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Dezember 6, 2022

Antiquitäten: eine ganz moderne Anlageform

In einer Zeit, in der viel Wert auf Recycling gelegt wird, übt die Anlage in gut erhaltenen Antiquitäten eine gewisse Faszination aus. Statt Ihr Geld für schicke neue Möbel, moderne Kunst oder modischen Schmuck auszugeben, können Sie in etwas investieren, das sich seit Generationen bewährt hat. Diese Anlageform passt perfekt zu einer modernen Lebenseinstellung.

Es gibt viele verschiedene Arten von Antiquitäten. Zu den wertvollsten zählen Kunstwerke und Möbel. Erst kürzlich fand eine Auktion bei Christie’s statt, bei der Einrichtungsgegenstände von François-Joseph Graf versteigert wurden, darunter ein Mitteltisch im Stil des französischen „Japonismus“ mit einem Richtpreis von 70.000 bis 100.000 GBP sowie Gemälde und antike Stühle im Wert von rund 50.000 GBP. Im unteren Preissegment können Sammler relativ günstig Vasen, Kerzenleuchter oder Lampen erstehen – manchmal kosten diese kaum mehr als fabrikneue Modelle.

Anleger erhoffen sich vielleicht, im letzten Winkel eines alten Trödelladens oder auf eBay einen kostbaren Schatz zu finden, doch Investitionen in Antiquitäten laufen selten so ab wie im Film. Es hat seinen Grund, warum diejenigen, die in ihrer Garage eine Vase im Wert von einer Million Euro finden, Schlagzeilen machen. Tatsächlich gibt es in diesem Bereich eine Menge Schwindler und Fälschungen. Anleger, die sich nicht nur an schönen Dingen erfreuen, sondern Geld verdienen möchten, müssen ihren Markt kennenlernen.

Argumente für eine Anlage

Antiquitäten sind Einzelstücke, und der Markt ist aufgrund der zahlreichen Händler, Auktionshäuser und Online-Plattformen stark zersplittert. Es ist schwierig, allgemeine Aussagen darüber zu treffen, wie stark der Wert des Gesamtmarktes gestiegen oder gefallen ist. Früher gab es einen im Auftrag des britischen Antique Collectors’ Club erstellten Antique Furniture Index, der jedoch 2017 nach 48 Jahren eingestellt wurde.

Gleichwohl spiegeln die Preise von Sammlerstücken das Wirtschaftswachstum wider, und viele Antiquitätenpreise sind in den letzten Jahren gestiegen. Der Markt für Objekte wie Möbelstücke ist im Allgemeinen stabiler als der für Münzen oder Keramik, der tendenziell im Einklang mit dem Konjunkturzyklus schwankt.

Auch die Corona-Pandemie hatte Auswirkungen. Die Menschen haben mehr Interesse an ihrem Wohnumfeld entwickelt, und das hat Anlagen in Antiquitäten begünstigt – vor allem über den Online-Markt.

Auch die Corona-Pandemie hatte Auswirkungen. Die Menschen haben mehr Interesse an ihrem Wohnumfeld entwickelt, und das hat Anlagen in Antiquitäten begünstigt – vor allem über den Online-Markt. Inzwischen sind Antiquitäten wieder in Mode. Vor Kurzem ging der sogenannte „Old Money“-Stil viral, bei dem die Eleganz alter reicher Familien nachgeahmt wird, und der Hashtag #oldmoneyaesthetic erzielte 83 Millionen Aufrufe auf TikTok. Dieser Stil ist eine Gegenreaktion auf den Minimalismus, der ihm vorausgegangen war, und wird, wie alle Modeerscheinungen, möglicherweise schon bald wieder vorbei sein. Bis dahin schürt er jedoch die Nachfrage nach bestimmten Arten von Antiquitäten.

Unabhängige Marktorganisationen

Antiquitäten sind nicht liquide; es gibt keinen festen Preis und keinen Käufer letzter Instanz. Daher ist es unter Umständen besser, sich auf Stücke zu konzentrieren, die Sie gern um sich haben und die Ihnen persönlich gefallen, anstatt über den aktuellen oder zukünftigen Verbrauchergeschmack zu spekulieren. Im oberen Marktsegment gibt es unabhängige Antiquitätenberater, die dabei helfen können, Objekte zu finden, mit denen sich im Laufe der Zeit höchstwahrscheinlich Geld verdienen lässt. Es gibt allerdings keine verlässliche Möglichkeit, ihre Qualifikation zu überprüfen, d. h. Sie müssen dennoch umsichtig vorgehen.

In Großbritannien, auf das etwa die Hälfte des europäischen Antiquitätenmarkts entfällt, gibt es eine Reihe unabhängiger Organisationen, darunter die British Antique Dealers Association. Zur Confédération Internationale des Négociants en Œuvres d’Art in Europa gehören 30 Mitgliedsverbände, die 20 Länder und 5.000 weltweit führende Händler vertreten. Diese funktionieren auf einer gemeinschaftlichen Grundlage: Mitglieder werden nur auf Empfehlung anderer Mitglieder aufgenommen, und es werden Berichte anderer, in diesem Bereich tätiger Akteure gesammelt. Auf diese Weise wird nach Möglichkeit sichergestellt, dass die Mitglieder seriös und zuverlässig sind.

Antiquitäten bringen weder Kapitalerträge noch Dividenden ein, und es besteht immer die Gefahr, dass sie beschädigt oder zerstört werden.

Es ist jedoch nicht leicht, als Neuling auf diesem Markt Geld zu verdienen. Die besten Händler haben ihr Wissen im Laufe ihres gesamten Lebens zusammengetragen. Antiquitäten bringen weder Kapitalerträge noch Dividenden ein, und es besteht immer die Gefahr, dass sie beschädigt oder zerstört werden.

Ein vielfältiger Markt

Der Antiquitätenmarkt ist vielfältig. Wenn Sie sich im Alleingang darin ausprobieren möchten, sollten Sie sich am besten auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren und sich fundiertes Wissen darüber aneignen. Welches Gebiet das ist, richtet sich nach praktischen Erwägungen sowie Ihren finanziellen Möglichkeiten. Für ein „pflegeintensives“ Stück ist das richtige Zuhause wichtig. Wenn Sie in Antiquitätenmöbel investieren möchten, sollte Ihnen deren Optik und Ausstrahlung in Ihrem Heim gefallen. Bei Anhängern eines schlichten, modernen Einrichtungsstils könnten Antiquitäten fehl am Platz sein.

Der Zustand einer Antiquität hat enormen Einfluss auf ihren Wert. Kratzer und Scharten können sehr teuer werden. Sie müssen sich also bei jedem Objekt Gedanken machen, wie Sie es vor möglichen Schäden bewahren. Wenn dies nicht zu Ihrem Wohnumfeld oder Ihrem Lebensstil passt, sollten Sie transportablere Gegenstände in Betracht ziehen. Armbanduhren beispielsweise erfordern keine aufwändige Lagerung und können einfach von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Auch andere Uhren und Schmuck können wertvoll sein und lassen sich einfacher lagern als große Vasen, Gemälde oder Möbel.

Sie sollten auch über eine Versicherung nachdenken. Diebe haben es zwar eher auf iPads abgesehen, doch auch Schmuck und Armbanduhren können bei einem Einbruch in ihr Visier geraten. Die Kosten der Versicherungsprämien sollten von Anfang an einkalkuliert werden. Hinzu kommen die Kauf- und Verkaufskosten. Antiquitätenhändler erhalten einen Anteil des Preises, ebenso wie Berater oder Auktionshäuser. Der Kauf im Internet ist preiswerter, bietet aber weniger Echtheitsgarantien und ist mit höheren Risiken verbunden.

Die Modernisierung des Antiquitätenmarktes geht langsam vonstatten. Interessierte Anleger sollten daher beim Kauf und Verkauf auf der Hut sein. Finden Sie einen vertrauenswürdigen Händler oder ein renommiertes Auktionshaus, um ihr Heim mit schönen Gegenständen zu füllen, an denen Sie am Ende möglicherweise noch verdienen. Außerdem können Sie so sicher sein, dass Sie in Sachen Recycling-Trend ganz auf der Höher der Zeit sind.

Antiquitäten sind nicht liquide; es gibt keinen festen Preis oder Käufer letzter Instanz. Daher ist es unter Umständen besser, sich auf Stücke zu konzentrieren, die Sie gern um sich haben und die Ihnen persönlich gefallen.