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April 14, 2021

Private Zusatzpensionen: mehrere Wege, ein Ziel

  Gesammelt von myLIFE team me&myFAMILY Februar 26, 2021 55

Es geht darum, den Lebensstandard im Ruhestand finanziell abzusichern.

Um den Lebensstandard im Ruhestand finanziell abzusichern bedarf es der richtigen Vorbereitung. Neben der gesetzlichen Rente und einem zusätzlichen, betrieblichen Pensionsplan des Arbeitgebers sind individuelle Altersvorsorgeverträge eine interessante Lösung.

Nun stellt sich die Frage, welcher private Vorsorgevertrag der richtige ist. Hier gibt es verschieden Wege, das gesetzte Ziel eines möglichst gesicherten Zusatzeinkommens zu erreichen.

Steuerlich interessante Produkte

Eine finanziell besonders attraktive Lösung ist der so genannte Altersvorsorgevertrag. Wer in Luxemburg lebt (oder als Grenzgänger von einem, dem des Ortsansässigen gleichgestellten, Steuerstatut profitiert) hat die Möglichkeit, Kapital für die Pension anzusparen. Ein entsprechender Vertrag wird mit einer Versicherungsgesellschaft oder einem Kreditinstitut abgeschlossen und regelt die Einzahlungen, die monatlich, vierteljährlich, jährlich oder sogar frei wählbar erfolgen. Während der gesamten Laufzeit (mindestens zehn Jahre) gelten wesentliche Steuerermäßigungen. Für die gezahlten Prämien, sprich Beiträge, gilt seit der Steuerreform von 2017 ein jährlicher Freibetrag von 3.200 Euro. Für ein Paar kann durch den Abschluss eines zweiten Vertrags ein weiterer Freibetrag von 3.200 Euro hinzukommen. Daraus ergibt sich für Paare ein maximaler fiskalischer Freibetrag von 6.400 Euro im Jahr.

Für ein Paar kann durch den Abschluss eines zweiten Vertrags ein maximaler fiskalischer Freibetrag von 6.400 Euro im Jahr.

Beim Renteneintritt (frühestens ab 60 Jahre) erfolgt die Auszahlung des gesparten Kapitals, also die Rückzahlung, entweder in Form einer Leibrente, die zur Hälfte steuerfrei ist, oder der Ausschüttung des Gesamtbetrags. Dieser wird mit dem halben Regelsatz besteuert. Eine Zwischenlösung ist der Mix aus Kapitalauszahlung und Leibrente. Bei dieser Option entscheidet der Versicherte selbst, wie hoch der Anteil des Kapitals oder der Rente sein soll. Außer im Falle einer schweren Krankheit oder Invalidität werden bei der vorzeitigen Auszahlung des angesparten Betrages Rückkaufgebühren fällig, und der ausgezahlte Gesamtbetrag wird zum normalen Satz versteuert.

Eine der Besonderheiten der Altersvorsorgeverträge besteht darin, dass es klare Spielregeln für Anlageprodukte und -richtlinien gibt. Im Klartext: Der Anbieter muss sich bei der Auswahl der Produkte, in der das Gesparte investiert wird, an klare Vorgaben halten. Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze: möglichst sicher oder renditeorientiert. Und eben hier spielen die finanzielle Lage sowie die Risikobereitschaft des Versicherungsnehmers die entscheidende Rolle. Generell sollte ein Vertragsnehmer in einem höheren Alter Lösungen mit begrenztem Risiko bevorzugen. Der Gesetzgeber hat entsprechend dem Alter sogar Obergrenzen für ein Engagement am Aktienmarkt festgelegt, um Vertragsnehmer, die bald in Rente gehen, zu einer gewissen Vorsicht zu zwingen.

Garantiertes Kapital …

Die sichere Option ist der Vertrag mit garantiertem Endkapital und begrenzter Rendite. Bei dieser Lösung profitiert der Versicherte von einem garantierten Mindestzinssatz auf seinem Ersparten und damit einem sicheren Resultat. Dies unabhängig von Schwankungen an den Finanzmärkten und anderen Entwicklungen, wie etwa der Auszahlung von Gewinnbeteiligungen bei den Versicherungsgesellschaften. Die garantierte Mindestverzinsung gilt für die gesamte Vertragslaufzeit. Der Versicherungsnehmer weiß genau, was ihn im Rentenalter erwartet und welchen Mindestbetrag er erhalten wird. Das „neue Leben“ kann also völlig gelassen und ohne Überraschungen anfangen. Das ist eine positive Perspektive. Wobei die Rendite in Zeiten niedriger Zinsen eher verspricht, sehr bescheiden, bzw. inexistent zu sein. Deshalb ist auf eine hohe Gewinnbeteiligung zu hoffen. Dynamischere und riskantere Ansätze sind hier finanziell erfolgsversprechender.

… oder renditeorientiert?

Altersvorsorgeverträge, deren Rendite an Investmentfonds gekoppelt sind, garantieren keinen bestimmten Betrag als Anlage- bzw. Sparresultat. Diese Produkte sind an die Entwicklung der Finanzmärkte gekoppelt. Diese flexible und dynamische Lösung macht Renditen mit starkem Potenzial möglich. Allerdings wird das finanzielle Risiko vom Versicherungsnehmer allein getragen. Die einbezahlten Gelder, sprich Prämien, werden in hauseigenen Investmentfonds der Versicherungsgesellschaft oder anderen Fonds angelegt. Allerdings muss man bei solchen Anlageprodukten bestimmte Kriterien berücksichtigen. So muss die Versicherungsgesellschaft oder das Finanzinstitut dem Kunden ermöglichen, ein Produkt zu zeichnen, das ausschließlich am Geldmarkt und in Euro anlegt (Geldmarkt-SICAV). Das spekulative Risiko ist dadurch geringer. Der Anbieter muss darüber hinaus Anlageprodukte (Investmentfonds oder Organismen für gemeinsame Anlagen – OGAs) vorschlagen, die sich durch einen Mix aus Aktien und Anleihen auszeichnen. Je höher der Anteil an Aktien, desto höher ist natürlich das spekulative Risiko. Wie bereits erwähnt, unterliegt die Anlagepolitik dieser Produkte bestimmten und absoluten Obergrenzen.

Welche Lösung ist die richtige? Schließlich kommt es auf das eigene Risikoprofil, die finanzielle Lage und die eigenen Erwartungen an.

Welche Lösung die richtige ist, darüber sollten Pensionssparer mit ihrem Bankier (als zugelassenem Untermakler) oder Versicherer reden. Schließlich kommt es auf das eigene Risikoprofil, die finanzielle Lage und die persönlichen Erwartungen an. Der Gesetzgeber hat die Frage nach dem besten Ansatz bereits teilweise beantwortet. Eben durch die Festlegung der je nach Alter und Profil geltenden Obergrenzen für das Engagement am Aktienmarkt.