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Juni 18, 2024

Bewährte ESG-Praktiken in Unternehmen

Die Berücksichtigung der Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) ist für Unternehmen heutzutage von entscheidender Bedeutung. Denn sie dient nicht nur dem Schutz des Planeten, sondern spielt auch eine immer wichtigere Rolle für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Doch wie kann man konkret aktiv werden und sich für nachhaltige Entwicklungen einsetzen? myLIFE gibt einen Überblick über bewährte Praktiken.

Was zeichnet ein verantwortungsbewusstes Unternehmen aus?

Verantwortungsbewusste Unternehmen berücksichtigen die Folgen ihrer Tätigkeiten für die Umwelt und die Menschen. Verantwortungsbewusst zu sein bedeutet dabei nicht nur, Maßnahmen zur Begrenzung von negativen Auswirkungen zu ergreifen, sondern auch positive Effekte für die Umwelt zu verstärken, das weitere Wachstum des Unternehmens sicherzustellen und sich um das Wohlergehen von Mitarbeitenden zu bemühen.

Unternehmer sollten zudem einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten. Viele Menschen denken, dass es hierbei vor allem um ökologische Aspekte geht. Doch die Einbindung der Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) in die Strategie eines Unternehmens ist ebenfalls wichtig, um sich auf künftige regulatorische Änderungen vorzubereiten und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Sie ermöglicht einen besseren Umweltschutz, Produktivitätssteigerungen und eine höhere Lebensqualität für Mitarbeitende. Gleichzeitig dürften Unternehmen so von einem besseren Image profitieren und gut gewappnet sein, um die Erwartungen von Kunden, Aktionären, Lieferanten usw. zu erfüllen.

Jedes Unternehmen kann durch die Einführung von umwelt- und menschenfreundlicheren Praktiken zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Beispiele für bewährte ESG-Praktiken in Unternehmen

Jedes Unternehmen kann durch die Einführung von umwelt- und menschenfreundlicheren Praktiken zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Das Engagement kann dabei je nach Größe, Branche und finanziellen Mitteln des Unternehmens unterschiedliche Formen annehmen. Anstatt einfach Maßnahmen anderer Unternehmen nachzuahmen, sollte ein Dialog mit allen Stakeholdern geführt werden. Auf diese Weise lässt sich ein besseres Verständnis davon erlangen, auf welche Themen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung sich die Tätigkeiten des Unternehmens am stärksten auswirken, zum Beispiel Umweltverschmutzung, Energieverbrauch, Arbeitsbedingungen oder lokale Entwicklung. Um zu ermitteln, in welchen Bereichen Verbesserungen möglich sind, und eine CSR-Strategie (Strategie für die soziale oder gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) zu entwickeln, die die Besonderheiten des jeweiligen Unternehmens aufgreift, ist ein sozialer Dialog entscheidend. Nachfolgend sind einige Beispiele für gute ESG-Praktiken beschrieben.

Verringerung der CO2-Bilanz über einfache oder umfangreichere Maßnahmen: Licht und Heizung ausschalten, wenn keine Mitarbeitenden vor Ort sind, nicht verwendete elektronische Geräte ausschalten, Vermeiden von unnötigen E-Mails und zu großen Anhängen, Optimierung der Thermostateinstellungen zur Temperatursteuerung, Energiesparlampen, Verbesserung der Isolierung von Wänden, Fenstern und Dächern, regelmäßige Kontrolle des Zustands von technischen Anlagen, Einbau von Wärmepumpen, Strom aus erneuerbaren Energiequellen, Installation von Solaranalgen, Betriebskantine mit vorwiegend regionalen und saisonalen Produkten usw.

Verringerung der Abfallmenge: Mülltrennung über entsprechende Müllbehälter, Erstellung eines Recyclingplans, Nutzung von wiederverwendbarem Geschirr, Vermeidung überflüssiger Verpackungen, Bereitstellung von Glasgefäßen, Kauf von nicht abgepackten Produkten, Verringerung des Papierverbrauchs durch doppelseitiges Drucken, die Verwendung von Recyclingpapier oder digitale Lösungen, Entwicklung von Partnerschaften zur Weitergabe von nicht verwendeten Produkten usw.

Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden: Homeoffice-Tage (soweit möglich) und regelmäßige Weiterbildungen zur Verbesserung von Kompetenzen, Optimierung der Arbeitsplätze (ergonomische Möbel, adäquate Beleuchtung, Pflanzen usw.), Zugänglichkeit der Gebäude für Menschen mit Behinderungen, Einhaltung des Arbeitsrechts sowie von Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, Gewährleistung von Geschlechterparität und Vielfalt im Unternehmen und seinen Entscheidungsorganen, Entwicklung von Unfallverhütungsplänen, Gleitzeitangebote, bevorzugte Einstellung von jungen und älteren Menschen, Förderung der Gesundheit über den Zugang zu einem Fitnessstudio, gesunde Lebensmittel usw.

Förderung einer nachhaltigeren Fortbewegung: Förderung der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrgemeinschaften, Carsharing oder Fahrrädern, Bereitstellung eines Shuttle-Diensts zwischen Wohn- und Arbeitsort, Einführung eines Fahrradleihsystems oder Bau von Fahrradparkplätzen auf dem Betriebsgelände, Vorteile für Mitarbeitende, die umweltfreundliche Fortbewegungsmittel nutzen, Umstellung der Fahrzeugflotte von Verbrennern auf Elektroautos usw.

Vorrang für die Kreislaufwirtschaft: Geräte nicht ersetzen sondern reparieren, Entwicklung von Partnerschaften in den Bereichen Recycling oder Spende von Altgeräten, Nutzung von aufbereiteten Produkten oder gebrauchten Geräten usw.

Verantwortungsbewusst kaufen und produzieren: Vorzug für kurze Wege und lokale Lieferanten mit nachhaltigen Praktiken, Verringerung des Rohstoffbedarfs von Produkten bei der Entwicklung, Verlängerung der Lebensdauer von Produkten oder Erstellung eines Recyclingplans, Vermeidung von Schadstoffen, Einhaltung der Menschenrechte und von Umweltnormen in der gesamten Produktionskette usw.

Soziales Engagement: Partnerschaften mit lokalen Gemeinschaften, Unterstützung von humanitären Missionen, Beteiligung an Sozial- und Umweltprojekten, Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen usw.

Gute Corporate Governance: Abfassung einer Governance-Charta, Gewährleistung einer unabhängigen Geschäftsführung und eines unabhängigen Verwaltungsrats, Förderung von Geschlechterparität und Vielfalt in den Leitungsorganen, Einführung von fairen Vergütungsrichtlinien, Bekämpfung von Korruption, Einhaltung von Steuerpflichten usw.

Mitarbeitende informieren und sensibilisieren: Angebot von Sensibilisierungsseminaren und Vorträgen zum Thema nachhaltige Entwicklung, Durchführung von Umfragen zur Ermittlung der Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeitenden in CSR-Angelegenheiten, Anreize zur Reduzierung des Papier- oder Energieverbrauchs usw.

Indikatoren zur Messung der CO2-Bilanz des Unternehmens, des Energie- und Wasserverbrauchs, der Abfallmenge, der Fehlzeiten usw. veranschaulichen erzielte Fortschritte.

Regelmäßige Kontrolle der Ergebnisse: Indikatoren zur Messung der CO2-Bilanz des Unternehmens, des Energie- und Wasserverbrauchs, der Abfallmenge, der Fehlzeiten usw. veranschaulichen erzielte Fortschritte.

Nachhaltigkeitsansätze würdigen: interne und externe Berichterstattung zu CSR-Maßnahmen, Nachweis des Engagements über die Beantragung von Labeln, Transparenz gegenüber Stakeholdern in Bezug auf die Herkunft, die Herstellung und die Zusammensetzung von Produkten usw.

Treten bei der Berücksichtigung von ESG-Aspekten im Geschäftsalltag Schwierigkeiten auf, stehen Werkzeuge zur Verfügung, die den Wandel erleichtern: Energiesparmaßnahmen: Hindernisse für Veränderungen in Unternehmen beseitigen.

Beispiele für CSR-Maßnahmen einer Bank

Die Banque Internationale à Luxembourg (BIL) verfolgt zahlreiche Initiativen, um ESG-Herausforderungen zu meistern. Dies gilt sowohl in Bezug auf die angebotenen Produkte und Dienstleistungen als auch für die operativen Prozesse und das Personalmanagement. Die Strategie für nachhaltige Entwicklung der Bank ruht auf vier Säulen: Unternehmensführung, Produkte und Dienstleistungen, Verantwortung als Arbeitgeber und Auswirkungen auf Gemeinschaften und die Umwelt.

Zu den Maßnahmen im Bereich Produkte und Dienstleistungen gehören ein umfangreiches Angebot von „grünen Darlehen“ und Hilfestellung bei der Beantragung von staatlichen Hilfen, die Kunden den Übergang hin zu mehr Energieeffizienz erleichtern sollen. Die BIL reduziert zudem ihren Energie- und Papierverbrauch über die Entwicklung digitaler Kommunikationsmittel und bietet ihren Kunden verantwortungsbewusste Investmentfonds an, von denen zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels sechs mit dem Label LuxFLAG ESG ausgezeichnet wurden.

Zur Steigerung des Wohlergehens ihrer Mitarbeitenden bietet die Bank mit der BIL Academy ein umfassendes Weiterbildungsprogramm an, und für individuelle Bedürfnisse stehen gesonderte Mittel und Beihilfen zur Verfügung (Ausbildung der Kinder, familiäre Ereignisse usw.). Die BIL verfügt über ein eigenes Fitnessstudio, fördert Inklusion und Vielfalt im Unternehmen – sie ist etwa Unterzeichnerin der luxemburgischen Diversitätscharta Charte de la diversité –, und sensibilisiert Mitarbeitende regelmäßig in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung, wie zum Beispiel über die Bereitstellung von Tools, mit denen der eigene CO2-Fußabdruck ermittelt werden kann.

Um die positive Wirkung auf Umwelt und Gemeinschaften zu stärken, wurde die Beleuchtung in den Geschäftsräumen auf LED umgestellt und Abfälle werden getrennt gesammelt und verwertet. Dafür erhielt sie im Übrigen das Label SuperDrecksKëscht. Darüber hinaus hat die BIL die Initiative zur Vermeidung von Einwegplastik „Zéro plastique à usage unique“ von IMS Luxembourg unterzeichnet, und sie bietet finanzielle Unterstützung für NGOs und lokale Vereine und Organisationen, die in den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Bildung usw. tätig sind.

Außerdem hat die BIL eine Corporate-Governance-Charta erstellt und ESG-Faktoren in ihre Risikomanagement-Richtlinien eingebunden. Das gesamte Geschäft der Bank fußt dabei auf den aufsichtsrechtlichen Transparenzanforderungen der Offenlegungsverordnung (SFDR), der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSDR) und der Taxonomieverordnung der Europäischen Union. Ferner hat sich die BIL mit der Unterzeichnung der Principles for Responsible Banking der United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) sowie der Prinzipien des UN Global Compact dazu verpflichtet, einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zu leisten.

Weitere Informationen zu den Maßnahmen der Bank im Bereich ESG finden sich auf der Website der BIL unter Sustainability.

Um wirklich etwas zu verändern, müssen Ansätze für einen nachhaltigen Wandel auf Zusammenarbeit setzen und für alle Beteiligten nachvollziehbar sein.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine erfolgreiche Integration von ESG-Aspekten in den Geschäftsalltag eines Unternehmens nicht nur von der Entschlossenheit seiner Führungskräfte abhängt, sondern auch vom Engagement der einzelnen Mitarbeitenden und Stakeholder. Um wirklich etwas zu verändern, müssen Ansätze für einen nachhaltigen Wandel auf Zusammenarbeit setzen und für alle Beteiligten nachvollziehbar sein.