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Januar 28, 2023

Wie findet man den perfekten Geschäftspartner für sein Unternehmen?

  Gesammelt von myLIFE team myCOMPANY Dezember 8, 2022 9

Sie haben vor, ein Unternehmen zu gründen, oder befinden sich in der Entwicklungsphase und möchten frischen Wind ins Business bringen? Vielleicht ist es Zeit, sich auf die Suche nach einem Partner zu machen. Aber wie findet man einen geeigneten Teilhaber und worauf gilt es zu achten? myLIFE hat einige Tipps für Sie.

Warum ein Geschäftspartner?

Für Sie als Geschäftsführer kann es viele Gründe geben, sich nach einem Teilhaber umzuschauen: Erweiterung der eigenen Kompetenzen, Beschaffung zusätzlicher Mittel zur Entwicklung künftiger Projekte für die Gesellschaft, Unterstützung bei der Verwaltung des Tagesgeschäfts oder auch die Vorteile, die das Netzwerk und/oder die Überzeugungskraft Ihres Partners mit sich bringen.

Was auch immer Ihre Beweggründe sind, die Wahl des richtigen Partners ist von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg Ihres Unternehmens. Ihre Entscheidung kann Ihr Geschäft aufblühen lassen oder aber seine Existenz gefährden. Es versteht sich also von selbst, dass eine solche Wahl nicht leichtfertig getroffen werden sollte.

Sind Sie wirklich bereit, eine Geschäftspartnerschaft einzugehen?

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Teilhaber machen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie bereit sind, die Zügel auch einmal aus der Hand zu geben. Die Zusammenarbeit mit einem Partner bringt zwar Vorteile mit sich, doch auch die Nachteile sollten bedacht werden. Die Kooperation darf nicht erzwungen sein oder aus den falschen Gründen eingegangen werden, wenn sie funktionieren soll.

Stellen Sie sich ehrlich die Frage, ob Sie bereit sind, bei wichtigen Entscheidungen zu Ihrem Unternehmen die Meinung einer anderen Person zu berücksichtigen. Wären Sie bereit, Zugeständnisse zu machen und die Verantwortung zu teilen? Können Sie sich vorstellen, die Gewinne aufzuteilen oder auch Rechenschaft zu Ihren Entscheidungen und möglichen Fehlern abzulegen?

Wenn Sie auf diese Fragen mit ja antworten können, sind Sie bereit für eine Geschäftspartnerschaft. Wenn nicht, oder wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich noch etwas Zeit, damit diese Vorstellung in Ihrem Kopf reifen kann oder Sie andere Optionen in Erwägung ziehen können (z. B. jemanden einzustellen oder andere Finanzierungsmöglichkeiten für Ihr Unternehmen zu finden).

Vier Grundsätze für die Wahl des richtigen Teilhabers

Man sagt, es sei besser allein zu sein als in schlechter Gesellschaft. Doch wie können Sie im Voraus wissen, ob der gewählte Partner der richtige ist? Die folgenden Faktoren dürften Ihnen dabei helfen, den idealen Kandidaten zu erkennen und Konfliktsituationen zu vermeiden.

Stellen Sie sicher, dass Ihr künftiger Partner die gleichen Ziele und die gleiche Vision für das Unternehmen hat wie Sie.

1. Gemeinsame Ziele, gemeinsame Vision

Stellen Sie sicher, dass Ihr künftiger Partner die gleichen Ziele und die gleiche Vision für das Unternehmen hat wie Sie. Dabei sollten Sie daran denken, dass „profitabel sein“ keine Vision, sondern ein notweniges Ziel zur Verwirklichung einer Vision ist. Fragen Sie Ihren Kandidaten daher nach seiner Vorstellung von der Zukunft des Unternehmens, seinen Investitionsplänen und seiner kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklungsstrategie. Er sollte dieselben Motive haben wie Sie. Es wäre ärgerlich, wenn Sie z. B. nach einigen Monaten feststellen würden, dass das eigentliche Ziel Ihres Partners darin besteht, das Unternehmen so schnell wie möglich weiterzuverkaufen, während Sie vorhatten, es langfristig zum Gedeihen zu bringen.

→ Nehmen Sie sich Zeit, um all diese wesentlichen Punkte zu besprechen, und versuchen Sie bei Meinungsverschiedenheiten Kompromisse zu finden. Wenn Sie keine gemeinsame Basis finden, ist es wahrscheinlich ratsamer, auf diese Partnerschaft zu verzichten, statt zu glauben, dass sich mit der Zeit alles von selbst regelt.

2. Zusätzliche Kompetenzen

Im Idealfall sollte das Profil Ihres Teilhabers das Ihre ergänzen. Statt nach einem Zwilling zu suchen, sollten Sie die Partnerschaft als Gelegenheit betrachten, Ihr Kompetenzspektrum zum Nutzen Ihres Unternehmens zu erweitern! Wenn Sie eher technikaffin oder kreativ aufgestellt sind, entscheiden Sie sich zum Beispiel für einen Partner mit kaufmännischem Fachwissen oder einen Manager.

Selbstverständlich können Sie auch Fähigkeiten gemeinsam haben. In diesem Fall sollten Sie auf eine ausgewogene Rollenverteilung achten und die Verantwortlichkeiten bestimmen: Wer kümmert sich um die Produktionsleitung, die Akquise und die Finanzen? Wer übernimmt die Kommunikation, die Verwaltung usw.? Es ist wichtig, klar festzulegen, wo der Aufgabenbereich des einen endet und der des anderen beginnt, um Überschneidungen zu vermeiden und die Geschäftsabläufe zu verbessern.

→ Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer eigenen Fähigkeiten, um auszuloten, was Ihnen für Ihr Unternehmen noch fehlt. So sind Sie eher in der Lage, anhand der Fachgebiete Ihres Partners und Ihrer Stärken die Tätigkeiten im Unternehmen sinnvoll aufzuteilen.

Ihr Partner muss Unternehmerqualitäten mitbringen. (…) Er muss sich darüber im Klaren sein, welcher Einsatz für diese Position erforderlich ist.

3. Wahl eines Unternehmerprofils

Es kann beruhigend scheinen, sich mit einem Freund oder einem Familienmitglied zusammentun, aber vergessen Sie nicht, dass Ihre Beziehung in erster Linie eine professionelle sein muss. Ihr Partner muss Unternehmerqualitäten mitbringen. Er muss zuverlässig sein, die strategische Vision des Unternehmens teilen und mit unvorhergesehenen Ereignissen umgehen können. Vor allem muss er sich darüber im Klaren sein, welcher Einsatz und welche Risikobereitschaft für diese Position erforderlich sind. Sie als Unternehmer verstehen am besten, was hier auf dem Spiel steht. Machen Sie in diesem Punkt keine Kompromisse!

Stellen Sie sicher, dass Ihr künftiger Teilhaber bereit ist, Opfer zu bringen (Verfügbarkeit, Arbeitsrhythmus und -belastung usw.) und in der Lage ist, die für das Projekt nötige Zeit und Energie aufzubringen. Schließlich wollen Sie nicht riskieren, dass er Sie beim ersten Hindernis im Stich lässt oder beschließt, von einem Tag auf den anderen alles hinzuschmeißen, um eine Weltreise zu machen!

→ Informieren Sie sich über seine Berufserfahrung und seine Stressresistenz. Hat er schon einmal eine solche Position bekleidet? Wie sind seine bisherigen Partnerschaften verlaufen? Holen Sie auch Informationen zu seiner finanziellen und rechtlichen Situation ein, um böse Überraschungen zu vermeiden. Erkundigen Sie sich ferner über etwaige Tätigkeiten oder sonstige Verpflichtungen, die seine Verfügbarkeit und die Zusammenarbeit mit Ihnen einschränken könnten.

4. Ein gutes Verhältnis auf professioneller Ebene

Sie und Ihr Geschäftspartner werden viele Arbeitsstunden miteinander verbringen. Deshalb sollten Sie prüfen, ob Ihre Methoden und Persönlichkeiten kompatibel sind. Damit Ihre Partnerschaft konstruktiv und förderlich für das Unternehmen ist, müssen Sie in der Lage sein, gemeinsam Ideen zu finden und Lösungen zu erarbeiten. Wenn Ihre Differenzen zu groß sind, besteht das Risiko von Konflikten und festgefahrenen Situationen.

Sie müssen ein echtes Vertrauensverhältnis zu Ihrem Geschäftspartner aufbauen können. Kompetenzen sind wichtig, aber auch eine angenehme Arbeitsatmosphäre und ein harmonisches Verhältnis sind unerlässlich. Darüber hinaus müssen Sie regelmäßig offen und ehrlich miteinander kommunizieren.

→ Sich mit einer Person zusammenzuschließen, mit der Sie bereits zusammengearbeitet haben und deren Arbeitsmethoden Sie kennen, kann von Vorteil sein. Wenn dies nicht möglich ist, kann es sinnvoll sein, einige Zeit auf Probe mit Ihrem potenziellen Geschäftspartner zusammenzuarbeiten. So können Sie herausfinden, ob Sie gemeinsam richtig „funktionieren“!

Auch wenn Sie in Bezug auf Ihren künftigen Partner ein sehr gutes Gefühl haben, ist es ratsam, einen Gesellschaftervertrag abzuschließen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft ergreifen?

Sie denken, dass Sie den perfekten Partner gefunden haben? Herzlichen Glückwunsch! Doch auch wenn Sie in Bezug auf Ihren künftigen Partner ein sehr gutes Gefühl haben, ist es ratsam, einen Gesellschaftervertrag abzuschließen. Lassen Sie sich hierzu gegebenenfalls von einem Experten beraten.

Gut zu wissen: Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (SARL) spricht man von einem Gesellschaftervertrag und bei Aktiengesellschaften (Société Anonyme, SA) von einer Aktionärsvereinbarung.

Dieses vertrauliche Dokument ergänzt die Satzung des Unternehmens, indem es die Regeln für die Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaftern festlegt. Darin werden u. a. die Rollen und Zuständigkeiten aller Beteiligten, die Funktionsweise der Struktur, die Aufteilung der Kapitalanteile, die Modalitäten zur Beilegung von Streitigkeiten, die Bedingungen für die Übertragung von Anteilen und die Vergütung festgelegt.

Das Ziel besteht in der Herstellung klarer, transparenter Beziehungen zwischen den Teilhabern, damit jede Partei im Konfliktfall geschützt ist.

Die Wahl eines Geschäftspartners ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft Ihres Unternehmens und die Suche nach dem perfekten Kandidaten kann mitunter langwierig sein. Nutzen Sie dafür Ihr berufliches Netzwerk und private Kontakte oder auch spezifische Veranstaltungen zum Thema Unternehmertum. Vielleicht finden Sie so schon bald Ihren idealen Geschäftspartner! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!