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Oktober 22, 2020

Was sind Rohstoffe?

  Gesammelt von myLIFE team myINVEST Januar 30, 2018 424

Den meisten ist das Wort „Rohstoff“ geläufig. So gibt es im Englischen die Redewendung „Zeit ist der beste Rohstoff“. Allerdings scheint manchmal nicht ganz klar zu sein, was Rohstoffe eigentlich sind und was sie für Anleger so einzigartig macht. In diesem Artikel werden wir näher erläutern, was Rohstoffe aus Anlegersicht bedeuten.

Rohstoffe sind die grundlegenden Bausteine der modernen Wirtschaft. Sie können in drei große Kategorien eingeteilt werden: Energie, Metalle und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Rohstoffe sind die grundlegenden Bausteine der modernen Wirtschaft. Sie können in drei große Kategorien eingeteilt werden: Energie, Metalle und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Ein zentrales Merkmal von Rohstoffen ist, dass sie eine im Wesentlichen einheitliche Qualität aufweisen. Beispielsweise sollte sich Öl von Total nicht von dem von BP produzierten Öl unterscheiden. Diese Einheitlichkeit wird als „Fungibilität“ bezeichnet. Wenn Rohstoffe an einer Börse gehandelt werden, müssen sie feste Mindeststandards (eine Mindestqualität oder „basis grade“) einhalten. Kakao, Kohle, Baumwolle und Kupfer könnten daher als Rohstoffe bezeichnet werden, Nike-Turnschuhe jedoch nicht, denn Verbraucher unterscheiden zwischen diesen Turnschuhen und jenen anderer Hersteller, d. h. es handelt sich um ein differenziertes Produkt.

Auf den modernen Rohstoffmärkten vereinbart der Landwirt oder Hersteller vertraglich, sein Produkt zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Termin in der Zukunft zu verkaufen. Dieser Vertrag, ein so genannter Futures- , dient als Absicherung gegen Preisschwankungen. Beispiel: Wenn ein Landwirt acht Monate im Voraus den Preis seiner Kakaobohnen festschreibt, erhält er auf jeden Fall diesen Preis, auch wenn bis dahin eine Rekordernte die Preise fallen lässt. Umgekehrt kann sich ein Süßwarenhersteller vor einem Preisanstieg bei Kakaobohnen schützen, indem er einen achtmonatigen Futures-Kontrakt für Kakaobohnen kauft.

Rohstoffe werden an Börsen gekauft und verkauft. Eine der berühmtesten ist die Chicago Mercantile Exchange. Auf diesen Märkten interagieren jedoch nicht nur Käufer und Verkäufer.

Oftmals erwerben Spekulanten, Händler und Anleger Futures-Kontrakte, um sie vor dem Liefertermin mit Gewinn weiterzuverkaufen. Damit agieren sie als Zwischenhändler zwischen den Rohstoffproduzenten und den Endverbrauchern und pumpen Liquidität ins System. Beispiel: Ein Händler kauft einen sechsmonatigen Kontrakt für Gerste. Wenn der Gerstenpreis in diesem Zeitraum steigt, kann er den Futures-Kontrakt mit Gewinn an einen Lebensmittelhersteller verkaufen. Fällt der Gerstenpreis, verkauft er die Gerste mit Verlust. Der Händler kauft und verkauft allerdings nur den Kontrakt, denn er hat keine Verwendung für Unmengen an Gerste!

Die Rohstoffmärkte sind bekanntlich volatil, d. h. die Preise können recht heftig schwanken. Aus diesem Grund gelten Rohstoff-Futures als hochriskante Anlagen. Andererseits können Rohstoffe eine wirksame Absicherung vor Inflation und globalen Krisen darstellen (z.B. wird Gold oft als „sicherer Hafen“ bezeichnet). Anleger können unmittelbar mit Rohstoffen spekulieren, indem sie Futures-Kontrakte kaufen. Die Anlage in Rohstofffonds wäre aber wohl eine sicherere Option. Große Vermögensverwalter haben oft Fonds im Angebot, die über ein diversifiziertes Portfolio aus Anlageinstrumenten mit Bezug zu Rohstoffen Rendite generieren sollen.