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Februar 19, 2020

Ruhestand: Die richtige Einstellung zum Sparen

  Gesammelt von myLIFE team me&myFAMILY Februar 11, 2020 35

Es will Ihnen einfach nicht gelingen, Geld für den Ruhestand zurückzulegen, der Ihnen in weiter Ferne erscheint? Damit sich die Dinge endlich ändern, brauchen Sie die richtige Einstellung. Nachdem myLife Sie über die kognitiven Verzerrungen, die Sie am Sparen hindern, aufgeklärt hat, zeigen wir Ihnen, wie Sie praktisch automatisch und nahezu unbemerkt sparen können.

Wer ein Ziel tatsächlich erreichen will, muss klar erkennen können, was ihn bisher davon abhielt. Beim Thema Sparen müssen wir dafür zunächst unsere tagtägliche Finanzverwaltung ehrlich beurteilen. Wer sich eingesteht, eher zu den Grillen statt zu den Ameisen zu gehören, muss sich einfach eine gewisse Disziplin auferlegen und in Gedanken Schlösser anbringen, um nicht bei der geringsten Gelegenheit das Geld auszugeben, das eigentlich gespart werden sollte. Sie müssen übrigens keine Schuldgefühle haben – den meisten Menschen geht es so wie Ihnen.

Den Zugang zu den Ersparnissen einschränken

Natürlich möchten Sie, dass Ihr Erspartes wächst, damit Sie Ihren Ruhestand bestmöglich genießen und den Wegfall eines Teils Ihres Einkommens ausgleichen können. Zunächst einmal sollten Sie daher imaginäre Schlösser anbringen, um zu vermeiden, allzu leicht aus den für später angesparten Mitteln zu schöpfen. Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihr Geld in Vermögenswerte investieren, an die Sie kurzfristig nicht einfach herankommen. Damit schützen Sie sich vor der Versuchung, Geld auszugeben, ohne an die Zukunft zu denken. Manche Lebensversicherungsprodukte oder Altersvorsorgepläne bieten beispielsweise Steuervergünstigungen, die Sie vollständig zurückzahlen müssen, sofern Sie auf die schlechte Idee kommen, die vom Gesetzgeber festgelegten Haltefristen zu missachten.

Um Ihre künftigen Bedürfnisse besser verstehen zu können, müssen Sie sich Ihre Zukunft konkret vor Augen führen.

Sich in sein künftiges Ich hineinversetzen

Sich in die Zukunft hineinzudenken, ist ein abstraktes Unterfangen, da es schwierig ist, sich diese Zukunft und vor allem Ihre spätere Situation bildlich vorzustellen. Um Ihre künftigen Bedürfnisse besser verstehen zu können, müssen Sie sich Ihre Zukunft konkret vor Augen führen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass wir uns unsere Zukunft mit einem bewusst älter gestalteten Foto unserer selbst besser vorstellen können. Sie können dafür ein Bildbearbeitungsprogramm oder auch bestimmte Apps verwenden, um Sie auf einem Ihrer Fotos älter erscheinen zu lassen. Wenn Sie zeichnen können, können Sie auch direkt selbst Ihr eigenes älteres Porträt anfertigen.

Nehmen Sie sich anschließend die Zeit, Ihrem künftigen Ich einen Brief zu schreiben und stellen Sie sich dabei folgende Fragen:

  • Was müssen Sie in x Jahren erreicht haben?
  • Welche Situation(en) möchten Sie in x Jahren nicht erleben?
  • Was kann Ihr künftiges Ich tun, um sein Umfeld positiv zu beeinflussen?
  • Welchen Lebensstandard werden Sie genießen?
  • Wo werden Sie leben und wie werden Sie Ihre künftigen Projekte finanzieren?
  • Wie viel müssen Sie heute sparen, damit sich Ihre Wünsche erfüllen?

Diese Übung mag Ihnen auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen, zwingt Sie jedoch dazu, sich eine Zukunft konkret vorzustellen, die Sie andernfalls nur verschwommen wahrgenommen hätten und die Ihre gegenwärtigen Entscheidungen kaum beeinflusst hätte. Natürlich müssen Sie die Fragen möglichst präzise beantworten, um sich Ihre Zukunft möglichst klar vor Augen führen zu können.

Sparen als Standardsituation und Automatismus

Wenn man kognitive Verzerrungen erkennen und sein Verhalten entsprechend anpassen kann, sind sie nicht grundsätzlich schädlich. Da wir Menschen nur begrenzt aufnahmefähig sind, neigen wir dazu, existierende Standardoptionen beizubehalten. Der Grund dafür ist einfach: Aufgrund des verzerrt wahrgenommenen „Status quo“ möchten wir eine aktive Beschlussfassung und unsere Angst vor falschen Entscheidungen umgehen.

Dabei müssen Sie lediglich Ihren Bankberater aufzusuchen oder sich eine intelligente Finanz-App anzueignen, die regelmäßig Geld für Sie auf die Seite legt. Wir Menschen mögen den Status quo und ziehen es vor, einmal getroffene Entscheidungen beizubehalten. Daher ist es äußerst wahrscheinlich, dass Sie an der von Ihnen gewählten Standardoption lange Zeit festhalten werden. Schon die einmalige Einrichtung eines monatlichen Dauerauftrags auf Ihr Sparkonto hilft Ihnen, Ihr Erspartes dauerhaft zu mehren.

Das Zurücklegen kleinerer Beträge ab dem Einstieg ins Berufsleben kann für den Ruhestand bereits einen erheblichen Unterschied machen.

Klein anfangen

Man braucht keine hohen Einkünfte, um mit dem Sparen anzufangen. Das Zurücklegen kleinerer Beträge ab dem Einstieg ins Berufsleben kann für den Ruhestand bereits einen erheblichen Unterschied machen. Das gilt insbesondere im Investmentbereich, wo es sich empfiehlt, regelmäßig kleine Beträge anzulegen, statt einmalig eine hohe Summe.

Heute lassen sich solche Überweisung bei den meisten Banken, aber auch über mobile Finanz-Apps, automatisieren. So müssen Sie noch nicht einmal jeden Monat selbst daran denken. Natürlich können Sie auch den Sparbetrag erhöhen, wenn Sie eine Gehaltserhöhung bekommen oder unerwartet Geld erhalten.

Damit Sie nicht den Eindruck gewinnen, dass sich Ihre aktuelle Situation aufgrund des zurückgelegten Geldes verschlechtert, ist eine geeignete Taktik erforderlich.

Auf den richtigen Zeitpunkt achten

Unsere Risikoabneigung ist einer der wesentlichen Faktoren, der uns vom Sparen abhält. Diese Abneigung lässt uns äußerst empfindlich auf unmittelbare Verluste reagieren (schließlich verringert sich unser verfügbares Einkommen um den zurückgelegten Betrag). Dies gilt selbst dann, wenn der Betrag unseren künftigen Ersparnissen zugute kommt. Damit Sie nicht den Eindruck gewinnen, dass sich Ihre aktuelle Situation aufgrund des zurückgelegten Geldes verschlechtert, ist eine geeignete Taktik erforderlich. Es ist alles eine Frage des richtigen Zeitpunkts!

Ideal ist es, wenn Ihre automatischen Überweisungen unmittelbar nach Ihrem Gehaltseingang erfolgen. Auf diese Weise nehmen Sie die Veränderungen auf Ihrem Konto nach wie vor als Zuwachs wahr, und der zurückgelegte Betrag fällt weniger ins Gewicht.

Ebenso empfiehlt es sich, im Vorfeld eine Umbuchung auf Ihr Sparkonto zu organisieren, wenn Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Bonuszahlung oder ein 13. Monatsgehalt erwarten. Auf diese Weise denken Sie nicht einmal mehr daran, wenn Sie den Bonus erhalten, und konzentrieren sich vielmehr auf den tatsächlich verfügbaren Mehrbetrag auf Ihrem Girokonto.

Sie sind noch immer nicht überzeugt und möchten Ihr aktuelles Einkommen wirklich nicht anrühren? Wie wäre es, wenn Sie die nächste automatische Lohnindexierung zum Anlass nehmen, um mit dem Sparen zu beginnen? Die dadurch realisierte Nettoerhöhung ist nicht immer ausreichend hoch, um unseren Lebensstandard tatsächlich zu beeinflussen. Doch wenn man den von manchen als unerheblich erachteten Betrag jeden Monat zur Seite legt, kann man auf lange Sicht ein äußerst interessantes Kapital für spätere Projekte aufbauen.

Aufrunden

Verschiedene intelligente Finanz-Apps ermöglichen es Ihnen, mit Ihrer Kreditkarte getätigte Käufe auf den nächsthöheren Euro aufzurunden. Somit können Sie die zusätzlichen Cents jedes Mal in ein von Ihnen definiertes Anlageinstrument oder Sparkonto fließen lassen. Auf diese Weise sparen Sie, ohne es überhaupt zu merken.

Heute anfangen

Unser wichtigster Rat an Sie lautet wohl, gleich jetzt mit dem Sparen zu beginnen! Schieben Sie es nicht länger auf, weil Sie denken, Sie seien zum Sparen zu jung oder verfügten nicht über ausreichend Mittel. Das alles sind schlechte Ausreden, mit denen Sie auf morgen verschieben, was Sie heute schon besorgen könnten.

Säen Sie heute, was Sie morgen ernten möchten. Das gilt für Ihre Finanzen genauso wie für alle anderen Bereiche Ihres Lebens.

Fassen Sie ein für alle Mal den Entschluss, heute anzufangen. Wählen Sie die für Sie am besten geeignete Lösung und entscheiden Sie sich für eine Form der automatischen Abbuchung. Anschließend müssen Sie keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwenden. Ihr Geld wird ganz alleine arbeiten, damit Sie Ihre geplanten Projekte umsetzen und Ihren Ruhestand in vollen Zügen genießen können. Vergessen Sie nicht, sich Ihre Zukunft genau auszumalen, damit sie konkreter wird. Säen Sie heute, was Sie morgen ernten möchten. Das gilt für Ihre Finanzen genauso wie vor alle anderen Bereiche Ihres Lebens.