Wenn die Börsenkurse abstürzen – was tun?
Wenn die Börsenkurse im freien Fall sind, ist die erste Reaktion oft Panik. Es gibt jedoch einfache Methoden, um solche destabilisierten Phasen mit mehr Gelassenheit zu bewältigen. Wie sollte man in einer Börsenkrise reagieren und wie kann man sich vorbereiten, um sein Vermögen bestmöglich zu schützen? myLIFE liefert Ihnen einige Denkanstöße.
Das geopolitische Umfeld und wirtschaftliche Veränderungen können die Entwicklung der Börsenwerte sowohl nach oben als auch nach unten beeinflussen. Manche Situationen führen sogar zu weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen: das Platzen der Internetblase in den 2000er Jahren, die Subprime-Krise 2008 oder die COVID-19-Pandemie 2020. Jüngst hatten auch bewaffnete Konflikte oder Handelsstreitigkeiten mit den USA über Zölle erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte.
Als Anleger wissen Sie, dass Börsenanlagen Risiken bergen und die Kursentwicklung unvorhersehbar ist. Wie also reagieren, wenn die Marktwerte fallen, und welche bewährten Praktiken sollte man anwenden?
Ruhig bleiben und die Lage analysieren
Die Börsenindizes stürzen ab. Der Wert Ihrer Anlagen schmilzt dahin. Bleiben Sie ruhig und geraten Sie nicht in Panik! Die erste Regel lautet: Lassen Sie sich nicht von Emotionen überwältigen und bewahren Sie einen kühlen Kopf. Das ist vielleicht nicht einfach, aber absolut entscheidend, um kognitive Verzerrungen zu vermeiden und keine irrationalen Entscheidungen zu treffen, die die Lage verschlimmern könnten.
Nehmen Sie sich Zeit, die Konjunktur zu beobachten und zu verstehen – so können Sie die Risikoposition Ihres Portfolios besser einschätzen.
Hören Sie auf, Ihr Portfolio stündlich oder gar alle 10 Minuten zu prüfen, und nehmen Sie Abstand von Medien und sozialen Netzwerken. Der Informationsfluss verstärkt nur den Stress. Machen Sie eine Pause und bewerten Sie die Situation so objektiv wie möglich: Was sind die Ursachen des Kursrückgangs (isoliertes Ereignis, strukturelle Krise)? Sind Ihre Investitionen direkt betroffen? Sind sie ausreichend diversifiziert? Sind die Unternehmen, in die Sie investiert haben, robust? Ist die Lage irreversibel? Wie sieht Ihr Anlagehorizont aus (kurz-, mittel- oder langfristig)? usw.
Nehmen Sie sich Zeit, die Konjunktur zu beobachten und zu verstehen – so können Sie die Risikoposition Ihres Portfolios besser einschätzen.
Nicht übereilt verkaufen
Treffen Sie keine impulsiven Entscheidungen. Die Gefahr besteht darin, Ihr Kapital im schlechtesten Moment zurückzuziehen und eine vorübergehende potenzielle Verlustphase in einen realen Verlust zu verwandeln.
Manchmal ist es die beste Lösung, nicht zu reagieren und das Gewitter vorbeiziehen zu lassen. Besonders dann, wenn Ihre Anlage langfristig ausgerichtet und Ihr Portfolio ausreichend diversifiziert ist. Die Entwicklung der Finanzmärkte verläuft zyklisch mit unterschiedlich langen Phasen. Nach einem starken Kurssturz erholen sich die Märkte in der Regel und erleben mitunter kräftige Aufschwünge. Wichtig ist, diese Phasen nicht zu verpassen. Analysieren Sie die Lage daher in Ruhe, bevor Sie handeln.
Es ist ratsam, regelmäßig mit einem langfristigen Anlagehorizont zu investieren, um Risiken zu glätten. Vorübergehende Rückgänge sind unvermeidlich, und eine gute Strategie berücksichtigt diese Bewegungen.
Der eigenen Anlagestrategie treu bleiben
Wenn der Wert einer Ihrer Anlagen einbricht, halten Sie Kurs und versuchen Sie, den ursprünglichen Investitionsplan einzuhalten – am besten mit Unterstützung eines Experten. Wenn sich Ihre Ziele nicht geändert haben und Sie regelmäßig einen festen Betrag investieren, stoppen Sie Ihre Einzahlungen nicht und investieren Sie weiter entsprechend Ihrem Anlagehorizont.
Die Börse ist bekannt für ihre Volatilität. Schwankungen nach oben wie nach unten sind zahlreich. Historisch gesehen ist der langfristige Trend jedoch eher positiv. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig mit einem langfristigen Anlagehorizont zu investieren, um Risiken zu glätten. Vorübergehende Rückgänge sind unvermeidlich, und eine gute Strategie berücksichtigt diese Bewegungen.
Portfolio bei Bedarf neu ausbalancieren
In Krisenzeiten ist es naheliegend, die Risikoposition zu verringern, um potenzielle Verluste zu reduzieren. Doch bevor Sie handeln, analysieren Sie die Lage rational: Haben sich Ihre finanziellen Ziele geändert? Sind Ihre Investitionen auf einen einzigen Sektor oder eine Region konzentriert? Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Portfolio neu ausbalanciert werden muss, können Sie auf sicherere Anlagen setzen: Sparbücher, Staatsanleihen, Euro-Fonds usw. Je nach Profil können Sie auch Immobilien oder sichere Häfen wie Gold in Betracht ziehen. Vor jeder Entscheidung empfiehlt es sich, professionelle Beratung einzuholen.
=> Marktrückgänge können auch Chancen sein. Sie bieten die Möglichkeit, Aktien günstiger zu erwerben. Achten Sie jedoch darauf, dass die Unternehmen solide sind, und investieren Sie stets schrittweise.
| Kognitive Verzerrungen beim Investieren
Als Anleger können Sie verschiedenen kognitiven Verzerrungen unterliegen, die Ihre Entscheidungen beeinflussen. Diese meist unbewussten Denkmuster können Ihr logisches Denken stören. Das erklärt zum Beispiel die Nervosität angesichts der Volatilität einer Aktie und den Reflex, ein Wertpapier mit schlechten Ergebnissen unbedingt verkaufen zu wollen – obwohl es ursprünglich aus guten Gründen ausgewählt wurde. Mehr über kognitive Verzerrungen erfahren Sie im Dossier „Verhaltensökonomie“ auf myLIFE. |
Wie bereitet man sich am besten auf eine Börsenkrise vor?
Vorbeugen ist besser als heilen. Wenn Sie mit dem Investieren beginnen, ist es sinnvoll, einige Grundregeln zu beachten, um die Auswirkungen eines möglichen Kurssturzes so weit wie möglich zu begrenzen.
➤ Das eigene Anlegerprofil definieren
Bevor Sie eine Strategie entwickeln, müssen Sie Ihr Anlegerprofil festlegen. Es hängt ab von Ihren Renditezielen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihrem Anlagehorizont, Ihrem Verständnis für Finanzinstrumente und Ihren finanziellen Möglichkeiten. Auch Ihre Nachhaltigkeitspräferenzen spielen eine Rolle. Ihr Portfolio sollte stets Ihrem Profil entsprechen.
➤ Anlagen diversifizieren
Es ist bekannt: Man sollte nicht alle Eier in einen Korb legen. Verteilen Sie Ihre Investitionen je nach Profil klug zwischen sicheren und riskanteren Produkten (siehe Anlagepyramide). Diversifizieren Sie!
Wählen Sie verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Liquidität, Immobilien, Gold usw.), unterschiedliche Branchen und Regionen. Da jede Anlage unterschiedlich auf Marktbewegungen reagiert, reduziert diese Streuung die Gesamtvolatilität Ihres Portfolios und verteilt die Risiken bei plötzlichen Kursrückgängen.
Ihr Portfolio sollte Ihrem Anlagehorizont entsprechen. Die Gewichtung von Aktien unterscheidet sich, ob Sie fünf oder zwanzig Jahre investieren.
➤ Langfristig und regelmäßig investieren
Ihr Portfolio sollte Ihrem Anlagehorizont entsprechen. Die Gewichtung von Aktien unterscheidet sich, ob Sie fünf oder zwanzig Jahre investieren. Auf lange Sicht lassen sich die Folgen eines starken Kurssturzes leichter ausgleichen als auf kurze Sicht. Da Marktbewegungen nicht vorhersehbar sind, empfiehlt es sich, regelmäßig zu investieren, statt einmalig eine große Summe anzulegen. So glätten Sie die Risiken und können Verluste teilweise ausgleichen.
➤ Eine Notfallreserve aufbauen
Bevor Sie an den Finanzmärkten investieren, stellen Sie sicher, dass Ihre Notfallreserve ausreichend ist. Mit diesem Geldpolster können Sie Krisenzeiten gelassener überstehen und vermeiden, Ihre Anlagen mit Verlust verkaufen zu müssen, um kurzfristige Liquiditätsbedarfe zu decken. Gegebenenfalls können Sie einen Teil dieses Kapitals nutzen, um günstige Aktien zu kaufen und Chancen wahrzunehmen.
➤ Informiert bleiben und wachsam sein
Eine solide Finanzbildung hilft Ihnen, in Krisenzeiten ruhig zu bleiben und Entscheidungen zu treffen, die zu Ihrem Profil und Ihren Zielen passen. Bleiben Sie wachsam: Hüten Sie sich vor Modetrends oder Versprechen von schnellen, risikolosen Gewinnen. Betrugsfälle sind leider nicht selten und können unerwartete Formen annehmen.
Als Anleger sollten Sie bei einem Börsencrash nicht in Panik geraten. Es ist jedoch normal, sich Sorgen zu machen, besonders wenn man allein vor fallenden Kurven steht. Um einen kühlen Kopf zu bewahren, wenden Sie sich an Ihren Finanzberater oder einen kompetenten Experten. Gemeinsam können Sie die Lage objektiv einschätzen, Ihre Strategie überprüfen und bei Bedarf anpassen. So vermeiden Sie emotionale Kurzschlussentscheidungen.
Immobilienkredit
Persönlicher Kredit
Sparguthaben