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August 18, 2022

Sprudeln bei Anlagen in Champagner die Erträge?

  Gesammelt von myLIFE team myWEALTH Januar 31, 2022 21

Wenn es etwas zu feiern gibt, wird traditionell gern mit Champagner angestoßen. Seitdem der Schaumwein unter dem französischen König Hugo Capet erstmals bei offiziellen Banketten im Königspalast serviert wurde, steht er für Status und Reichtum. Doch kann er auch eine gute Investition sein?

Champagner wurde durch Zufall entdeckt, als einige geschäftstüchtige Winzer in Nordfrankreich versuchten, dem Erfolg ihrer Berufskollegen in Burgund nachzueifern. Die Winter waren zu kalt und die Gärung kam zum Erliegen, aber als die Hefe im Frühjahr wieder aktiviert wurde, erzeugte sie sprudelnde Bläschen im Wein. Das war die Geburtsstunde des Champagners.

Mittlerweile ist die Champagne Heimat zahlreicher international anerkannter Marken. Die älteste von ihnen ist Dom Perignon, die nach einem Mönch benannt ist, von dem zahlreiche der heute von vielen Schaumweinkellereien angewendeten Methoden entwickelt wurden, gefolgt von bekannten Namen wie Pol Roger, Cristal, Taittinger und Bollinger.

Der Champagnermarkt

Der Markt wächst. In einer Umfrage aus dem Jahr 2021 prognostizierte Allied Market Research, dass der mit Champagner erzielte Umsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar (2018) bis 2026 auf 7,4 Milliarden US-Dollar ansteigen werde. Menschen, die Champagner trinken, gehören mehrheitlich zu den einkommensstärksten 10 % der Erwerbsbevölkerung. Er ist ein Statussymbol, das an Beliebtheit gewinnt, wenn der Wohlstand der Reichen weltweit wächst.

In Asien, wo der zunehmende Wohlstand und eine aufstrebende Mittelschicht die Nachfrage beleben, erfreut sich Champagner immer größerer Beliebtheit.

In Großbritannien und den USA, den zwei nach wie vor größten Exportmärkten, ist Champagner seit Langem angesagt. Er erfreut sich jedoch auch in Asien, wo der zunehmende Wohlstand und eine aufstrebende Mittelschicht die Nachfrage beleben, wachsender Beliebtheit. Die Exporte nach Hongkong sind 2019 um 14 % gestiegen, während die chinesischen Importe um 12 % und der Vertrieb nach Japan um 4 % zulegten.

Champagner konnte seine führende Stellung auf dem Schaumweinmarkt größtenteils behaupten und glänzt noch immer mit den stärksten Markennamen. Er muss jedoch zunehmend mit preiswerteren Alternativen konkurrieren. Prosecco aus Italien und Cava aus Spanien haben ihren Marktanteil ausgebaut, und sogar in Großbritannien entsteht eine aufstrebende Schaumweinbranche.

Dieser Trend hat einige Champagnerkellereien dazu bewogen, neue Wege zu gehen, um die Nachfrage zu sichern. Moët Hennessy USA beispielsweise hat Amazons digitaler Assistentin Alexa eine neue interaktive „Fähigkeit“ namens „Bottles and Bubbles“ verliehen, die Informationen und Tipps zu Champagner und dessen Kombinationsmöglichkeiten mit Speisen liefert.

Die Champagne zeichnet sich durch eine höhere Durchschnittsproduktion als alle anderen Qualitätsweinregionen in Frankreich aus, wodurch das Angebot relativ hoch bleibt. Üblicherweise hat jedoch die Nachfrage mit dem Produktionswachstum Schritt gehalten und ist im Laufe verschiedener Konjunkturphasen konstant geblieben.

Champagner als Anlagegegenstand

Während der vergangenen 16 Jahre war Champagner die Kategorie mit der zweitbesten Wertentwicklung im Liv-ex 1000 Index, der die Anlageperformance edler Weine misst. Er legte im Schnitt 8,9 % pro Jahr zu und kann somit auf eine kumulative Wertsteigerung von 291,5 % zurückblicken – nur Burgunderweine haben sich noch besser geschlagen.

In der Vergangenheit entwickelten sich die Preise für Champagner und Burgunder im Einklang, doch in jüngerer Zeit hat sich die Region Burgund einer dynamischen Wertentwicklung erfreut und einige ihrer Spitzenweingüter verzeichnen schneller steigende Preise.

Die Preise in der Champagne haben sich allerdings als weniger volatil erwiesen als die Preise in Anbauregionen edler Weine wie Burgund und Bordeaux. Während der weltweiten Finanzkrise belief sich der maximale Verlust bei Champagner auf lediglich 2,5 % gegenüber 15,0 % für Bordeaux. In der Regel fungiert Champagner mit stetigen Renditen und einer geringen Volatilität als defensives Element in Investmentportfolios.

In der Regel fungiert Champagner mit stetigen Renditen und einer geringen Volatilität als defensives Element in Investmentportfolios.

Auf der anderen Seite verläuft seine Wertentwicklung nicht immer sehr spannend – so gab es beispielsweise von Mitte 2013 bis Mitte 2016 einen längeren Zeitraum, in dem die Preise stagnierten. Die Champagnerpreise reagieren jedoch nicht so empfindlich auf die unterschiedliche Beurteilung von Jahrgängen wie beispielsweise die von Bordeauxweinen. Tendenziell steigen die Preise der bekanntesten Champagnermarken im Laufe der Zeit, und zwar unabhängig vom Jahrgang oder von Qualitätsschwankungen.

So können Sie investieren

Während die Champagnerpreise insgesamt stark gestiegen sind, gab es beträchtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Marken. Die Preise von Dom Perignon und Cristal haben sich deutlich erhöht, und die Preise für den weniger angesagten Bollinger sind im gleichen Zeitraum gesunken.

Im Regelfall wird Champagner nach der Herstellung schneller getrunken als Rotweine, sodass ältere Jahrgänge seltener und damit wertvoller sind. Entgegen der herkömmlichen Meinung sind sich die meisten Kenner einig, dass Champagner ebenso wie andere Weine mit dem Alter an Qualität gewinnen kann.

Wer investieren möchte, tut dies in der Regel über einen spezialisierten Weinhändler, der nicht nur die besten Jahrgänge kennt, sondern Anlegern auch dabei helfen kann, den Champagner bei den richtigen Temperaturen zu lagern. Zudem können Weinhändler eine Versicherung gegen Verlust oder Beschädigung abschließen.

Für Anleger besteht die Schwierigkeit häufig darin, einen seriösen Händler zu finden, der ihre Interessen vertritt. Es rentiert sich, sich erst einmal umzuhören oder der Region sogar einen Besuch abzustatten, um in Erfahrung zu bringen, wen die Winzer empfehlen. Sie sollten sich vor Anlagebetrug hüten.

Eine Investition in erstklassigen Champagner kann genauso lohnenswert sein wie die Anlage in anderen edlen Weinen. Der Markt hat sich auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen gut gehalten und die Verbrauchernachfrage erwies sich als bemerkenswert stabil. Und falls der Champagner als Anlage einmal nicht erfolgreich sein sollte, kann er immer noch als Aperitif serviert werden.