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Juni 12, 2021

Getrennte Konten – wie teilt man die Haushaltsausgaben auf?

  Gesammelt von myLIFE team me&myFAMILY Oktober 1, 2018 507

Es beginnt eine neue Etappe für Sie als Paar: Sie haben beschlossen zusammenzuleben. Da das gemeinsame Leben unter einem Dach zwangsläufig mit gemeinsamen Ausgaben verbunden ist, muss man sich neu arrangieren. Miete, Einkäufe, Versicherungen, gemeinsames Verreisen, die Schulkosten der (künftigen) Kinder… Wie geht man vor, ohne auf sein persönliches Bankkonto zu verzichten? Lassen Sie uns gemeinsam zwei fiktive Paare und ihre jeweilige Vorgehensweise in dieser Angelegenheit betrachten. Sie können sich gerne von dem Paar inspirieren lassen, das Ihnen am ähnlichsten ist.

Barbara und Guillaume „Zusammen, aber mit getrennten Konten“

Barbara und Guillaume haben beschlossen, ihre persönlichen Bankkonten zu behalten, ohne ein zusätzliches Gemeinschaftskonto zu eröffnen. Jeder verwaltet seine persönlichen Ausgaben für sich. Für sie ist das die beste Art und Weise, Streit in Verbindung mit Geld aus dem Wege zu gehen. Wen einer von beiden in diesem Monat 500 Gramm weiße Trüffel kaufen möchte, kann er das tun – sofern er dann noch die gemeinsamen Ausgaben bestreiten kann, die das Paar natürlich besprochen hat, bevor es diese Vereinbarung getroffen hat.

Für die gemeinsamen Ausgaben wie Miete, Strom- und Wasserrechnung oder das Trockenfutter für ihren Labrador Rookie haben Barbara und Guillaume eine Liste der monatlich wiederkehrenden Kosten erstellt. Da sie kein Gemeinschaftskonto haben, zahlt Guillaume direkt von seinem Konto die Miete, und Barbara trägt auf die gleiche Weise andere Kosten. Die gesamten Kosten sind perfekt durch zwei geteilt. Da sie praktisch das gleiche Gehalt haben, ist die Rechnung einfach.

Gelegentlich ist es gerechter, die Kosten nicht zu gleichen Teilen zu tragen.

Ihre Freunde Sandrine und Axel, die ebenfalls mit getrennten Konten arbeiten, tragen die gesamten Kosten hingegen nicht zu gleichen Teilen. Da Sandrine mehr verdient als Axel, zahlt sie 60% der gemeinsamen Kosten. Gelegentlich ist es gerechter, die Kosten nicht zu gleichen Teilen zu tragen.

Bei „unvorhergesehenen Kosten“ oder „Freizeitausgaben“, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise neue Bremsbeläge für das Auto oder ein Kinoabend, zahlt Guillaume in der Regel die Rechnung. Für ihren Anteil überweist Barbara ihm anschließend einen entsprechenden Betrag auf sein Konto.

Dank des Online-Banking ist es heute ein Kinderspiel, eine Überweisung von seinem Computer oder seinem Smartphone aus zu erledigen. Und um am Monatsende ihre Abrechnung zu machen, verwendet Barbara eine spezielle App. Die ist sehr praktisch und kann auch unter Freunden verwendet werden, um zu wissen, wer wem was schuldig ist.

Barbara und Guillaume planen ein Haus zu kaufen. Sie würden diese Art der Regelung gern beibehalten, stoßen aber bei dieser Art von gemeinsamer Investition an Grenzen. Da sie kein Gemeinschaftskonto haben, ist es schwierig, beim Sparen einen „gemeinsamen Topf“ aufzumachen. Jeder spart für sich, aber es ist nicht leicht, einen Überblick über dieses Kapital zu bekommen.

Vielleicht sollten sie sich eine Anregung bei Jérôme und Marie-France holen, über die wir nun sprechen wollen.

Jérôme und Marie-France: „Nicht all unsere Eier liegen im selben Korb“

Was die Liebe angeht, teilen wir … fast alles! Das ist die Einstellung von Jérôme und Marie-France, die zwar ihre eigenen Bankkonten behalten, aber auch ein Gemeinschaftskonto eröffnet haben, um die alltägliche Verwaltung der Finanzen ihres Haushalts zu vereinfachen. Für sie ist es ganz logisch, dass jeder seine eigenen Hobbies finanziert, zumal sie diese nicht teilen. Jérôme ist passionierter Gleitschirmflieger, während Marie-France nicht schwindelfrei ist und sich für Ölmalerei begeistert. Alle diese „persönlichen“ Ausgaben bestreitet jeder über sein eigenes Konto.

Die Raten werden vom Gemeinschaftskonto abgebucht, auf das die beiden per Online-Banking ihren jeweiligen Anteil einzahlen.

So stellt sich für sie nicht mehr die Frage, wie die gemeinsamen Kosten jeden Monat bezahlt werden. Die Raten für das Haus sowie beispielsweise auch die Internet-Rechnung oder Einkäufe werden vom Gemeinschaftskonto abgebucht, auf das die beiden per Online-Banking ihren jeweiligen Anteil einzahlen. Wie bei Barbara und Guillaume wurde dieses monatliche Budget vorab erstellt. Hierbei handelt es sich um identifizierbare und wiederkehrende Ausgaben, die sich somit umso leichter automatisieren lassen.

Jeder verfügt zudem über eine Karte, um von diesem Konto Geld abzuheben. So können sie einen Kinobesuch, ein gemeinsames Essen im Restaurant oder den Kauf einer Mikrowelle bezahlen, ohne sich weiter Gedanken machen zu müssen. Wenn diese Ausgaben im Budget nicht vorgesehen waren, muss nur jeder von beiden eine Überweisung von seinem persönlichen Konto auf das Gemeinschaftskonto vornehmen.

Da Jérôme 30% mehr verdient als seine Lebensgefährtin, aber möchte, dass es gerecht zugeht, beteiligt er sich in Höhe dieser Gehaltsdifferenz stärker an allen gemeinsamen Ausgaben, aber auch an den unvorhergesehenen oder mit Freizeitaktivitäten verbundenen Kosten.

Auch zum Sparen und für ihre Investitionen ist dies einfacher. Zu ihrem Gemeinschaftskonto gehört ein Sparkonto, auf das sie jeden Monat den Betrag einzahlen, den sie untereinander vereinbart haben.

Es besteht die Möglichkeit, die Finanzen des Haushalts mit getrennten Konten zu verwalten. Jeder übernimmt bestimmte Posten der Ausgaben. Ob gerecht verteilt oder nicht, entscheiden Sie selbst. Doch die Einrichtung eines Gemeinschaftskontos ist wahrscheinlich die einfachere Methode. Es hindert niemanden daran, sein persönliches Konto zu behalten, und ermöglicht zudem auf transparentere Weise, als Paar ein gemeinsames Sparguthaben zu bilden und gemeinsame Investitionen zu planen.