Finanzielle Herausforderungen von Alleinerziehenden
In Luxemburg sind alleinerziehende im Hinblick auf ihre finanzielle Situation mit zwei Schwierigkeiten konfrontiert: einem im Durchschnitt geringeren Einkommen und einer höheren Steuerlast. Was können sie tun? Welche Hilfen können sie in Anspruch nehmen? myLIFE hat nähere Informationen für Sie.*
Viele Alleinerziehende haben Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, da sie ein geringeres Einkommen, bestimmte unvermeidbare Kosten (Miete, Energie usw.) und gegebenenfalls zusätzliche Ausgaben (Kinderbetreuung) haben. Umso mehr, als sie bei identischem jährlichem Bruttoeinkommen – je nach Einkommensniveau und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Inhalts – einem deutlich höheren durchschnittlichen Steuersatz unterliegen können als ein gemeinsam veranlagtes Paar.
Erhöhtes Armutsrisiko
Laut der neuesten Ausgabe des STATECBerichts über Arbeit und sozialen Zusammenhalt ist das Lebensniveau bei Haushalten, die aus nur einem Erwachsenen bestehen, niedriger. Diese machten rund 6,3 % der Bevölkerung aus und verfügten im Jahr 2024 über ein durchschnittliches Lebensniveau von 3.956 € pro Monat. Zum Vergleich: Bei verheirateten Paaren mit Kindern lag dieser Durchschnittsbetrag bei 4.712 €. Einelternfamilien bleiben zudem die Haushalte, die am stärksten von anhaltender Armut betroffen sind (über mehrere Jahre hinweg). Etwa ein Drittel von ihnen (31,6 %) befand sich zwischen 2023 und 2024 in dieser Situation, während dies bei anderen Haushalten mit Kindern nur in 8,7 % der Fälle zutraf. Unter diesen Bedingungen ist es wenig überraschend, dass das Armutsrisiko für diese Familien höher ist.
Alleinerziehende haben ein höheres Armutsrisiko.
Zusätzliche steuerliche Belastung Alleinerziehender
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Besteuerung. Denn Alleinerziehende werden anders besteuert als Ehepaare. Bei gleich hohem Einkommen müssen Personen der Steuerklasse 1a (Alleinerziehende, Verwitwete, bestimmte Personen über 64 Jahre) stärker besteuert als jene der Steuerklasse 2. Für Einelternfamilien bedeutet dies eine doppelte Belastung.
Diese Situation wurde zwar durch die Einführung eines mehrfach angepassten Steuergutschrift für Alleinerziehende etwas entschärft. Für das Steuerjahr 2024 beträgt diese Gutschrift 2.505 €, wenn das angepasste zu versteuernde Einkommen unter 60.000 € liegt. Sie liegt zwischen 2.505 € und 750 €, wenn das Jahreseinkommen des Steuerpflichtigen zwischen 60.000 € und 105.000 € liegt. Bei Einkommen über 105.000 € beträgt sie schließlich 750 €.
Gemäß der Steuergesetzgebung erhöht sich die Steuergutschrift für Alleinerziehende ab dem Steuerjahr 2025 auf 3.504 € pro Jahr, sofern das angepasste zu versteuernde Einkommen unter 60.000 € liegt. Sie wird dann schrittweise von 3.504 € auf 750 € reduziert, wenn das Jahreseinkommen des Steuerpflichtigen zwischen 60.000 € und 105.000 € liegt. Bei angepassten zu versteuernden Einkommen über 105.000 € beträgt sie schließlich 750 € pro Jahr.
Darüber hinaus wird sie um 50 % des Gesamtbetrags der Leistungen jeglicher Art gekürzt, die dem Kind zugutekommen, sofern diese den Jahresbetrag von 2.712 € (226 € monatlich) übersteigen. Zu diesen Leistungen gehören insbesondere Unterhaltszahlungen für das Kind, Kosten für Betreuung, Ausbildung und berufliche Bildung usw., mit Ausnahme der Familienleistungen.
Hilfen für Eltern und Kinder
Mit einem Kind im Haushalt zu leben, wirkt sich nicht nur auf die Ausgaben, sondern oft auch auf das Einkommensniveau aus, wenn sich Eltern dafür entscheiden, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Dessen ist sich der Gesetzgeber bewusst und ermöglicht es Eltern, bestimmte Hilfen in Anspruch zu nehmen.
Jeder Familie wird unter Voraussetzungen eine Geburtszulage gewährt, die in drei Teilbeträgen von jeweils 580,03 € ausgezahlt wird: vorgeburtliche Zulage, Geburtszulage und nachgeburtliche Zulage.
Das Kindergeld wird monatlich (Fixbetrag von 307,35 € gemäß Index) von der Zukunftskasse (Caisse pour l’avenir des enfants – CAE) bis zum 18. Geburtstag für Kinder bzw. unter bestimmten Bedingungen bis zum 25. Lebensjahr für Jugendliche, die eine weiterführende Schule, eine spezialisierte Ausbildung oder eine Lehre absolvieren. Der Betrag erhöht sich um 23,23 € für jedes Kind ab dem Monat, in dem es das 6. Lebensjahr vollendet, und um 57,99 € ab dem Monat, in dem es das 12. Lebensjahr erreicht.
Die jährlich gezahlte Schulanfangszulage soll Eltern helfen, die Kosten für die Schulausstattung des Kindes ab dem 6. Lebensjahr zu tragen (115 € für Kinder über 6 Jahren, 235 € ab 12 Jahren).
Mit den Gutscheinen für Kinderbetreuung wird die Betreuung von Kindern in einer Betreuungseinrichtung oder durch Tageseltern gefördert.
Förderung der Kinderbetreuung
Die Gutscheine für Kinderbetreuung zählen zu den staatlichen Beihilfen und dienen der Förderung der Betreuung von Kindern in einer Betreuungseinrichtung oder durch Tageseltern. Mit den Gutscheinen können ebenfalls künstlerische oder sportliche Aktivitäten finanziert werden. Dies ist eine willkommene Unterstützung für Haushalte, die nach einer Lösung für die Kinderbetreuung suchen oder ihren Kindern bestimmte Aktivitäten ermöglichen möchten.
Spartipps für den Alltag
Neben der Inanspruchnahme der verschiedenen Beihilfen können Familien ihre Kosten senken und so den finanziellen Druck mindern, der auf ihnen lastet. Wie das konkret aussieht? Indem sie einfache, aber wirksame Tricks und Kniffe zum Sparen nutzen. Dazu gehören auch Möglichkeiten, um durch Reduzierung der Energiekosten zu Hause Geld zu sparen: Energiesparlampen verwenden; einen Pullover anziehen, statt die Heizung aufzudrehen; beim Kauf von Haushaltsgeräten auf Energieeffizienz achten usw.
Auch die Ausgaben für kleine Kinder kann man gering halten. Die Geburt eines Babys bringt viele Veränderungen mit sich, auch finanzielle. Um das Budget zu schonen, kann man beispielsweise eine Geburtsliste erstellen, überflüssige Anschaffungen vermeiden oder auf gebrauchte Sachen und Selbstgemachtes zurückgreifen.
Schließlich ist es auch sinnvoll, bestimmte Ausgaben am Schulanfang genauer zu prüfen. Während einige Materialien ohnehin kostenlos sind, lässt sich noch mehr sparen, wenn man eine Bestandsaufnahme bereits vorhandener Schulmaterialien macht, notwendige Dinge in Großpackungen kauft oder die Bücherbörse besucht.
Auch wenn es kein Wundermittel gibt, um den finanziellen Druck auf Einelternfamilien zu verringern, werden in Luxemburg verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Alleinerziehende zu unterstützen, und einfache Schritte können helfen, bestimmte Ausgaben zu reduzieren. Wenn man sich umfassend informiert und bei seinen Ausgaben Disziplin walten lässt, kann dies einen großen Unterschied machen.
* Inhalt aus dem Französischen übersetzt mit dem AI-Tool BIL GPT
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