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April 10, 2020

Immobilienmarkt: Die Hitparade der teuersten Gemeinden Luxemburgs

Luxemburg ist und bleibt ein Land der Immobilieneigentümer. In einigen Gemeinden und Stadtvierteln wird der Zugang zu Immobilien vor allem für Normalverdiener aufgrund der steigenden Preise jedoch immer schwieriger.Deshalb hier eine kleine Hitparade der teuersten Gemeinden Luxemburgs.

Auf Basis des BIP pro Kopf und der hiesigen Kaufkraft wurde Luxemburg vergangenen Februar von der Global Times als zweitreichstes Land der Welt gekürt.

Ein jährliches Durchschnittswachstum von 4,4% seit 2010 erklärt auch Luxemburgs rekordverdächtige Immobilienpreise.

Hinter diesem Wachstumswert verbergen sich jedoch große Preisgefälle zwischen verschiedenen Gemeinden und einzelnen Stadtvierteln der Hauptstadt.

Hitparade der teuersten und billigsten Gemeinden hinsichtlich bestehender Immobilien

1. Bertrange6.488 €/m²
2. Commune de Luxembourg6.416 €/m²
3. Strassen6.338 €/m²
4. Kopstal5.862 €/m²
5. Hesperange5.535 €/m²
50. Schengen3.783 €/m²
51. Clervaux3.381 €/m²
52. Wiltz3.117 €/m²

Durchschnittlicher Verkaufspreis pro m² für bestehende Immobilien. Die Zahlen beziehen sich auf Gemeinden, in denen mindestens zehn Transaktionen registriert wurden (Quelle: Observatoire de l’Habitat, 2016).

Bartringen ist die teuerste Gemeinde des Landes. Bedingt durch ihr starkes Wachstum hat der Quadratmeterpreis um 57% zugenommen und liegt seit 2010 deutlich über dem nationalen Durchschnitt (+32%). Dank ihres gutausgebauten Straßennetzes und den Anschlüssen des öffentlichen Transports profitiert die Gemeinde von ihrer Nähe zur Hauptstadt, den unzähligen Einkaufsmöglichkeiten und Schulen, wie die Europaschule II.

Entgegen der landläufigen Meinung belegt Luxemburg-Stadt im Ranking der teuersten Gemeinden des Landes bloß den zweiten Platz. Mit einem Quadratmeterpreisanstieg von vergleichsweise nur 46% seit 2010 erklärt sich diese Platzierung durch die starken Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtvierteln. Während eine bestehende Wohnung in Luxemburg-Hamm im Durchschnitt für 5.506€/m² annonciert wird, würde dieselbe Immobilie in Luxemburg-Limpertsberg für 11.346 €/m² auf den Markt kommen. Ein Unterschied von 106%!

Mit 6.338€/m² und einem Preisanstieg von 41% seit 2010, liegt die Gemeinde Strassen an dritter Stelle der Hitparade.

Mit bis zu zweimal niedrigeren Quadratmeterpreisen bilden die Gemeinden Wiltz, Clerf und Schengen 2016 das Schlusslicht der Tabelle. Bereits seit 2010 bleibt die Entwicklung dieser Gemeinden unter dem nationalen Durchschnitt. Der Quadratmeterpreisanstieg liegt bei 7,5% für Wiltz, 1,7% für Clerf und bei etwa 20% für Schengen.

Neubauten

Für Neubauten zahlen Sie oft 500€ bis 1500€ mehr pro Quadratmeter. Das Ranking der teuersten Gemeinden ändert sich im Bereich der Neubauten folgendermaßen:

1 .Strassen7.592 €/m²
2. Commune de Luxembourg7.290 €/m²
3. Hesperange7.098 €/m²

Durchschnittlicher Verkaufspreis pro m² für Neubauten. Die Zahlen beziehen sich auf Gemeinden, in denen mindestens zehn Transaktionen registriert wurden (Quelle: Observatoire de l’Habitat, 2016).

Strassen, drittplatzierte Gemeinde im Bereich bestehender Immobilien, liegt bei den Neubauten an erster Stelle. Ein Neubau in Strassen kostet durchschnittlich 7592€/m2, man bezahlt also eine Prämie von 1.254€/m2 im Vergleich zu einer bestehenden Immobilie. In der Gemeinde Luxemburg hingegen beläuft sich diese Prämie lediglich auf durchschnittlich 854€.

Luxemburgs Stadtviertel im Fokus

TDie Attraktivität der jeweiligen Stadtviertel hängt maßgeblich von ihrer Lage und Infrastruktur ab. Zwischen Oberstadt und dem Businessviertel Kirchberg ist Limpertsberg äußerst gut gelegen und bietet seinen Bewohnern viele lokale Schulen, das französische Gymnasium Vauban (ein Umzug nach Gasperich ist für das Schuljahr 2017/18 geplant) und einen Universitätscampus. Die Immobilienpreise in Limpertsberg tendieren nicht zuletzt wegen der attraktiven Mischung von Herrenhäusern und hochwertigen Neubauten nach oben.

In Bezug auf den durchschnittlichen Quadratmeterpreis liegt Kirchberg an zweiter Stelle des Stadtviertelrankings. Kirchberg ist als Businesszentrum der Standort vieler internationaler Unternehmen (Prüfungsgesellschaften, Anwaltskanzleien, Banken), wodurch Arbeitsplätze geschaffen werden. Zusätzlich befinden sich als maßgebliche Arbeitgeber der Europäische Rechnungshof, das Europäische Parlament und die Europäische Investitionsbank auf dem Kirchberg. Die Nachfrage nach Immobilien in Arbeitsplatznähe istDeshalb hoch und die Preise werden durch Kunden mit hoher Kaufkraft zusätzlich in die Höhe getrieben.

Mit einem durchschnittlichen annoncierten Quadratmeterpreis von 8.399 € belegt Belair den dritten Platz. Dieses Viertel profitiert von seiner Nähe zur Oberstadt, der relativen Ruhe und bietet seinen Bewohnern eine hohe Lebensqualität.

Was macht eine Gemeinde teuer?

Die Nähe zur Hauptstadt ist einer der Hauptgründe für hohe oder niedrige Immobilienpreise. Im Jahr 2009 lag der Preisunterschied zwischen einer Wohnung in Luxemburg-Stadt und dem nationalen Durchschnitt bei 14%. Heute sind es bereits 24%. Nicht zuletzt sind die zunehmenden Verkehrsprobleme ein wesentlicher Grund dafür, weshalb Arbeitnehmer nahe an ihrem Arbeitsplatz leben wollen. Laut INRIX ist Luxemburg das am drittstärksten von Staus geplagte Land innerhalb der EU. Dieser Trend wird wohl aufgrund der Bevölkerungszunahme (+12% seit 2010) nicht abreißen. Da 46% der Arbeitnehmer Grenzgänger sind, werden die Straßen zusätzlich belastet.

Eine hohe Lebensqualität wirkt sich ebenfalls stark auf die Immobilienpreise aus. Einfacher Zugang zu Kindergärten und Schulen, die Anwesenheit von Nahversorgern und eine gute kommunale Infrastruktur haben einen hohen Einfluss auf die Wahl des Wohnortes.

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Mehr infos auf BIL IMMO Index, einen objektiven Index, der den luxemburgischen Wohnimmobilienmarkt abbildet.