Meine Finanzen, meine Projekte, mein Leben
Dezember 3, 2022

Wie sieht die Zukunft der Mobilität in Unternehmen aus?

  Gesammelt von myLIFE team myCOMPANY November 24, 2022 26

Zwischen 2020 und 2022 mussten viele Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten. Infolgedessen ging auch die Zahl der Geschäftsreisen stark zurück. Heute kehren die meisten wieder in die Büros zurück, und die Unternehmen suchen nach neuen Strategien, um die Mobilität ihrer Mitarbeiter effizient und nachhaltig zu gestalten. Das Thema gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Bei der Mobilität in Unternehmen geht es sowohl um die Fahrten der Mitarbeiter zwischen Wohnung und Arbeitsplatz als auch um ihre Geschäftsreisen. Unternehmen und insbesondere Führungskräfte betrachten dies heute als Schlüsselthema, bei dem zwei große Herausforderungen gemeistert werden müssen: die neuen Gewohnheiten der Mitarbeiter und die immer dringender werdende Notwendigkeit, etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen. myLIFE hat sich näher mit dem Thema beschäftigt und untersucht, welche Lösungen Unternehmen nutzen.

Das Auto bleibt beliebt

Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, bleibt festzuhalten: Für die meisten Pendler in Luxemburg ist das Auto weiterhin das Transportmittel der Wahl. Gemäß einer Studie von Eurostat ist Luxemburg übrigens das EU-Land mit den meisten Autos pro Einwohner: Auf 1.000 Einwohner kommen 681 Fahrzeuge. Diese Zahl liegt deutlich über der der Nachbarländer Belgien (511) und Frankreich (482). Nach Angaben von STATEC waren im Jahr 2021 in Luxemburg 433.183 Personenkraftwagen und Fahrzeuge mit gemischter Nutzung zugelassen.

Obwohl der öffentliche Nahverkehr kostenlos ist, setzen die Luxemburger selbst bei kurzen Strecken weiterhin hauptsächlich auf das Auto.

Gemäß dem Transport-Portal wurden 2017 69 % der Strecken (von Luxemburgern und Grenzgängern) mit dem Auto, 17 % mit dem öffentlichen Nahverkehr, 12 % zu Fuß und 2 % mit dem Fahrrad zurückgelegt. 54 % der Wege, die mit dem Auto gefahren wurden, waren kürzer als 5 Kilometer. Obwohl der öffentliche Nahverkehr kostenlos ist, setzen die Luxemburger (und auch die Grenzgänger) also selbst bei kurzen Strecken weiterhin hauptsächlich auf das Auto.

Da die Pandemie weitgehend vorüber ist und sich die Arbeitssituation allmählich normalisiert, ist es daher nicht verwunderlich, dass es auch im ganzen Land wieder zahlreiche Staus gibt. Im Jahr 2021 haben Autofahrer im Durchschnitt 118 Stunden im Stau verloren. Das ist weniger als vor der Pandemie; die Zahl dürfte in Zukunft jedoch weiter steigen. Was kann man dagegen tun? Diese Frage stellt sich umso dringlicher, da Autos deutlich umweltschädlicher sind als die oben genannten Alternativen und viele Arbeitnehmer nicht unter denselben Bedingungen wie vor der Pandemie ins Büro zurückkehren wollen.

Andere Erwartungen als vor der Pandemie

Die Pandemie hat die Bedingungen für berufliche Mobilität grundlegend verändert. Wegen der erzwungenen Telearbeit mussten viele Angestellte über Monate hinweg nicht mehr täglich zur Arbeit pendeln. Die Unternehmen mussten sich indes innerhalb kürzester Zeit mit dieser neuen Arbeitsform und den veränderten Gewohnheiten der Mitarbeiter auseinanderzusetzen. Die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, sodass die Fahrt zur Arbeit entfällt, ist für viele attraktiv und kann von Unternehmen sowohl zur Bindung bestehender als auch zur Gewinnung neuer Mitarbeiter genutzt werden. In den letzten zwei Jahren hat sich die Einstellung zur eigenen beruflichen Mobilität deutlich verändert. Telearbeit ist zur Selbstverständlichkeit geworden, und die Reduzierung von Fahrten gilt als legitimes Ziel.

Es geht also um drei Dinge: Optimierung des Mobilitätsmanagements, Stärkung der Motivation der Mitarbeiter und Dekarbonisierung des Transports.

Für Unternehmen hat es Priorität, auf diese Veränderungen im Mobilitätsverhalten angemessen zu reagieren und die Erwartungen der Mitarbeiter zu erfüllen. Die Mitarbeiter suchen nach Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Mobilität, wobei insbesondere die Transportmittel und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr im Vordergrund stehen. Es geht also um drei Dinge: Optimierung des Mobilitätsmanagements, Stärkung der Motivation der Mitarbeiter und Dekarbonisierung des Transports. Zur Erreichung dieser Ziele können Unternehmen den vom Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten angebotenen Service mConcept nutzen, um einen maßgeschneiderten Plan zu entwickeln.

Neue Arbeitsweisen etablieren

Um den neuen Gewohnheiten ihrer Mitarbeiter Rechnung zu tragen und sowohl den eigenen ökologischen Fußabdruck als auch den ihrer Angestellten zu verbessern, greifen Führungskräfte immer stärker auf Arbeitsweisen und Tools zurück, die in den Jahren der Pandemie an Popularität gewonnen haben: Telearbeit, Videokonferenzen usw.

Neben der Möglichkeit, ihren Mitarbeitern (mit gewissen Einschränkungen, insbesondere bedingt durch die Besteuerung von Grenzgängern) dauerhaft an einem oder mehreren Tagen pro Woche Telearbeit anzubieten, ziehen einige Arbeitgeber die Einrichtung von Satellitenbüros in den Grenzgebieten in Erwägung. Diese näher am Wohnort der Grenzgänger gelegenen Standorte führen zu kürzeren Pendelstrecken und ermöglichen eine entsprechende Zeitersparnis. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Dezentralisierung von Arbeitsplätzen. Diese Möglichkeit steht auch kleinen Unternehmen offen, wenn es ihnen gelingt, die Kosten durch Nutzung von Coworking-Konzepten mit anderen Firmen zu teilen.

Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte

Der Verkehrssektor ist für 61 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Einige Unternehmen stellen ihren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge um, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Um die Mitarbeiter zu ermutigen, ebenfalls auf Elektromobilität umzusteigen, stellen sie ihnen Ladestationen und E-Parkplätze zur Verfügung. Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil reiner Elektrofahrzeuge bis 2030 auf 49 % zu erhöhen. Da sich mehr als 20 % der in Luxemburg zugelassenen Fahrzeuge im Besitz von Unternehmen befinden, werden diese hierbei eine wichtige Rolle spielen.

Je mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden, desto weniger Autos fahren auf den Straßen.

Verkehrsentlastung durch Carsharing und Fahrgemeinschaften

Um zu verhindern, dass die Mitarbeiter viele Stunden im Stau verbringen müssen, und um die Nutzung von Privatfahrzeugen zu verringern, setzen die Unternehmen zudem auf Fahrgemeinschaften und Carsharing. Dazu bieten sie ihren Mitarbeitern Parkplätze für gemeinsam genutzte Fahrzeuge und einen Carsharing-Service an und ermutigen sie, Apps für Mitfahrgelegenheiten zu nutzen. Dies ermöglicht es, die Zahl der benötigten Parkplätze zu reduzieren, den Arbeitsalltag der Mitarbeiter zu verbessern und Kosten zu senken. Und je mehr Fahrgemeinschaften gebildet werden, desto weniger Autos fahren auf den Straßen. Wenn man den Schwerpunkt auf die sanfte Mobilität legen würde, könnte man allerdings noch mehr erreichen.

Förderung der sanften Mobilität

Fahrradfahren erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Viele Beschäftigte sind seit den Lockdowns regelmäßig mit dem Rad unterwegs und möchten diese Gewohnheit beibehalten. Unternehmen reagieren auf diesen Trend und stellen ihren Mitarbeitern Fahrradabstellplätze bereit.

Um Mitarbeitern bessere Mobilitätsbedingungen zu bieten, fördern einige Unternehmen auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, indem sie sich beispielsweise an den Kosten für ein Abonnement beteiligen (dies betrifft ausschließlich Grenzgänger, da die öffentlichen Verkehrsmittel in Luxemburg kostenlos sind). Die Pläne der Regierung zur Schaffung neuer Bahnhöfe und Zuglinien sowie zum Ausbau des Straßenbahnnetzes könnten den Unternehmen bei ihren Bemühungen helfen, die Intermodalität zu fördern.

All diese Lösungen legen nahe, dass die Entwicklungen im Bereich der beruflichen Mobilität sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Umwelt vorteilhaft sind. Was dies langfristig für die Effizienz der Arbeitsorganisation bedeutet, bleibt abzuwarten.