Meine Finanzen, meine Projekte, mein Leben
Januar 28, 2023

Wichtige Schritte beim Immobilienkauf

  Gesammelt von myLIFE team myHOME Dezember 6, 2022 35

Der Kauf einer Immobilie ist keine triviale Angelegenheit – vor allem wenn es die erste Transaktion dieser Art für Sie ist. Auch wenn Sie glauben, Ihre Traumimmobilie gefunden zu haben, sollten Sie nicht überstürzt handeln. myLIFE erklärt Ihnen, auf welche Aspekte Sie achten sollten.

Trotz kontinuierlich steigender Preise träumen in Luxemburg viele von den eigenen vier Wänden. Wenn sich dann eine Gelegenheit bietet, ist der Wunsch groß, schnell Nägel mit Köpfen zu machen, und es werden wichtige Schritte übersprungen. Dies kann zu folgenschweren Fehlern führen. myLIFE hat eine Liste mit den verschiedenen Schritten zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, Ihr Immobilienprojekt zum Erfolg zu führen.

1. Ein Budget festlegen

Der Kauf der ersten Immobilie ist kein einfaches Vorhaben. Vielmehr handelt es sich um ein Projekt, das einer guten Vorbereitung bedarf und bei dem man einen kühlen Kopf bewahren sollte. Sie sollten sich nicht nur über die gewünschten Eigenschaften der Immobilie (Wohnung oder Haus, Anzahl der Zimmer, Standort usw.), sondern auch über Ihr verfügbares Budget im Klaren sein, bevor Sie einen Kaufvorvertrag unterzeichnen. Sie müssen also wissen, wie viel Eigenkapital Sie für das Projekt aufbringen und welchen Kreditbetrag Sie zusätzlich aufnehmen können. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Kreditaufnahmefähigkeit online zu ermitteln oder sich hierzu an Ihren Bankberater zu wenden. Er erstellt mit Ihnen einen Finanzierungsplan. Führen Sie mehrere Simulationen durch, um das für Sie beste Szenario zu bestimmen. Sobald Sie dies erledigt haben, können Sie sich auf die Suche nach einer Immobilie machen, die sowohl Ihren Erwartungen als auch Ihrem Budget entspricht.

2. Einen Immobilienkredit beantragen

Nach mehreren Besichtigungen des Hauses oder der Wohnung (vorzugsweise in Begleitung eines Experten) sind Sie sich sicher, dass Sie Ihre Wunschimmobilie gefunden haben. Jetzt gilt es, einen Kaufvorvertrag zu unterzeichnen, mit dem Sie sich zum Kauf des Objekts verpflichten, einen Notar mit der Erstellung eines Kaufvertragsentwurfs zu beauftragen und sich an Ihre Bank zu wenden, um einen Immobilienkredit zu beantragen. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Höhe des Kreditbetrags, die Rückzahlungsdauer und die Form des Darlehens, insbesondere was den Kreditzins betrifft, zu legen. Um die gewünschte Finanzierung zu erhalten, müssen Sie die für den Darlehensantrag erforderlichen Unterlagen zusammenstellen und bei Ihrer Bank einreichen (Identitätsnachweis, Gehaltsabrechnungen, Kaufvorvertrag, Nachweise über Einkommen und Ausgaben etc.). Nach Erhalt des endgültigen Angebots können Sie dann den Kaufvertrag in Ruhe beim Notar unterzeichnen.

Als Erstkäufer können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Erwerbsprämie in Höhe von 250 bis 9.700 Euro in Anspruch nehmen.

Gut zu wissen: Als Erstkäufer können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Erwerbsprämie in Höhe von 250 bis 9.700 Euro in Anspruch nehmen. Dazu müssen Sie innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung des Kaufvertrags einen Antrag stellen, einen Kreditvertrag mit einer Bank abgeschlossen haben und dürfen weder Eigentümer oder Miteigentümer noch Nutznießer einer anderen Wohnung sein.

3. Die anfallenden Kosten ermitteln

Neben dem mit dem Verkäufer ausgehandelten Kaufpreis der Immobilie fallen beim Immobilienkauf weitere Kosten an:

    • Notarkosten: Sie zahlen die mit der Abwicklung des Immobilienkaufs verbundenen Kosten an den Notar. Dazu zählen das Honorar des Notars, die ihm im Rahmen der Abwicklung der Transaktion und für die Beschaffung der benötigten Unterlagen anfallenden Kosten sowie die an den Staat zu zahlenden Steuern und Abgaben (Einregistrierungs- und Überschreibungsgebühren in Höhe von 6 % bzw. 1 %).
    • Hypothekenkosten: Für den Kredit verlangt Ihre Bank wahrscheinlich eine Hypothek auf Ihre Immobilie, damit sie diese, sollten Sie Ihren Kredit nicht mehr zurückzahlen können, verkaufen kann, um so den geliehenen Betrag zurückzuerhalten. Dazu ist eine notarielle Beurkundung erforderlich. Die hierfür anfallenden Kosten sind von Ihnen zu tragen.
    • Bearbeitungsgebühren: Für die Gewährung eines Immobilienkredits stellt Ihnen das Kreditinstitut Bearbeitungsgebühren in Rechnung.
    • Versicherungen: Die Bank, bei der Sie einen Kredit aufnehmen, kann von Ihnen den Abschluss mehrerer Versicherungen verlangen. Zu nennen sind hier vor allem die Hausrat- und Gebäudeversicherung sowie die Restschuldversicherung. Während erstere Versicherungsschutz für Gebäude, Möbel und persönliche Gegenstände gegen Feuer, Wasser, Diebstahl usw. bieten, ist letztere eine Art Todesfallversicherung. Sie wird abgeschlossen, um im Todesfall die Rückzahlung Ihres Kredits an die Bank sicherzustellen und zu verhindern, dass Ihr Ehepartner oder Ihre Kinder in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Darüber hinaus können Sie Zusatzversicherungen gegen Unfall- oder Invaliditätsrisiken abschließen.

Des Weiteren ist mit Kosten für die Anmietung eines Umzugswagens oder die Beauftragung einer Umzugsfirma zu rechnen.

4. Die Instandhaltung der Immobilie berücksichtigen

Unabhängig vom Zustand der Immobilie ist es wichtig, die Instandhaltung einzuplanen. Anders als bei einer Mietwohnung sind Sie für die Durchführung etwaiger Reparaturen oder Renovierungsarbeiten allein verantwortlich. Hierfür können hohe Kosten anfallen, die Sie berücksichtigen sollten. Lassen Sie die Immobilie im Zweifelsfall von einem Experten begutachten, um Mängel frühzeitig beseitigen zu können, bevor größere Schäden entstehen. Denn auch bei Immobilien gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Jeder Immobilienbesitzer weiß, dass es immer etwas zu tun gibt. Und das ist mit Kosten verbunden – vor allem, wenn man kein Handwerker ist. Sofern es sich um Gemeinschaftseigentum handelt, sollten Sie auch die Gemeinschaftskosten einkalkulieren.

Da Ihre Immobilie Lebensmittelpunkt und Kapitalanlage zugleich ist, sollten Sie sowohl zu Ihrer eigenen Sicherheit als auch zum Schutz Ihres Vermögens gut auf sie Acht geben.

5. Fachleute beauftragen

Es müssen umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, bevor Sie in Ihr neues Zuhause einziehen können? Achten Sie darauf, dass diese fachgerecht ausgeführt werden. Eine Wand zu streichen, ist nicht schwierig. Das können Sie durchaus selbst erledigen, ohne dass hohe Kosten anfallen. Bei anspruchsvolleren Arbeiten (beispielsweise der Installation von Elektroanschlüssen) ist es hingegen empfehlenswert, wenn nicht sogar unerlässlich, Fachleute zu engagieren, die sicherstellen können, dass die Arbeiten fachgerecht und unter Einhaltung der geltenden Vorschriften erledigt werden. Da Ihre Immobilie Lebensmittelpunkt und Kapitalanlage zugleich ist, sollten Sie sowohl zu Ihrer eigenen Sicherheit als auch zum Schutz Ihres Vermögens gut auf sie Acht geben.

Sie wollen Ihre Immobilie renovieren, um die Energieeffizienz zu steigern? Informieren Sie sich über die finanziellen Beihilfen zur „Förderung der Nachhaltigkeit, der rationellen Energienutzung und der erneuerbaren Energien im Wohnungsbau“.

6. Sein Geld zusammenhalten

Wenn Sie die ideale Immobilie gefunden haben, wollen Sie sie wahrscheinlich nach Ihren eigenen Vorstellungen gestalten, indem Sie Änderungen an der Inneneinrichtung vornehmen und Ihr Zuhause verschönern. Manchmal ist es notwendig, seinen Eifer zu bremsen. Denn einen Großteil Ihrer Ersparnisse haben Sie wahrscheinlich bereits für Anzahlung, Maklerprovision, Umzugskosten und Einregistrierungsgebühren aufgewendet. Wenn dann noch hohe monatliche Kosten für Energie, Wasser, Müllabfuhr oder Versicherungen hinzukommen, ist es nicht einfach, das Budget unter Kontrolle zu halten. Dann müssen Sie Ihren Wunsch nach individueller Gestaltung Ihres neuen Zuhauses möglicherweise zunächst bremsen. Nehmen Sie sich die Zeit, wieder Geld anzusparen, statt Ihren Status als Immobilienbesitzer durch ungezügelten Konsum zu gefährden.

7. Sich um seine Steuern kümmern

Vor lauter Aufregung über den Kauf der ersten Immobilie vergessen manche, sich mit den steuerlichen Auswirkungen der Transaktion zu beschäftigen. Der Immobilienkauf kann Folgen für Ihre steuerliche Situation und Ihre Steuererklärung haben. Es ist wichtig, sich über die geltenden Steuervorschriften zu informieren oder die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass Sie sich gesetzeskonform verhalten und mögliche Vorteile, auf die Sie Anspruch haben, nutzen. Die Beauftragung eines Experten ist in der Regel eine gute Investition, vor allem, wenn Sie sich in diesem Bereich noch nicht auskennen.

Der Kauf der ersten Immobilie erfordert eine gute Planung und eine gewisse Disziplin, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Damit dieses wichtige Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, muss es Schritt für Schritt und mit Unterstützung von Fachleuten (Bankberater, Notar usw.) vorbereitet werden. Sie möchten mehr über dieses Thema erfahren? Alles Wissenswerte finden Sie in den ausführlichen Informationsunterlagen von myLIFE.