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Dezember 3, 2022

Vorbeugen ist besser als heilen

Beim Anlegen ist es wichtig, auf einer soliden Grundlage aufzubauen.

Ganz allgemein gilt, dass Sparen und Investieren ganz eng zusammenhängen. Nur wenn man investiert, kann man langfristig Vermögen aufbauen. Doch Sparer sollten zunächst ein sicheres Fundament schaffen, bevor sie Anlagerisiken eingehen. Auf diese Weise bietet ein guter Finanzplan Sicherheit und trägt zum langfristigen Vermögensaufbau bei. Langfristige Vermögensplanung ist deutlich komplexer als die Fokussierung auf einen bestimmten Betrag. „Wie man Vermögen nutzen möchte, ist entscheidend dafür, wie man es verwalten“, dieser Leitsatz ist beim Aufstellen eines längerfristigen Finanzplans genau richtig.

Mit dem Unerwarteten rechnen

Beim Erstellen eines Finanzplans geht es darum, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein und auf das Beste zu hoffen. Es gilt, vorausschauend zu handeln und mögliche persönliche Krisen – Jobverlust, Krankheit usw. – zu antizipieren. Hier empfiehlt sich ein mehrstufiges Pyramidensystem mit einem soliden Fundament, das gleichzeitig die nötige Flexibilität bietet, um Kapitalwachstum zu generieren, sobald das Fundament gelegt ist.

Den Sockel der Pyramide bildet also das Geld für schlechte Zeiten; eine Rücklage für plötzlich anfallende Ausgaben – ein undichtes Dach etwa oder eine unerwartete Rechnung – oder für größere Ausgaben wie ein Auto oder die Anzahlung für ein Haus. Diesen Betrag sollte man als Barmittel halten, um jederzeit darauf zurückgreifen zu können. Dies ist die unabdingbare Basis für jeden Sparplan und alle weiteren Schritte, die zum erfolgreichen Verwalten der eigenen Finanzen beitragen sollen.

Ein wesentlicher Teil der ersten Stufe der Pyramide ist das Sparkonto. Die Zinsen sind zwar überall niedrig, es gibt aber durchaus Unterschiede. Ist das passende Konto bestimmt, empfiehlt es sich regelmäßig kleine Beträge einzuzahlen, zum Beispiel per Dauerauftrag. Es kann sinnvoll sein, dieses Geld jeden Monat gleich dann abzubuchen, wenn das Gehalt auf dem Konto eingeht, sodass man es nicht für andere Dinge ausgibt.

Wie man Vermögen nutzen möchten, ist entscheidend dafür, wie man es verwalten.

Absicherung tut Not

Wenn der Kapitalpuffer aufgebaut ist, kann man sich mit längerfristigen Sparmöglichkeiten, also einer weiteren Stufe der Pyramide befassen. Dazu gehört die Absicherung der Familie gegen einen plötzlichen Einkommensverlust aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Konkret bedeutet dies, eine Lebensversicherung und/oder einen Altersvorsorgevertrag abzuschließen. Ein wichtiger Baustein hierfür ist in der Regel die betriebliche Altersvorsorge. Das Sozialversicherungssystem in Luxemburg sieht eine Altersvorsorge vor, die aus zwei Komponenten besteht: einem Pauschalbetrag für diejenigen, die genügend Beitragsjahre haben, sowie einem einkommensabhängigen Betrag. Diese werden durch Beiträge von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und dem Staat finanziert und sind mit Steuerermäßigungen verbunden. Die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer sind mit 24 Prozent des Gehalts hoch. Persönliche Altersvorsorgeverträge und Versicherungsprodukte sind eine Option für diejenigen, die mehr ansparen möchten. Zur Erinnerung: Selbstständige zahlen ebenfalls in die Rentenversicherung ein. Ihre Beitragssätze sind jedoch niedriger.

Versicherungen sind ein wichtiger Bestandteil der Finanzplanung. Oft zahlen Arbeitgeber Sterbegeld im Falle des Todes von Angestellten und bieten einen gewissen Krankenversicherungsschutz. Man sollten jedoch genau prüfen, ob diese Leistungen ausreichen, um die eigene Familie effizient abzusichern. Schwachstellen können durch eine Lebensversicherung behoben werden. Eine Einkommensversicherung oder eine Schwere-Krankheiten-Versicherung sind weitere Möglichkeiten, sich für den Fall eines Jobverlusts oder einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit abzusichern.

Faktor Zeit – Thema Risiko

Nun zu der Spitze der Pyramide, den Anlagen. Eines vorweg: Zeit ist hier ein wichtiger Faktor. Man erhält in der Regel eine höhere Rendite, wenn man bereit ist, Kapital länger zu binden. Bei Termineinlagen fällt beispielsweise ein höherer Zinssatz für Ersparnisse an. Je nachdem, wie risikofreudig man ist, kann bei einem langfristigen Ansatz auch in risikoreichere Anlagen wie Aktien investiert werden, kurzfristige Schwankungen lassen sich dann damit überwinden.

Fakt ist, dass die Kurse an der Börse kurzfristig stark schwanken können. Dies war auch 2020 zu beobachten, als die Märkte aufgrund von Ängsten vor den Folgen der Corona-Pandemie massiv einbrachen. Der Markt hat sich daraufhin erholt. Anleger, die im Februar oder März 2020 verkauft haben, dürften jedoch Verluste erlitten haben. Deshalb ist eine Anlage an der Börse in der Regel keine gute Option, wenn das Geld kurzfristig benötigt wird.

Die richtige Anlagestrategie hängt von Risikobereitschaft, Wissen und Erfahrung mit Finanzprodukten, Ihrem Zeitplan und der Höhe des Betrags ab, den Sie bereit sind, zur Seite zu legen. Optimal ist wahrscheinlich eine Mischung aus Anlageprodukten wie Investmentfonds, strukturierten Produkten, Aktien und Anleihen.

Man kann eine gewisse Volatilität des Kapitalwerts der Anlage in Kauf nehmen und somit auf Vermögenswerte mit höheren Renditechancen setzen. Die Frage, welches Risiko man eingehen möchte, muss jeder für sich selbst beantworten. Der Bankberater kann dabei eine wichtige Stütze sein und beratend wirken, ganz gleich ob es sich um eine uneingeschränkte Vermögensverwaltung, auf die Auftragsausführung beschränkte Produkte oder eine Zwischenlösung handelt.

Dauerhaft hohe Barmittel zu halten, ist keine gute Option für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Ein Tipp zum Schluss: Dauerhaft hohe Barmittel zu halten, ist keine gute Option für einen langfristigen Vermögensaufbau. Angesichts niedriger oder negativer Zinsen bei vielen Sparkonten und des zu erwartenden Inflationsanstiegs wird die Kaufkraft der Ersparnisse von Anlegern langfristig sinken. Deshalb sollte man nur so viele Barmittel halten, wie man kurzfristig oder in einem Notfall benötigt.