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Dezember 14, 2019

Multibanking oder eine andere Möglichkeit zur Verwaltung der eigenen Finanzen

Mit Multibanking-Lösungen haben Sie Ihre Finanzen und Ihr gesamtes Budget stets im Blick. myLIFE erklärt, wie Ihnen diese Dienstleistungen im Alltag helfen können, ohne dabei die Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

Online-Banking, Tools zur Budget-Verwaltung, Bankanwendungen, kontaktlose oder gar kartenlose Bezahlung: Es werden regelmäßig technologische Innovationen vorgestellt, die uns in finanziellen Angelegenheiten das Leben erleichtern sollen.

Neben den herkömmlichen Banken, die viel daran setzen, das digitale Erlebnis Ihrer Kunden zu verbessern, sorgen Fintechs in einer bisher eher konservativen Branche gelegentlich für Aufruhr. Denn diese jungen und innovativen Unternehmen der Finanzbranche entwickeln fortlaufend neue Tools, die Unternehmen, Anlegern und Bankkunden den Alltag erleichtern sollen. Zu diesen praktischen Tools gehören Multibanking-Lösungen.

Was ist Multibanking?

Mit Multibanking-Lösungen können Nutzer alle ihre Bankkonten auf einer einzigen Benutzeroberfläche zusammenfassen (Girokonten, Geschäftskonten, Sparprodukte, Kredite usw.), und zwar unabhängig davon, bei welcher Bank diese geführt werden.

Da es heute üblich ist mehrere Bankkonten bei verschiedenen Finanzinstituten zu haben, stellt dies für viele einen echten Mehrwert dar. Grenzgänger können etwa für Gehaltszahlungen ein Konto bei einer Luxemburger Bank  haben, ihren Immobilienkredit jedoch in ihrem Wohnsitzland verwalten. Oder ein Unternehmer kann ein Geschäftskonto bei einer Bank des Landes eröffnen und seine privaten Konten weiterhin bei einem anderen Finanzinstitut führen usw.

Das Ziel von Multibanking-Lösungen besteht darin, einen Gesamtüberblick über die Finanzsituation von Bankkunden zu geben und so deren Alltag zu vereinfachen. Doch das ist nicht alles …

Multibanking-Lösungen vereinen sämtliche Bankgeschäfte auf einer Benutzeroberfläche. Dadurch erhalten die Nutzer einen Überblick über ihre Finanzen in Echtzeit (…).

Wie erleichtern Multibanking-Lösungen den Nutzeralltag?

Durch die Zusammenführung sämtlicher Bankkonten auf einer Benutzeroberfläche können Kunden wertvolle Zeit sparen. Sie müssen nicht mehr die App jeder einzelnen Bank herunterladen, bei der sie ein Konto haben, und auch nicht nach den unterschiedlichen Benutzerkennungen und Passwörtern suchen, um sich in den verschiedenen persönlichen Bereichen anzumelden. Multibanking-Lösungen vereinen sämtliche Bankgeschäfte auf einer einzigen Benutzeroberfläche. Dadurch erhalten die Nutzer einen Überblick über ihre Finanzen in Echtzeit, und sie können auch alle bisherigen Transaktionen einsehen.

Darüber hinaus lassen sich Benachrichtigungen aktivieren, die über Kontobewegungen informieren, wie zum Beispiel den Eingang einer Überweisung oder die Unterschreitung eines bestimmten Kontostands.

Schließlich ordnen Multibanking-Lösungen die verschiedenen Ausgaben in der Regel automatisch nach Kategorien: Lebensmittel, Miete, Freizeit, Verkehrsmittel, Alltag, Gesundheit usw. Abbuchungen werden sortiert und in Form von Grafiken oder Statistiken dargestellt, was Nutzern dabei helfen kann, einen besseren Überblick über ihre Ausgaben zu erhalten. So lassen sich mit einem Blick etwa ungewöhnlich hohe Freizeitausgaben (Restaurant, Sport, Unternehmungen usw.) erkennen oder man kann den Anteil von Kosten in Verbindung mit der Wohnung (Miete, Deko, Arbeiten usw.) am Gesamtbudget schätzen.

Damit führen Multibanking-Lösungen nicht nur sämtliche Finanzdaten zusammen, sie sind auch eine echte Hilfe bei der Budgetverwaltung. Bestimmte Tools bieten zudem Tipps und Ratschläge, wie man seine Finanzen besser verwalten kann. Diese Dienstleistungen gibt es allerdings nicht nur beim Multibanking. Einige Banken des Landes bieten diese Art von Lösungen zur Kategorisierung von Ausgaben und Visualisierung des Budgets ebenfalls an.

Vor Kurzem wurde eine europäische Richtlinie (PSD2) verabschiedet, die vor allem darauf abzielt, einen Rahmen für Multibanking-Dienstleistungen zu schaffen und die Finanzdaten von Kunden besser zu schützen.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Multibanking betrifft einen sensiblen Bereich des Finanzwesens: Die Sicherheit der übertragenen Informationen. Zu Beginn haben vor allem Fintech-Unternehmen Multibanking-Apps entwickelt. Um sämtliche Konten auf einer Benutzeroberfläche zusammenführen zu können, müssen jedoch zunächst vertrauliche Informationen übermittelt werden, die den Zugang zu den einzelnen Bankkonten ermöglichen. Daher besteht unter Umständen ein Risiko im Hinblick auf die Sicherheit und die Speicherung von Daten.

Vor Kurzem wurde eine europäische Richtlinie (PSD2) verabschiedet, die vor allem darauf abzielt, einen Rahmen für Multibanking-Dienstleistungen zu schaffen und die Finanzdaten von Kunden besser zu schützen. Zudem verpflichtet sie sämtliche Akteure, sich an die Spielregeln zu halten und Salden sowie die Transaktionshistorie dritten Akteuren, die strenge Kriterien erfüllen müssen, zugänglich zu machen.

Besserer Datenschutz dank der neuen Richtlinie PSD2

Die europäische Richtlinie PSD2 (Payment Service Directive 2) soll technologische Innovationen innerhalb der EU fördern, Zahlungsverfahren standardisieren und den Schutz der Finanzdaten von Verbrauchern verbessern.

Um diese neue Richtlinie einzuhalten, müssen Banken neue Sicherheitsregeln einführen und anderen Bankakteuren sowie professionellen Drittanbietern den Zugang zu Konten ermöglichen. Ab 31. Dezember 2019 sind die Banken hierzu verpflichtet.

Das Ziel der Richtlinie besteht darin, nicht zur Bank gehörenden externen Dienstleistern – TPP (Third Party Payment Service Providers) – den Zugang zu Kundendaten zu ermöglichen, damit diese neue Dienstleistungen anbieten können, wie etwa Multibanking-Tools, die Bereitstellung von Zahlungslösungen usw.

Vor diesem neuen Hintergrund entwickeln traditionelle Banken entweder eigene Lösungen zur Bereitstellung von Daten oder sie gehen Partnerschaften untereinander oder mit Fintechs ein, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben.

Die Öffnung unterliegt dabei strengen Regeln. Banken müssen eine spezielle Schnittstelle (eine API – Application Programming Interface –, die die Verbindung zwischen der externen Anwendung und dem Zugang zu den Daten der Bank herstellt) bereitstellen, um den Datenaustausch zu organisieren, und die Sicherheit des Systems gewährleisten, indem sie insbesondere auf eine stärkere Authentifizierung setzen. Bevor TPP auf Daten zugreifen können, muss der Kunde dies autorisieren. Zudem müssen TPP von der Aufsichtsbehörde zugelassen werden, um ihre Tätigkeiten ausüben zu dürfen.

Konkret bedeutet dies, dass ein Bankkunde, der eine Multibanking-Lösung nutzen möchte, dies entweder direkt über seine Bank tun kann (sofern sie diese Dienstleistung anbietet) oder einer App erlauben kann, auf seine Bankkonten zuzugreifen und seine Daten (Salden, Bankgeschäfte, Überweisungen usw.) abzurufen. Im Prinzip müssen daher keine vertraulichen Zugangsdaten mehr übermittelt werden.

Diese Möglichkeit gab es zwar schon vor 2019, dank der PSD2-Richtlinie wird sie jedoch in Luxemburg und in ganz Europa immer üblicher. Dadurch können die Verbraucher stärker von den Vorteilen eines „Open Banking“ profitieren, d. h. einem offenerem Banken-Ökosystem. Die Finanzinstitute können ihren Kunden wiederum künftig neue individuelle Dienstleistungen anbieten, die stärker auf deren Bedürfnisse eingehen.