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Juni 25, 2022

Als Wohneigentümer Wurzeln schlagen oder als Mieter ungebunden bleiben?

  Gesammelt von myLIFE team myHOME März 11, 2022 18

Die Frage nach einem Haus- oder Wohnungskauf bringt weitreichende finanzielle Entscheidungen mit sich: Sind Sie bereit, ausreichend Eigenkapital anzusparen, ein Darlehen abzubezahlen und die langfristigen Instandhaltungskosten für eine Immobilie zu tragen? Doch es gibt auch emotionale Aspekte, die Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine eigene Immobilie nicht außer Acht lassen sollten. Wichtig ist dabei unter anderem, ob Sie gerne an einem Ort Wurzeln schlagen oder lieber ungebunden bleiben möchten.

Wohneigentum stellt in Europa die Norm dar: Rund zwei Drittel aller EU-Bürger sind Wohnungs- oder Hausbesitzer. Wohnimmobilien gelten als solide Anlage und sind für viele ein Lebensziel – sie stehen für persönliche Reife, Sicherheit und Erfolg. Aber ist ein Eigenheim immer die beste Lösung? Vielleicht sollten potenzielle Eigentümer sich vor einer Entscheidung stärker mit ihren individuellen Beweggründen befassen.

Ein wichtiger Grund, sich gegen den Immobilienkauf zu entscheiden oder diesen auf später zu verschieben, ist die persönliche Freiheit. Als Mieter sind Sie nicht an einen bestimmten Ort gebunden, Sie können jederzeit – oder jedenfalls relativ zeitnah – umziehen. Das erlaubt Ihnen, Karrierechancen zu ergreifen, wann und wo immer sich diese auftun. Sie können in eine andere Region ziehen oder sogar ins Ausland gehen, was sich als lebensverändernde Entscheidung erweisen kann. Diese Flexibilität ermöglicht es Ihnen, Ihre Karrierechancen zu verbessern und in Problemsituationen, wie z. B. beim Verlust Ihres Arbeitsplatzes, schneller zu reagieren.

Neues erkunden

Solange Sie zur Miete wohnen, können Sie außerdem unterschiedliche Gegenden erkunden und verschiedene Wohnsituationen ausprobieren. Stadt oder Vorort, Wohnung oder Haus, viel Platz im Garten oder eine schöne Aussicht vom Balkon? Sie haben die Wahl! Falls Sie irgendwann doch eine Immobilie kaufen möchten, haben Sie bereits Erfahrungen gesammelt und wissen, was Ihnen wichtig ist. So können Sie bessere Entscheidungen treffen.

Nicht zu kaufen oder den Kauf erst einmal zu verschieben, kann Ihnen zudem eine größere finanzielle Unabhängigkeit verschaffen. Wohnimmobilien binden große Mengen an Kapital, das Ihnen nicht ohne weiteres zur Verfügung steht. Der Kauf und Verkauf von Immobilien kostet Zeit – wenn Sie dringend Geld benötigen, ist das alles andere als praktisch. Darüber hinaus erfordert die Instandhaltung einiges an Mitteln. Ein undichtes Dach hat schon so manchen Hauseigentümer in eine finanzielle Notlage gebracht.

Wenn Sie sich gegen eine Wohnimmobilie entscheiden, steht Ihnen mehr Kapital für andere Projekte, Investitionen oder Leidenschaften zur Verfügung. Sie könnten zum Beispiel ein Unternehmen gründen oder eine eigene Kunst- oder Weinsammlung aufbauen. Solche Projekte können in finanzieller Hinsicht mindestens ebenso lohnenswert wie ein Eigenheim sein und bereiten Ihnen möglicherweise mehr Freude.

Frei von Sorgen

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, in sich selbst zu investieren? Dies könnte in Form einer beruflichen Weiterbildung oder einer Umschulung geschehen – oder, indem Sie Ihrer jetzigen Karriere eine neue Richtung geben. Wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie sich wesentlich leichter Zeit nehmen, um Veränderungen in Ihrem Leben anzugehen. Der Gewinn, den Sie möglicherweise daraus ziehen können, wird so gut wie nie berücksichtigt, wenn es um die Entscheidung zwischen Wohneigentum und Miete geht.

Für viele Mieter besteht der größte Vorteil ihrer Wohnsituation allerdings in der Freiheit, sich nicht selbst um eine Immobilie kümmern zu müssen. Ein Haus bringt eine Menge Verantwortung mit sich: Neben den laufenden Kosten müssen Sie auch für die Instandhaltung aufkommen, um seinen Wert zu bewahren. Solange die Immobilienpreise steigen und der Markt floriert, mag das leicht zu akzeptieren sein. Wenn aber die Preise sinken oder Sie eine schlechte Wahl getroffen haben, kann ein eigenes Haus schnell zur Belastung werden. Als Mieter rufen Sie bei einem Leck im Dach einfach Ihren Vermieter an, und das Problem hat sich (hoffentlich) erledigt. Als Hauseigentümer lasten Verantwortung und Kosten allein auf Ihren Schultern.

Argumente für den Immobilienkauf

In den letzten Jahren haben sich Menschen in vielen Ländern aus finanziellen Erwägungen für den Haus- oder Wohnungskauf entschieden. Wohnimmobilien haben sich über lange Zeit hinweg und insbesondere im florierenden Immobilienmarkt Luxemburgs als solide Anlage erwiesen. Die künftige Entwicklung der Immobilienpreise lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Die Frage lautet also: Was macht ein Eigenheim attraktiv, wenn man einmal von den finanziellen Aspekten absieht?

Viele Menschen verbinden mit einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus die Vorstellung, endlich Wurzeln zu schlagen. Ein Ort, an dem man sich niederlassen kann, umgeben von Menschen, mit denen man sich wohl fühlt – ein echtes Zuhause eben. Dieser Wunsch stellt für viele einen starken emotionalen Antrieb dar. Natürlich lässt sich ein solches Zuhause auch in einem gemieteten Haus oder einer Wohnung schaffen – es ist allerdings nicht ganz dasselbe.

Ein Ort, der Ihnen ganz und gar gehört, hat schon seinen Reiz: Sie können die Decke pink streichen, wenn Ihnen das gefällt, und niemand kann Ihnen in die Wahl Ihrer Tapete hineinreden. In manchen Mietwohnungen mag auch das möglich sein, meist sind der Gestaltungsfreiheit jedoch Grenzen gesetzt. Eine eigene Immobilie ist ein dauerhaftes Zuhause für Sie und Ihre Familie – hier können Sie Ihren Kindern beim Aufwachsen zuschauen.

Bleibender Wert

Ein eigenes Zuhause ist mehr als nur ein Ort zum Wohnen. Eine Immobilie ist und bleibt ein Vermögenswert, ganz gleich, ob ihr Marktpreis mit der Zeit steigt oder nicht. Das Leben als Mieter bringt hingegen neben Freiheit und Flexibilität auch Nachteile mit sich: Mit jeder Rückzahlung auf Ihr Hypothekendarlehen wächst der Nettoanteil der Immobilie, der Ihnen gehört. Monatliche Mietzahlungen sind hingegen nichts als regelmäßige Ausgaben – dieses Geld sehen Sie nie wieder.

Ein Eigenheim für Ihre Familie können Sie außerdem irgendwann an Ihre Kinder vererben und ihnen damit eine Immobilie bzw. deren gesamten oder teilweisen Wert hinterlassen. Ihre Kinder müssen natürlich wiederum selbst entscheiden, wie wichtig ihnen ihre Ungebundenheit ist. In jeden Fall kann ein Immobilienvermögen Ihren Kindern später wertvolle finanzielle Unterstützung auf dem Weg in ihr eigenes Leben bieten.

Welche Entscheidung die richtige ist, hängt ganz von Ihren Wünschen und Plänen für Ihre eigene Zukunft und die Ihrer Familie ab. Ein Eigenheim ist teuer und stellt eine große finanzielle Verpflichtung dar, die andere Entscheidungen in Ihrem Leben beeinflusst. Viele Menschen sind bereit, diesen Preis für die emotionale und finanzielle Sicherheit und Stabilität, die ein Eigenheim bieten kann, zu zahlen.

Ein Eigenheim bedeutet, dass Sie einige Freiheiten aufgeben müssen. Sie sind weniger mobil, binden Ihr Kapital langfristig und laden sich viel Verantwortung auf. Es ist deshalb nicht die richtige Wahl für jeden, besonders nicht im frühen Erwachsenenalter. Entscheiden Sie selbst, ob Sie Wurzeln schlagen oder lieber ungebunden bleiben möchten – vielleicht gibt es auch noch weitere Aspekte, die Ihnen wichtig sind. Denken Sie in jedem Fall daran, dass sich Ihre Prioritäten im Laufe der Zeit ändern können.

Ein Haus bringt eine Menge Verantwortung mit sich: Neben den laufenden Kosten müssen Sie auch für die Instandhaltung aufkommen, um seinen Wert zu bewahren.