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März 29, 2025

Mobilität: Luxemburg ist in Bewegung!

Luxemburg hat im europäischen Vergleich nicht nur fast die meisten Autos pro Einwohner, auf den Straßen des Großherzogtums sind vor allem rund um die Hauptstadt im Süden des Landes täglich zudem noch zehntausende weitere Fahrzeuge von Grenzgängern unterwegs. Um das zu Stoßzeiten völlig verstopfte Straßennetz zu entlasten, legt sich die Regierung deshalb mächtig ins Zeug. myLIFE stellt Ihnen eine kleine Bestandsaufnahme in Sachen Mobilitätund insbesondere im Hinblick auf die öffentlichen Verkehrsmittel vor.

Aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte im Norden des Landes ist das öffentliche Nahverkehrsnetz dort trotz zahlreicher Initiativen zur ständigen Verbesserung der Situation jenseits einiger Zugverbindungen und zahlreicher Buslinien nicht besonders gut ausgebaut. Wenn Sie eine Fahrt in bestimmte Kommunen dieser Region planen, empfehlen wir Ihnen eine gründliche Vorbereitung, da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht rund um die Uhr fahren, eine geringe Taktung aufweisen und zudem nicht alle Orte angebunden sind.

Der Süden des Landes und vor allem die Hauptstadt sind wesentlich dichter besiedelt und profitieren nicht nur von einem größeren Angebot bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch von zahlreichen anderen Verbesserungen im Bereich der Mobilität. Bevor wir einige davon vorstellen, wollen wir diesen Artikel mit der Erinnerung an eine der wichtigsten Maßnahmen Luxemburgs beginnen, die seinerzeit für Schlagzeilen in der internationalen Presse sorgte.

Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind im Land seit 1. März 2020 kostenlos.

Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel

Auf dem gesamten Staatsgebiet sind seit dem 1. März 2020 alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos. Damit ist Luxemburg das erste europäische Land, das diesen sozialen und ökologischen Schritt geht, der sowohl Busse und Straßenbahnen als auch Züge betrifft.

Gut zu wissen: Die erste Klasse in luxemburgischen Zügen bleibt kostenpflichtig, ebenso wie der Grenzverkehr, für den immer noch der Fahrpreis im jeweiligen ausländischen Land zu entrichten ist. Nach der Grenzüberquerung ist die Weiterfahrt im Innland kostenlos.

Mitfahrgelegenheiten und Carsharing-Lösung

Für Fahrten innerhalb des Landes oder wenn Sie außerhalb der luxemburgischen Grenzen etwas Luft schnappen möchten, sind Fahrgemeinschaften im Aufwind. In Luxemburg hat sich die luxemburgische Mitfahrplattform 2019 der Klaxit-App angeschlossen, bevor sie seit Ende 2024 Teil der BlablaCar Daily-Community ist. Ähnlich wie bei bereits existierenden Apps ermöglicht Ihnendiese App, den Kontakt zu anderen Fahrern mit demselben Reiseziel herzustellen und freie Plätze im eigenen Auto anderen anzubieten. Davon profitieren alle: Der Fahrer erhält eine Kostenbeteiligung, alle Beteiligten kommen relativ günstig von A nach B und auch der Umwelt kommt dies zugute.

Neben dem günstigen Preis liegt der Vorteil dieser Lösung darin, dass in einem Fahrzeug mehrere Personen mit demselben Ziel sitzen und so die bereits sehr vollen grenznahen Verkehrsachsen entlastet werden. Denn die zahlreichen Grenzgänger, die jeden Tag von Frankreich, Belgien und Deutschland nach Luxemburg fahren, sitzen häufig allein im Auto.

CFL bietet auch Flex an, eine landesweite Carsharing-Lösung. Das Prinzip ist einfach: Einmal registriert, buchen Sie über die App Ihr Auto für jeden Anlass an einer der 46 Stationen in Luxemburg. Sie zahlen nur während des Buchungszeitraums des Autos sowie pro gefahrenem Kilometer.

vel’OH

Wie in einigen anderen europäischen Hauptstädten, darunter Paris, Berlin oder London, bietet auch Luxemburg-Stadt einen Fahrradleihdienst an. Das Fahrrad ist ein angenehmes, ökologisches und gesundheitsförderndes Fortbewegungsmittel und damit ideal, um zur Arbeit zu fahren oder in der Freizeit eine Runde zu drehen. Dank der mehr als 100 Leihstationen können Sie die Hauptstadt sowie ihre angrenzenden Gemeinden erkunden.

Das Ausleihen ist kinderleicht. Es gibt verschiedene Angebote, je nachdem, ob Sie die Räder täglich (Abonnement) oder gelegentlich (ohne Abonnement) nutzen möchten, und für Unternehmen gibt es sogar einen besonderen Business-Tarif.

Jedes Fahrrad ist mit einem elektrischen Hilfsantrieb ausgestattet, der für Distanzen von 30 bis 40 Kilometern Unterstützung bietet.

Jedes Fahrrad ist mit einem elektrischen Hilfsantrieb ausgestattet, der für Distanzen von 30 bis 40 Kilometern Unterstützung bietet. Perfekt, wenn einem mal die Puste ausgehen sollte oder eine Steigung zu bewältigen ist. Die Fahrräder sind darüber hinaus komfortabler, leichter und verfügen über drei Gänge sowie natürlich über einen höhenverstellbaren Sattel.

Sämtliche Informationen zu diesem Angebot finden Sie auf der Website der Stadt. Darüber hinaus können Sie für Ihr Smartphone eine App herunterladen, mit der Sie Stationen finden, die Verfügbarkeit von Fahrrädern überprüfen und Fahrräder ausleihen können. Wir möchten zudem darauf hinweisen, dass andere Städte ähnliche Angebote haben. Vël’Ok deckt z.B. die wichtigsten Orte im Süden des Landes ab.

Die Standseilbahn

In Luxembourg gibt es zwar noch keine Skipisten, doch am 10. Dezember 2017 hat in der Hauptstadt eine Standseilbahn den Betrieb aufgenommen. Vom Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg können Sie direkt das Kirchberg-Plateau erreichen. Die zweigleisige Strecke ist 200 Meter lang und überbrückt den Höhenunterschied von 38 Metern in nur einer Minute. Für Fahrten in dieses stark frequentierte Viertel der Hauptstadt bedeutet dies einen erheblichen Zeitgewinn. Schätzungen gehen davon aus, dass die Standseilbahn an Wochentagen täglich 7.000 Menschen nutzen.

An der Bergstation kann man zudem an der Haltstelle Rout Bréck – Pafendall direkt in die Straßenbahn umsteigen.

Die Straßenbahn

Seit einigen Jahren gibt es in Luxemburg wieder eine Straßenbahn. Ja, Sie haben richtig gelesen: wieder. Denn falls Sie es noch nicht wussten, das ist kein wirkliches Novum. Zwischen 1875 und 1964 gab es im Großherzogtum bereits Straßenbahnlinien, die jedoch von Bussen und dem sich immer mehr verbreitenden Automobil abgelöst wurden. Das Schienennetz betrug damals 30 Kilometer.

Seit dem 10. Dezember 2017 gehört die Straßenbahn nun wieder zum Stadtbild. Sie verbindet täglich den Flughafen Luxemburg mit dem Nationalstadion und bedient auf ihrer Strecke insgesamt 24 Stationen.. Die Straßenbahn fährt unter anderem an der Nationalbibliothek, dem Mudam, dem Stadtzentrum, dem Bahnhof Luxemburg oder der Cloche d’Or vorbei.

Das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass dieses Transportmittel ein echter Erfolg ist. Im Durchschnitt fahren täglich 110.000 Passagiere damit. Das ist beeindruckend! Alle Informationen über die Straßenbahn finden Sie auf der Website der Betreibergesellschaft Luxtram.

Lassen Sie das tägliche Verkehrschaos auf den Straßen und die Parkplatzsuche in der Hauptstadt und ihrer Umgebung hinter sich. Denn mittlerweile gibt es in Luxemburg andere schnelle und effiziente Transportmittel. Sie sind praktischer, günstiger und umweltfreundlicher als das Auto. Es gibt also keinen Grund mehr, sie nicht für den Weg zur Arbeit oder in der Freizeit zu nutzen!