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Juni 12, 2021

Autokauf: Leasing oder doch besser Kredit?

Zwei Finanzierungsoptionen mit deutlichen Unterschieden

Der Autokredit hat sich zu einem gängigen Finanzierungsmodus beim Fahrzeugkauf entwickelt. Und zwar aus gutem Grund: Die Kreditkonditionen sind seit mehreren Jahren besonders attraktiv. Eine alternative Finanzierungsmethode zum Autokredit ist das Privatleasing. Beide Alternativen haben ihre Vorzüge und eben auch spezifische Spielregeln.

Kredit oder Leasing? – Die Antwort auf diese Frage hängt von der persönlichen Lage und dem jeweiligen Verhältnis zum Auto ab; besitzen oder mieten ist dabei entscheidend. Ist man Eigentümer des Fahrzeugs, kann man dieses ohne Einschränkungen so oft und so lange nutzen, wie man will, es jederzeit verkaufen sowie den beim Verkauf erzielten Betrag nach Belieben verwenden. Darüber hinaus sind Autokredite attraktiv. Sie bieten in der Regel mehr Flexibilität im Hinblick auf den Rückzahlungszeitraum und garantieren feste, monatliche Raten. Die Zinsen sind derzeit besonders niedrig. Und Kreditzinsen sind steuerlich absetzbar.

Nun auch für Privatkunden

Während Unternehmen bereits seit vielen Jahren auf Finanzierungsleasing und operatives Leasing setzen, herrscht bei vielen Privatpersonen im Hinblick auf diese Lösungen nach wie vor eine gewisse Unsicherheit. Gründe dafür sind Eigenarten und Einschränkungen, über die man sich unbedingt im Klaren sein sollte, bevor man sich fürs Privatleasen und gegen einen klassischen Autokredit entscheidet.

Bei den meisten Privatleasing-Lösungen handelt es sich im Prinzip um ein sogenanntes „operatives Leasing“ und nie um Finanzierungsleasing. Darüber hinaus gelten die Angebote ausschließlich für in Luxemburg ansässige Personen.

Wer sich für ein Elektroauto entscheiden möchte, muss genau wissen, welches seine Bedürfnisse sind und was er von seinem Wagen erwartet.

Beim operativen Leasing handelt es sich gewissermaßen um einen All-Inclusive-Mietvertrag. Sie zahlen eine monatliche Rate und können im Gegenzug das gewählte Fahrzeug während eines bestimmten Zeitraums nutzen und eine festgelegte Anzahl von Kilometern zurücklegen. Die Miete umfasst nicht nur die Finanzierung des Fahrzeugs, sondern auch die Kosten für dessen Bereitstellung, Versicherungsprämien, Assistenzleistungen und die Fahrzeugwartung. Die Vertragslaufzeit ist je nach Angebot unterschiedlich, was mehr Flexibilität erlaubt. Bei den meisten Lösungen liegt die Zeitspanne zwischen 24 und 60 Monaten.

Die Höhe der monatlichen Rate hängt in erster Linie von der Abschreibung des Fahrzeugwerts ab, d.h. von der Differenz zwischen dem Kaufpreis des Fahrzeugs und dem Preis, zu dem die Leasinggesellschaft das Fahrzeug bei Vertragsende weiterverkaufen kann. Daneben wirken sich andere Faktoren auf die Rate aus, so etwa Laufzeit, Kilometerlimit und anfallende Zusatzleistungen. Ausschlaggebend ist natürlich der geschätzte Wiederverkaufswert des Fahrzeugs.

Was einem von Anfang an beim Leasing bewusst sein muss, ist, dass man weder Eigentümer ist noch es werden kann. Denn bei Privatleasingangeboten besteht nicht die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Vertragsende zu erwerben.

Vorteile und Nachteile

Wer sich fürs Leasing entscheidet, muss sich in Sachen Auto um quasi nichts kümmern und profitiert von größtmöglichem Komfort. Diese Finanzierungslösung erfolgt ohne Anzahlung, d. h. ohne Kapitalbindung. Man nutzt eine All-Inclusive-Dienstleistung gegen Zahlung einer monatlichen Rate und stets ein neues und hochwertigeres Fahrzeug; durch die Möglichkeit, es häufiger gegen stets aktuelle Modelle einzutauschen. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass all diese Vorteile einen Preis haben:

  • Das Fahrzeug gehört einem nicht und man kann es bei Vertragsende auch nicht erwerben.
  • Die Mietdauer und die Kilometerbegrenzung sind vertraglich festgelegt. Diese Parameter können zwar während der Vertragslaufzeit nachverhandelt werden, dies hat jedoch Auswirkungen auf die Höhe der monatlichen Rate.
  • Bei Überschreiten der Kilometergrenze fallen zusätzliche Kosten an.
  • Bei vorzeitiger Kündigung fallen Auflösungskosten an.
  • Man verpflichtet sich dazu, den Wagen nach bestem Wissen und Gewissen zu pflegen. Für etwaige Reparaturen (Kratzer, Beulen usw.) muss man bei Vertragsende selbst aufkommen. Es ist sinnvoll, aber man muss es wissen, wenn man unliebsame Überraschungen am Vertragsende vermeiden will.

Das alles deckt ein Leasing ab

All-Inclusive-Angebote umfassen in der Regel folgende Punkte:

  • die Bereitstellung und die Zulassung des Neuwagens;
  • eine festgelegte Anzahl an Kilometern, die pro Jahr zurückgelegt werden darf;
  • Inspektionen, Reifenwechsel- und -lagerung, Hauptuntersuchungen, bestimmte Reparaturen oder den Austausch defekter Teile;
  • Versicherungsprämien (mit einem sehr hohen Versicherungsschutz) und die jährliche Kraftfahrzeugsteuer;
  • Assistenzleistungen in Luxemburg und im Ausland.

Je nach Vertrag und Leasinganbieter sind zusätzlichen Dienstleistungen möglich:

  • eine Rückgabeversicherung, die Sonderschäden abdeckt;
  • die Fahrzeugannahme für Inspektionen und Reparaturen am Wohnort;
  • die Bereitstellung eines Ersatzfahrzeugs ohne zusätzliche Kosten, wenn ein Auto längere Zeit nicht funktionstüchtig ist;
  • Online-Vertragsabschluss und -betreuung.