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Juli 11, 2020

Macht Sie Ihr Geld glücklich?

Und wenn Geld doch glücklich machen würde? Sofern man Geld zur Erfüllung seiner größten Wünsche verwendet und es als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck sieht, muss man diese Frage wohl mit „Ja“ beantworten. myLIFE hilft Ihnen dabei, Ihre Einstellung zu Geld besser einschätzen zu können, denn diese hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Sie mit Ihren finanziellen Entscheidungen glücklich werden oder nicht.

Eine bekannte Lebensweisheit besagt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wenngleich dieses Sprichwort im Grunde genommen weise ist, so halten es die meisten von uns doch für ein bisschen naiv. Aus diesem Grund ergänzt man es häufig und sagt: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es hilft ungemein.“ In unseren westlichen Gesellschaften müssen wir regelmäßig eine gewisse Menge Geld verdienen, um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen und die Sicherheit unseres Haushalts zu gewährleisten. Dabei handelt es sich um zwei wesentliche Elemente für unser Wohlbefinden.

Wenn wir jedoch über diese Selbstverständlichkeiten hinaus besser verstehen, welches Verhältnis wir zu Geld haben, und lernen, mit Geld umzugehen und es nach bestimmten Kriterien anzulegen, die wirklich unserer Persönlichkeit entsprechen, können wir unser persönliches Glück steigern. Die entscheidende Frage lautet also: Welches Verhältnis haben Sie zu Geld?

Wir haben eine Reihe von Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihr Verhältnis zu Geld besser einschätzen zu können. Schließlich soll das Thema Geld für Sie ein Grund zur Zufriedenheit und nicht zur Frustration sein. Zu Beginn haben wir einen einfachen Test für Sie. Er stammt aus dem Buch Happy Money des japanischen Autors Ken Honda.

Los geht’s! Melden Sie sich in Ihrem Online-Banking an, lassen Sie sich alle Kontobewegungen im Detail anzeigen und sehen Sie sich die Geldeingänge, Abbuchungen, Daueraufträge usw. genau an. Konzentrieren Sie sich nicht auf Ihren Saldo, sondern wirklich auf die Geldflüsse und deren Ursachen. Was empfinden Sie dabei? Löst das, was Sie sehen, bei Ihnen Zufriedenheit, Freude, Sorge, Wut oder gar Frustration aus? Kurz gesagt: Nutzen Sie Ihr Geld so, dass es Sie glücklich macht?

Wenn Sie sich Ihre Kontoauszüge ansehen und vor allem Frustration empfinden, sollten Sie Ihre Lebensgewohnheiten ernsthaft überdenken.

Frustration als Alarmsignal

Nehmen Sie Ihre Emotionen nicht auf die leichte Schulter, denn dieser Test ist gar nicht so abwegig, wie Sie vielleicht denken mögen. Er kann sogar ein erster Schritt zu der Erkenntnis sein, dass zwischen der Art und Weise, wie Sie Ihr Geld verwenden, und Ihren größten Wünschen eine Diskrepanz besteht. Wenn Sie sich Ihre Kontoauszüge ansehen und vor allem Frustration empfinden, sollten Sie Ihre Lebensgewohnheiten ernsthaft überdenken.

Denn schließlich sollte jedem möglich sein, eine Werkstattrechnung für das Auto oder eine Monatsrate zur Rückzahlung eines Immobilienkredits mit einem Lächeln oder zumindest mit einem gewissen innerlichen Abstand zu bezahlen. Wenn dies bei Ihnen nicht der Fall ist, sollten Sie jedoch nicht gleich denken, dass Sie nicht genug Geld haben. Idealerweise sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und sich fragen, ob das Auto wirklich Ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllt. Fragen Sie sich, ob das zu große und ständig renovierungsbedürftige Haus für Sie nicht eher eine Quelle für Ärgernisse als ein Grund zur Freude ist.

Unser Verhältnis zu Geld und unsere Vorlieben im Hinblick auf unseren Lebensstil beruhen zu großen Teilen auf sozialen Normen.

Sie glauben, dass sich diese Fragen nur Menschen stellen, die keine wirklichen Geldprobleme haben? Da irren Sie sich. Wenngleich wir uns dessen nicht immer bewusst sind, so beruhen unser Verhältnis zu Geld und unsere Vorlieben im Hinblick auf unseren Lebensstil doch zu großen Teilen auf sozialen Normen. Genau hierin liegt der Kern der Frage nach einem positiven Verhältnis zu Geld. Verfolgen Sie wirklich Ihre eigenen Wünsche oder jagen Sie eher einer gesellschaftlichen Norm nach?

Der Zusammenhang zwischen Geld, Reichtum und Glück ist ein Thema, das Wirtschaftswissenschaftler bereits seit Jahrzehnten ausgiebig untersuchen. So hat etwa der Vater der Wohlfahrtsökonomik, Richard Easterlin, schon 1974 ein Paradoxon beschrieben, das nach ihm benannt wurde: Easterlin hat gezeigt, dass das Glücksgefühl der Einwohner eines Landes zwar gemeinsam mit dessen BIP steigt, diese Korrelation jedoch nur bis zu einer bestimmten Schwelle besteht. Diese Schwelle wird mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse erreicht. Sobald die Grundbedürfnisse erfüllt sind, ist die Verbindung zwischen Reichtum und Glück nicht mehr selbstverständlich und kann sich mitunter sogar umkehren. Noch kurioser ist jedoch, dass ein höheres Einkommen nicht automatisch dazu führt, dass man glücklicher ist. Sogar das Gegenteil lässt sich beobachten.

Denn von entscheidender Bedeutung ist letztendlich das Zusammenspiel von individuellen Präferenzen und sozialen Normen.

Der richtige Stellenwert von Geld

Die soziale Norm, der Sie entsprechen möchten, verändert sich mit Ihren finanziellen Mitteln. Konkret heißt dies, dass steigende Einkünfte mit großer Wahrscheinlichkeit zu höheren materiellen Ansprüchen führen, die die Grundlage für die Beurteilung des eigenen Glücks bilden. Damit nähern sich Ihre Wünsche jenen der nächsthöheren sozialen Schicht an. Der Grund hierfür liegt darin, dass Sie sich künftig mit einer anderen gesellschaftlichen Gruppe vergleichen, die über den gleichen oder einen höheren Lebensstandard verfügt als Sie. Je nachdem, mit welcher Gesellschaftsgruppe Sie sich vergleichen, kann damit die Frustration trotz eines höheren Einkommens steigen.

So können Sie dank eines gestiegenen Einkommens zwar Ihr Wunschauto kaufen. Wenn Sie jedoch nun infolge Ihrer besseren finanziellen Situation in ein schickeres Stadtviertel ziehen, werden Sie feststellen, dass Ihr Nachbar ein größeres Auto als Sie gekauft hat. Obwohl sich Ihre materielle Situation objektiv verbessert hat, sind Sie deshalb vielleicht frustriert. Wenn Sie nicht aufpassen, können Sie so der Illusion verfallen, dass der Schlüssel zum Glück in noch mehr Geld liegt. Sie begeben sich dann in einen nie endenden Wettlauf nach immer mehr Reichtum, der am Ende nur zu mehr Frustration führt.

Was geschieht, wenn Sie weiter in diese Richtung streben? Sie werden mit der Art und Weise, wie Sie Ihre Finanzen verwalten, Unglück, Wut und Frustration verbinden. Ausgaben werden Sie nicht als notwendigen und positiven Beitrag zur Realisierung Ihres Lebensprojekts, sondern als Hindernis für die Akkumulierung von Reichtümern sehen, und Ihre Einkünfte werden Ihnen nie genügen. So werden Sie Geld immer mehr und mehr mit Unglück verbinden.

Sie werden nicht glücklicher, indem Sie mehr Geld verdienen, sondern indem Sie Ihre Einstellung zu Geld ändern.

Wenn Sie unseren Überlegungen bis hierhin folgen konnten, dürften Sie nun verstehen, dass Sie nicht glücklicher werden, indem Sie mehr Geld verdienen, sondern indem Sie Ihre Einstellung zu Geld ändern. Bei finanziellen Entscheidungen sollten Sie sich stets in Erinnerung rufen, dass Geld ein Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck ist.

Daher ist es für Sie immer nützlich, Abstand zu gewinnen und sich zu fragen, ob Ihre Einkünfte Ihnen ermöglichen, Ihre Wünsche zu erfüllen oder im Gegenteil ein Hindernis für Ihr Glück darstellen. Schließlich ist es von entscheidender Bedeutung, die Gefühle, die man mit Geld verbindet, erkennen zu können. Wenn negative Gedanken dominieren, werden darunter Ihre finanziellen Entscheidungen leiden. Und Sie laufen Gefahr, sozialen Normen nachzueifern, anstatt zu versuchen, Ihre eigenen Projekte und Wünsche gelassen und schrittweise in die Realität umzusetzen. Sie haben die Wahl!