Initiativbewerbungen an Arbeitgeber, die Ihnen attraktiv erscheinen.

Üben Sie sich in Geduld. Denn auch wenn Sie schon Dutzende Absagen bekommen haben, wartet der Erfolg vielleicht schon beim nächsten Versuch auf Sie. Durchhaltevermögen ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Dafür wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute!