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Juli 17, 2024

Unabdingbare Familiengespräche – über Finanzen

  Gesammelt von myLIFE team myWEALTH Mai 30, 2023 1052

Über Geld zu sprechen, ist nicht einfach. Viele scheuen davor zurück, über das eigene Vermögen zu reden, und zweifellos kann sich Geld auf persönliche Beziehungen auswirken. Über wichtige Geldthemen zu schweigen, birgt allerdings Gefahren, von zerrütteten Beziehungen bis hin zu dem Risiko, dass das Vermögen in die falschen Hände fällt. Einige Gespräche über Geld sind es nicht nur wert, mit der Familie geführt zu werden; sie sind unerlässlich.

Wenn man nicht über Geld spricht, kann das gefährlich sein. Geld kann Familien über Generationen hinweg entzweien – insbesondere wenn es um große Summen geht. Von der zerstrittenen Familie Getty bis hin zu J. Howard Marshall II., dessen Heirat mit Playmate des Jahres Anna Nicole Smith im Alter von 89 Jahren Rechtsstreitigkeiten mit seinen Söhnen auslöste, die sich über zwei Jahrzehnte hinzogen: Erbschaftsstreitigkeiten führten in der Vergangenheit häufig zu Fehden und Leid. Die Hyatt-Erbin Liesel Pritzker reichte mit gerade einmal 18 Jahren eine Klage über 6 Milliarden US-Dollar gegen ihren Vater ein und behauptete, dass ihr Treuhandfonds geplündert worden sei.

Solche Streitigkeiten treiben unweigerlich einen Keil in die Familie und sind in der Regel kostspielig. Bestimmt wollen Sie nicht, dass Ihr hart erarbeitetes Familienvermögen durch Anwaltskosten aufgezehrt wird oder Ihre Verwandten erbitterte Streitigkeiten über die Aufteilung Ihres Vermögens führen. Wenn Sie Ihre Wünsche nicht von vornherein klar kommunizieren und es später zu Streitigkeiten kommt, besteht das Risiko, dass Ihr Nachlass nicht wie von Ihnen gewünscht aufgeteilt wird.

Ventil für lange gehegten Groll

Geld ist oft der Auslöser dafür, dass sich lang gehegter Groll innerhalb einer Familie Luft macht – zwischen zerstrittenen Geschwistern oder angeheirateten Verwandten. Die Streitigkeiten sind oft die Folge von Spannungen, die bereits seit langer Zeit bestehen. Allerdings machen bestimmte Bedingungen Konflikte wahrscheinlicher: wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Begünstigten, schädliche Einflüsse von außen, ungleiche Verteilung des Nachlasses und schlechte Kommunikation.

Gespräche über Geld sind nicht nur eine Möglichkeit, Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Sie stellen auch eine Gelegenheit dar, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.

Doch Gespräche über Geld sind nicht nur eine Möglichkeit, Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Sie stellen auch eine Gelegenheit dar, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Solche Gespräche können künftigen Generationen dabei helfen, finanzielle Fettnäpfchen zu vermeiden. Es kann hilfreich sein, Familienmitgliedern zu erklären, wie Sie Ihr Vermögen aufgebaut haben und worauf Sie dafür verzichten mussten. Auch können Sie ihnen vermitteln, dass Vermögen Verantwortung bedeutet.

Zudem erhalten Sie die Möglichkeit, die Gründe für Ihre Entscheidungen zu erläutern. Außerdem haben Sie die Gelegenheit, Ihren Standpunkt zur Aufteilung Ihres Vermögens noch zu Lebzeiten darzulegen. Solche Gespräche sind zwar womöglich nicht einfach, können aber auf lange Sicht viel Kummer und Leid ersparen.

Offenheit und Klarstellung

Selbst wenn es durchaus seinen Reiz haben kann, sich das Gesicht eines ungeliebten Verwandten vorzustellen, der erfährt, dass er enterbt wurde, ist es für Ihre Familie in der Regel am besten, wenn alle Beteiligten im Voraus wissen, wer was erben wird. Dies ermöglicht es, Streitigkeiten beizulegen, und erleichtert die Planung. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Kinder unterschiedlich viel erben sollen, eine komplexe Familienstruktur besteht oder zu Lebzeiten Zahlungen geleistet wurden, die zu berücksichtigen sind.

Es ist besser, sich der Herausforderung zu stellen und Ihre Vorstellungen zu erläutern, als Ihre Familie über Ihren letzten Willen im Unklaren zu lassen.

Es ist normal und verständlich, Vorbehalte zu haben, wenn es darum geht, über seinen Nachlass zu sprechen. Werden enge Familienmitglieder Sie anders behandeln, wenn Sie wissen, dass sie von Ihrem Tod profitieren werden? Werden Sie mit unangenehmen Fragen konfrontiert werden? Wie dem auch sei. Es ist besser, sich der Herausforderung zu stellen und Ihre Vorstellungen zu erläutern, als Ihre Familie über Ihren letzten Willen im Unklaren zu lassen. So können sie alle Fragen beantworten und Ihre Entscheidungen erklären.

Ihre Angehörigen sollten wissen, wer als Treuhänder oder Testamentsvollstrecker eingesetzt wird oder als Bevollmächtigter benannt ist. Viele wohlhabende Familien arbeiten mit mehreren Beratern zusammen, deren Zuständigkeiten schwer zu durchschauen sein können; andere haben ein Family Office. Wenn Ihre Angehörigen wissen, an wen sie sich wenden müssen, kann ihnen dies eine Menge Sorgen ersparen. Dann wird es ihnen wahrscheinlich auch leichter fallen, Ihre Entscheidungen zu akzeptieren. Indem Sie diese Personen im Voraus benennen, können Sie zudem sicherstellen, dass jeder weiß, wer Entscheidungen treffen wird, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre finanziellen und persönlichen Angelegenheiten zu regeln.

Pläne für den Lebensabend und das Lebensende

Sie sollten Ihre Familie über die Grundzüge Ihrer weiteren Lebenspläne informieren – falls Sie beispielsweise beabsichtigen, Ihr Eigenheim zu verkaufen und mit dem Geld eine Weltreise zu machen. Wenn Ihre Angehörigen wissen, dass sie keine große Erbschaft zu erwarten haben, werden sie sich vielleicht mehr um ihre Altersvorsorge kümmern oder der Rückzahlung ihrer Schulden größere Priorität einräumen. Dies gilt auch, falls Sie planen, einen Teil Ihres Vermögens zu Lebzeiten zu verschenken. Wenn Ihre Angehörigen wissen, mit welchem Betrag sie in etwa rechnen können, hilft ihnen dies bei ihren finanziellen Planungen.

Dazu gehört auch, dass Sie sich klar zu Ihren Wünschen für Ihr Lebensende äußern. Niemand beschäftigt sich gerne mit Planungen für den eigenen Tod. Wer denkt schon gerne darüber nach, was passiert, wenn er an Alzheimer erkrankt, arbeitsunfähig wird oder durch einen Schlaganfall gelähmt wird?

Sie sollten jedoch mit Ihren Angehörigen über die Versorgung am Lebensende sprechen. Welche Versorgung wünschen Sie sich und wie soll diese finanziert werden? Möchten Sie medizinisch behandelt werden, wenn Sie an einer unheilbaren Krankheit leiden? Es ist wichtig, Ihren Angehörigen diese Entscheidungen abzunehmen und sicherzustellen, dass sie Ihre Wünsche verstehen, damit Sie die Pflege und Behandlung erhalten, die Ihren Vorstellungen entspricht.

Umgang mit persönlichen Besitztümern

Die Aufteilung des persönlichen Besitzes kann ebenfalls ein Streitpunkt sein. Oft ist es nicht das vererbte oder verschenkte Geld, das die größten Meinungsverschiedenheiten hervorruft, sondern die Aufteilung von Gegenständen, die für die Familienmitglieder einen emotionalen Wert haben. Man sollte Gemälde, Möbel oder Schmuck nicht nur anhand ihres finanziellen Werts beurteilen, da sie für manche Verwandte mehr bedeuten könnten.

Die Gesetze in Luxemburg sehen Pflichterben vor, d.h. Personen, die einen rechtlichen Anspruch auf einen Teil des Nachlasses haben.

Auch hier ist es hilfreich, diese Fragen im Voraus zu klären, indem Sie Ihre Familienmitglieder bitten, Gegenstände auszuwählen, die ihnen am Herzen liegen. Wenn Sie einen größeren Teil Ihres Vermögens für einen wohltätigen Zweck spenden, sollten Sie dies Ihren Angehörigen mitteilen und ihnen erklären, warum Ihnen dies wichtig ist. Bitte beachten Sie, dass der Erblasser in Luxemburg nicht einfach tun kann, was er will. Das Gesetz sieht Pflichterben vor, d.h. Personen, die einen rechtlichen Anspruch auf einen Teil des Nachlasses haben.

Es ist entscheidend, das Gespräch offen zu halten und den Erben zu vermitteln, dass sie sich jederzeit an Sie wenden können, falls sie Fragen haben oder Streitigkeiten auftreten. Das erfordert zweifellos Mut und kann unter Umständen bedeuten, dass unbequeme Wahrheiten ausgesprochen werden. Doch Sie möchten sicherlich verhindern, dass Ihr hart erarbeitetes Vermögen zum Auslöser für eine langwierige Familienfehde wird. Miteinander zu sprechen, ist die beste Möglichkeit, Ihre Familie zusammenzubringen, statt sie auseinanderzureißen.