Meine Finanzen, meine Projekte, mein Leben
Oktober 20, 2021

Die Kreditkarte: der praktische Begleiter

Kartenzahlungen sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken.

Gemäß Erhebungen der Europäischen Zentralbank sind Kartenzahlungen in Europa derzeit das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Die Zahlen sprechen für sich: Die Anzahl der Kartenzahlungen in der EU belief sich im vergangenen Jahr auf insgesamt rund 87 Milliarden bei einem Gesamtwert von etwa 3,5 Billionen Euro. Jeder Einwohner Luxemburgs tätigte laut Statista 283 Kartenzahlungen in einem Jahr.

Unter den Bankkarten unterscheidet sich die Kreditkarte in einem wesentlichen Punkt von der Debitkarte, bei der das Geld sofort vom Konto abgebucht wird. Die Abbuchung bei der Kreditkarte findet erst an einem bestimmten, späteren Termin statt. Daher der Name „Kredit“-Karte. Der Kartenaussteller gewährt dem Kunden in der Tat einen Kredit über einen bestimmten Zeitraum. Damit verfügt dieser über Barmittel, die natürlich irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Außerdem gilt für die Kredit- im Gegensatz zur Debitkarte ein Nutzungslimit.

Gut abgesichert

Mit der Kreditkarte sind konkrete Leistungen verbunden, die Kunden das Leben einfacher machen. Neben dem Schutz der Einkäufe können die mit Karten verbundenen Leistungen, etwa eine Reiseunfallversicherung, einen Rücktransport sowie Entschädigungen für Flugausfälle, verpasste Anschlüsse oder Gepäckverlust umfassen.

Je nach Status der Karte können Leistungen wie AirRefund, Smart Delay, den Zugang zur Flughafenlounges, LoungeKey, Mietwagenversicherungen und sogar die Übernahme medizinischer Behandlungen im Ausland in Anspruch genommen werden. Man sollte daher prüfen, welche Versicherungen die eigenen Karten bieten, um optimal geschützt zu sein und unnötige Kosten aufgrund einer Mehrfachabdeckung bei unterschiedlichen Anbietern zu vermeiden. Die Versicherungsgarantien sind an die Kartennutzung gebunden, während man als Inhaber einer Karte grundsätzlich Anspruch auf die Assistance-Leistungen hat.

Limits im Auge behalten

Besonders im Urlaub gönnen wir uns gerne mal ein paar zusätzliche Kleinigkeiten und geben daher häufig mehr Geld aus. Da wäre es doch schade, wenn man den letzten Ausflug nicht machen kann, weil das Kartenlimit ausgeschöpft ist. Vor Reisestart sollte man daher unbedingt die Limits überprüfen und diese gegebenenfalls für die Dauer der Reise (oder permanent) erhöhen. Während der Geschäftszeiten der Bank beantragte Limit-Änderungen gelten in der Regel sofort. Bei einer deutlichen Erhöhung kann die Bestätigung unter Umständen ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Ein Grund mehr, diese Frage noch vor der Abreise zu klären. Via die App der Bank können die verschiedenen Zahlungsoptionen der Karte übrigens jederzeit und mit sofortiger Wirkung aktiviert oder deaktiviert werden. So können Kunden Abhebungen, Zahlungen für Käufe im Internet oder Zahlungen außerhalb Europas mit nur einem Klick sperren.

283

2020: Jeder Einwohner Luxemburgs tätigte laut Statista 283 Kartenzahlungen.

Einige Bankinstitute in Luxemburg bieten auch die Möglichkeit, an bestimmten Bankautomaten jederzeit US-Dollar (USD), britische Pfund (GBP) oder Schweizer Franken (CHF) abzuheben. Bei exotischeren Währungen ist es in der Regel vorteilhafter, Bargeld im Urlaubsland und nicht vor der Abreise in Luxemburg umzutauschen. Wenn man dies dennoch tun möchte, sollte man diese Währungen mindestens eine Woche vor Urlaubsbeginn bestellen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Viele Touristen verreisen immer noch mit großen Summen an Bargeld. Ein Fehler, denn bei Auslandsreisen ist die Zahlung mit Karte vorteilhafter. Beim Bezahlen an einem Zahlungsterminal im Ausland ist allerdings vorsichtig geboten: Die Transaktion soll wenn möglich in der Landeswährung durchgeführt werden, um ungünstige Wechselkurse zu vermeiden.

Sie haben nicht genügend Euro dabei und möchten etwas Bargeld für Einkäufe oder einen Ausflug abheben? Ist man in der Eurozone unterwegs, kann mit der Debitkarte Geld abgehoben werden. Wer dennoch an einem Geldautomaten im Ausland mit einer Kreditkarte abheben möchte, muss beachten, dass dies Abhebung als Bargeldvorschuss gilt und Gebühren anfallen. Diese Gebühren können durchaus hoch sein, da zusätzlich zu einer fixen Gebühr ein gewisser Prozentsatz der durchgeführten Transaktion in Rechnung gestellt wird. Man sollte sich daher vor der Abreise über die im einzelnen Fall geltenden Bedingungen informieren.

Vor Reisestart sollte man unbedingt seine Kartenlimits überprüfen und diese gegebenenfalls anpassen.

Zudem muss man bedenken, dass in bestimmten Ländern, wie Spanien, Deutschland oder Griechenland, bei gewissen Geldautomaten zusätzliche Kosten pro Abhebung per Karte anfallen. Auf diese Kosten, die zusätzlich zu den Gebühren der Bank anfallen, wird jedoch zum Zeitpunkt der Transaktion hingewiesen.

Ausgaben im Blick – in Echtzeit

Im Urlaub geben wir uns gerne einer gewissen Sorglosigkeit und Gelassenheit hin. Doch wenn man sein Budget im Blick behält, können unangenehme Überraschungen vermieden werden. Im Online-Banking-Portal können Kunden sich den Kartensaldo einfach anzeigen lassen und erhalten einen klaren Überblick über vergangene und laufende Transaktionen. Sie sehen direkt den Euro-Wert der Ausgaben in der Fremdwährung oder können sich die Garantien für Hotel- oder Mietwagenreservierungen anzeigen lassen. Das ist äußerst praktisch, um über seine Ausgaben stets im Bilde zu bleiben und zu verhindern, dass das eigene Budget ausufert.

Diebstahl oder Verlust der Karte: Was zu tun ist

Auch im Urlaub kann es zum Diebstahl oder Verlust der Karte kommen. Manchmal reicht schon eine kleine Unachtsamkeit, und die wertvolle Karte ist weg. Nachfolgend, was dann zu tun ist:

    • Bei Verlust: Sofern die Bank diese Möglichkeit anbietet, können Kunden ihre Karte vorübergehend sperren. Wenn die Karte wieder auftaucht, kann sie entsperrt werden. Falls man die Karte nicht wiederfinden sollte, wird sie als verloren gemeldet. Der Kunde erhält dann automatisch eine neue Karte.
    • Bei Diebstahl: Die Karte dauerhaft sperren. Eine neue Karte wird so schnell wie möglich zum Kunden nach Hause geschickt.

Kunden können eine Karte grundsätzlich sieben Tagen die Woche rund um die Uhr direkt in ihrem Online-Banking-Bereich sperren. Hat man keinen Internetzugang, kann man die Karte bei SIX Payment Services unter der Telefonnummer +352 4910-10 sperren lassen.