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Mai 27, 2022

Am besten gemeinsam Haushalten

  Gesammelt von myLIFE team me&myFAMILY November 2, 2021 24

Wie organisiert man sich als Paar in Sachen Budget? Eine interessante Frage, die wohl jeder auf seine Art beantworten kann. Es gibt schließlich nicht „das“ Modell, das immer wirkt. Fakt ist, dass die so genannte Fifty-Fifty-Methode besonders beliebt ist.

Bei diesem Ansatz werden die gemeinsamen Ausgaben gemeinsam gedeckt. In der Praxis zahlt jeder Partner dieselben Beträge auf ein gemeinsames Konto ein, wobei diese Summe im beiderseitigen Einvernehmen je nach den laufenden Ausgaben und den gemeinsamen Projekten angepasst werden kann. Dies ist praxistauglich und effizient.

Proportionalität als Richtlinie

Nun stellt sich natürlich auch die Frage des gerechten Ausgleichs. Wie werden Lasten geteilt? Wer zahlt was? Wer kann was zum Haushaltsbudget beitragen? Nun, angesichts dieser Fragen muss jedes Paar gemeinsam entscheiden, was gemacht wird. Bleibt einer der beiden Partner zu Hause, um sich um die Kinder zu kümmern, ist wohl klar, dass das Fifty-Fifty-Prinzip nicht mehr funktionieren kann. Dasselbe Argument kann man geltend machen bei zwei Personen, deren Einkommen sehr unterschiedlich sind. In solchen Fällen wäre es für einen der Partner unmöglich, dasselbe beizusteuern, oder es würde schlichtweg als ungerecht empfunden. Deshalb verwalten viele Paare ihr Budget nach dem Prinzip der Proportionalität. Das bedeutet, dass jeder seinen Betrag gemäß seinen Möglichkeiten leistet. Wenn beispielsweise Partner A das Doppelte verdient wie Partner B, leistet er auch den doppelten Beitrag zu den Haushaltsausgaben, steuert also 66,7 Prozent zum Haushaltsbudget bei.

Keiner der Partner sollte sich übergangen fühlen.

Bei manchen Paaren zahlt einer der Partner alles und entscheidet allein über die alltäglichen Finanzfragen. Das ist kein Problem, solange der andere Partner nicht von den zu treffenden Entscheidungen ausgeschlossen ist. Die finanzielle Seite zu übernehmen und seinen Partner davon entlasten zu wollen, ist eine Sache – über die Finanzen totale Kontrolle ausüben zu wollen, kann jedoch zu schwerer Frustration und Spannungen führen. Um eben dies zu verhindern, handeln manche Paare sozusagen von Fall zu Fall. Sie legen demnach keine starren Regeln fest und passen ihr Vorgehen immer an die jeweilige Art der Ausgaben an. Diese Lösung ist flexibel und kann zu einer positiven Ausgewogenheit beitragen. Das setzt natürlich einen offenen Dialog voraus; nichts sollte unausgesprochen bleiben.

Wohnen kostet

Bei Paaren kommt es oft vor, dass einer der Partner in die Wohnung des anderen einzieht. Nur wird dafür Miete verlangt. Möglich ist, die Trennung der Kosten für die Wohnung von anderen laufenden Kosten zu vereinbaren. In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass die mit der Wohnung verbundenen Kosten in etwa der Hälfte der gemeinsamen Kosten eines Haushalts entsprechen. Der Partner, der seine Wohnung behält, übernimmt die Miete oder die Rückzahlung des Kredits für die Wohnung, während der andere Partner die anderen Haushaltskosten trägt. Bei unvorhergesehenen Ausgaben oder neuen Projekten muss sich das Paar dann darauf einigen, wie diese bestritten werden.

Die Gütergemeinschaft ist eine Option, die vieles vereinfachen kann.

Die „einfachste“ Lösung

Es gibt eine Lösung, die nicht für jeden in Frage kommt (aus guten Gründen) jedoch alle Fragen bezüglich des Teilens von Ausgaben regelt, nämlich das Zusammenlegen von Gütern und Finanzen. Das Prinzip des Regimes der allgemeinen Gütergemeinschaft ist einfach: „Alles, was dir gehört, gehört auch mir. Und umgekehrt“.

6.280€

Laut offiziellen Angaben (Statec 2020) beträgt das verfügbare monatliche Durchschnittseinkommen eines Haushalts in Luxemburg 6.280 Euro.

Hier stellen sich keine Fragen der Proportionalität, der Gerechtigkeit oder des Lastenausgleichs, da alles dem Paar gehört. Die Löhne werden auf ein gemeinsames Konto gezahlt, von dem sowohl die gemeinsamen als auch die persönlichen Ausgaben bestritten werden. Das bedeutet in gewisser Weise, dass das Paar eine eigenständige Einheit ist, die sich nicht auf die beiden Personen reduzieren lässt, aus denen sie sich zusammensetzt. Das setzt natürlich uneingeschränktes Vertrauen in seinen Partner und dessen Beziehung zu Geld voraus. Diese Lösung schon in den ersten Wochen, nachdem man sich kennengelernt hat, in Erwägung zu ziehen, ist riskant. Doch es ist und bleibt eine Option, die die Verwaltung der Finanzen vereinfacht.

Gleichheit, Proportionalität, Vergemeinschaftung oder Kostenübernahme durch einen der Partner – es gibt ein breites Spektrum von Möglichkeiten. Und was bei einem Paar funktioniert, empfiehlt sich nicht unbedingt für ein anderes. Selbst bei ein und demselben Paar können sich die Lösungen weiterentwickeln, je nach Lebensabschnitt und beruflichen Entscheidungen. Es ist daher ganz wichtig, dass man darüber entspannt reden und sich vergewissern kann, dass keiner der Partner sich durch die getroffenen Entscheidungen benachteiligt fühlt.

Unterm Strich ist alles eine Frage des Vertrauens.

Die Haushaltsausgaben sind ein heikles Thema, das aber für die langfristige Stabilität einer Partnerschaft nicht unwichtig ist. Es ist gewiss nicht das Geld, das das Glück ausmacht, aber eine gute gemeinsame Verwaltung der Finanzen macht vieles einfacher.