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April 14, 2021

Was uns Verbraucher von „der Rettung des Planeten“ abhält

Generell sind wir alle wegen Umweltschutzproblemen in Sorge und stimmen der Notwendigkeit zu, den Planeten zu retten. Dennoch verändern nur wenige von uns wirklich ihr Verhalten im Alltag, um einen Beitrag zu leisten. Warum ist das so? Der Grund ist nicht etwa mangelnder Gemeinsinn, sondern eine gewisse Trägheit, die von unseren Verhaltensgewohnheiten und einem falschen Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber einer globalen Herausforderung erzeugt wird.

Doch aufgepasst! Jeder hat die Macht, zum Wohle seines Geldbeutels und des Planeten zu handeln! myLIFE hilft Ihnen hiermit dabei und entschlüsselt für Sie die kognitiven Verzerrungen, die unsere Wahrnehmung von Umweltschutzproblemen trüben. Es geht darum, uns der Hürden bewusst zu werden, die uns an der Änderung unserer Gewohnheiten hindern, und als Verbraucher zu begreifen, dass wir aktiv zur „Rettung des Planeten“ beitragen können.

Die kleinen Gewohnheiten, die uns daran hindern, global zu denken

Wenn wir ehrlich sind, schlagen sich unsere guten Absichten leider nicht immer in umweltfreundlichen Verhaltensweisen nieder. Bedingt ist dies durch kognitive Verzerrungen bei der Entscheidungsfindung, die uns bisweilen die Motivation rauben, persönlich für die Lösung eines globalen Problems aktiv zu werden.

Durch diese kognitiven Dissonanzen handeln wir nicht immer so, wie es eigentlich unsere Absicht ist.

In der Verhaltensökonomik werden diese Ungereimtheiten zwischen Überzeugung und tatsächlicher Verhaltensweise des Einzelnen als kognitive Dissonanzen bezeichnet. Dieses Phänomen führt zu einer Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten, d. h. einer Kluft zwischen Überzeugung und konkreter Verhaltensweise. Aufgrund dessen handeln wir nicht immer so, wie es eigentlich unsere Absicht ist.

Dieses Phänomen betrifft nicht nur unseren Umgang mit dem Thema Erderwärmung – die Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten zeigt sich auch in vielen anderen Situationen, die Ihnen sicher bekannt vorkommen werden: Beispielsweise beschließen wir, mehr Geld zu sparen, und tun es dann trotzdem nicht. Oder wir fassen den Vorsatz, endlich täglich Sport zu treiben, und sitzen dann trotzdem abends faul auf dem Sofa. Beim Thema Umweltschutz drückt sich dies beispielsweise dadurch aus, dass wir ein nachhaltigeres Produkt kaufen möchten, wir vorerst aber dennoch bei unserer üblichen Marke bleiben. Oder es kann auch der Wille sein, kleine Dinge zum Wohle des Planeten zu ändern, auch wenn wir dann doch immer wieder vergessen, beim Verlassen eines Zimmers das Licht auszuschalten oder beim Zähneputzen den Wasserhahn zuzudrehen.

Unsere gewohnten Verhaltensweisen, über die wir nicht nachdenken, sind der Hauptgrund für diese Kluft. Gewohnte Verhaltensweisen mit unterschiedlichen Merkmalen, mit denen sich insbesondere die Dissonanz zwischen unserem Konsum und unserer Haltung beim Umweltschutzthema Erderwärmung erklären lässt.

  1. Die Folgen unseres Konsums sind häufig nur schwer unmittelbar zu erkennen. Es fällt uns schwer, die Auswirkungen unseres persönlichen Konsums auf größerer Ebene zu erkennen. Gerade ökologische Aspekte erscheinen uns abstrakt und schwer greifbar.
  2. Auch wenn wir uns der Wirkung des Faktors „nachhaltiger Konsum“ bewusst sind, können wir ihn für uns persönlich nicht als so dringlich einstufen. Der Mensch neigt eher dazu, in der Komfortzone des Status quo zu bleiben, als die Mühen des Wandels zu wagen. Denn Veränderung wird häufig als Ursache von Unsicherheit und somit von Stress wahrgenommen. Der Mensch hat häufig den Eindruck, durch die Änderung seiner Gewohnheiten mehr verlieren als gewinnen zu können.
  3. Das Verhalten wird durch die sozialen Normen unseres Umfelds beeinflusst. Wenn in unserem unmittelbaren Umfeld niemand Maßnahmen zur Änderung seiner Gewohnheiten ergreift, neigen auch wir dazu, beim Status quo zu bleiben, damit keine Kluft zwischen uns und der Gruppe entsteht.
  4. Die Entscheidung für Nachhaltigkeit und gegen den einfachen Weg der üblichen Konsumgewohnheiten erfordert eine kognitive Anstrengung, zu der viele von uns im Alltag nicht bereit sind.
  5. Wir sind Fatalisten, und die Schwarzmaler in unserem Umfeld bremsen den Wandel. Bei einem zu großen Teil der Diskussionen über gesellschaftliche Herausforderungen stehen die Gefahren für den Status quo im Vordergrund und nicht die Vorteile des Wandels. Immer mehr Studien belegen die geringe Wirkung negativer Argumentationen.

Anhand dieser Aspekte lässt sich erklären, warum wir Menschen imstande sind, ein Problem global zu verstehen und dessen Auswirkungen abzuschätzen (wie im Falle des Klimawandels), und uns gleichzeitig zu weigern, die Dringlichkeit unseres Handelns oder die Folgen für uns selbst anzuerkennen, wenn wir unsere Gewohnheiten nicht ändern.

Oder um es auf den Punkt zu bringen: Wir machen uns selbst etwas vor, wenn wir uns weigern, unsere Gewohnheiten zu ändern. Und wir tun dies mit einem umso weniger schlechten Gewissen, wenn wir mitansehen, dass sich sogar die Staatengemeinschaft schwertut, einen globalen Konsens über die zentralen Eckpfeiler für die Rettung des Planeten zu finden. Angesichts dessen haben wir uns an ein Gefühl der Machtlosigkeit gewöhnt, das zu den kognitiven Verzerrungen hinzukommt, die unsere persönlichen Entscheidungsprozesse in Umweltfragen buchstäblich trüben. Und wenn sich die Staatengemeinschaft schon nicht einigen kann und nicht mitzieht, wie sollen wir dann glauben, dass das Handeln des Einzelnen etwas an den Umweltproblemen ändert? Doch das ist zu kurz gedacht. Jeder von uns kann gegenwärtig etwas tun, um seinen Beitrag zur Rettung des Planeten zu leisten, indem er seine Konsumgewohnheiten ändert.

Zusammengenommen entfalten all die kleinen guten Taten, mit denen wir zu Hause oder bei anderen Dingen Sparsamkeit üben, auch eine positive Wirkung auf die Umwelt.

Jede gute Tat zählt

Wir sollten die kleinen guten Taten, die jeder von uns als Einzelner beitragen kann, nicht als Tropfen auf den heißen Stein betrachten. Im Gegenteil: Jede unserer Verhaltensänderungen ist ein wesentliches Glied der Kette von Maßnahmen, die sich am Ende positiv auf die Umwelt auswirken.

Die Milliarden von kleinen Entscheidungen, die wir Menschen rund um den Globus jeden Tag treffen, haben zusammengenommen eine erhebliche Wirkung, ganz gleich ob es sich nur um den Kauf von Lebensmitteln für die Familie, die Wahl des Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, das Beheizen der Wohnung oder den Wasserverbrauch beim Zähneputzen handelt. Zusammengenommen entfalten all die kleinen guten Taten, mit denen wir zu Hause oder bei anderen Dingen Sparsamkeit üben, auch eine positive Wirkung auf die Umwelt. Je mehr kleine gute Taten vollbracht werden und je mehr Menschen sich dazu entscheiden, desto stärker können wir die sozialen Normen verändern und eine spürbare Wirkung erzielen. Durch unsere Entscheidungen verändern wir nicht nur unsere eigene Situation, sondern beeinflussen auch die Menschen um uns herum.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage der Verbraucher nach gesunden und biologischen Lebensmitteln wurden beispielsweise Öko-Siegel geschaffen, konnte der lokale Direktverkauf wieder aufblühen und wurden die Preise erschwinglicher.

Seine Eier in Luxemburg heutzutage beim Landwirt in der Nachbarschaft zu kaufen, ist gut für den Körper, den Planeten und den eigenen Geldbeutel. Man kann hierbei wirklich nur gewinnen! Wir müssen es nur anpacken und die faulen Ausreden sein lassen, mit denen wir die Änderung unserer Gewohnheiten immer wieder aufschieben.

Welche Schlüsse können wir aus alledem ziehen? Auch wenn wir Verbraucher alleine die Herausforderung der Erderwärmung nicht bewältigen können, können wir durch unsere Entscheidungen dennoch dazu beitragen, dass sich ein nachhaltigeres, verantwortungsbewussteres Wirtschaftssystem durchsetzt. Dies gilt auch für unsere persönlichen Anlageentscheidungen, denn diese wirken sich auf das Finanzsystem aus. Wie das gehen soll? Ganz einfach, indem wir, wie schon beschrieben, begreifen, dass jeder einzelne Euro für die Rettung des Planeten wichtig ist.